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Sie sind unauffällig und fleißig, arbeiten eher im Hintergrund, machen kaum Probleme aber immer ihren Job! Obwohl Sie das Rückgrat eines jeden Unternehmens sind, stehen Sie nicht im Fokus der eigenen Führung und der Personalentwicklung: die B-Player. Es dominiert nach wie vor der Blick auf die „High Potentials“ oder auf die „Problemkinder“. Die einen kommen in den Genuss von Fördergesprächen, nehmen teil an Entwicklungsprogrammen, die anderen binden viel Zeit und Energie durch Kritik- und Konfliktgespräche und sonstiges Krisenmanagement. Ein Blick auf die Wiederbeschaffungskosten einer Stelle reicht, um die Notwendigkeit der Förderung und Forderung des „gemeinen“ Mitarbeiters/ der „gemeinen“ Mitarbeiterin zu unterstreichen. So ermittelte das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Jahr 2003 den Betrag von 23.000,- € für die Wiederbesetzung einer Stelle mit mittlerem Einkommen. Eine Analyse nach Performance und Potenziallevel unterschiedlicher Mitarbeiter-Innentypen, unterstreicht die „tragende“ Rolle der B-Player für den Unternehmenserfolg.
Mitarbeiter-TypologieBei der Überlegung, wie viel Zeit und andere Ressourcen Unternehmens- und Personalverantwortliche in die einzelnen Mitarbeitertypen investieren, zeigt sich unmittelbar das „Schattendasein“ der B-Player. Die Vorurteile gegenüber B-Playern lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
Damit sind B-Player das am wenigsten genutzte Potenzial im Unternehmen! Doch: Wer sind denn diese „Arbeitspferde“ genau? Folgende B-Player unterscheiden Thomas DeLong und Vineeta Vijayaragharan (2003):
Verdeckte A-Player
Die Ehrlichen
Die Kontaktknüpfer
Die Mittelmäßigen
An dieser Stelle lohnt die Überlegung, wie sich die verschiedenen B-Player im eigenen Unternehmen verteilen und – daraus abgleitet – welche Maßnahmen dann jeweils zu ergreifen sind. Dennoch lassen sich in einem ersten Schritt grundsätzliche Handlungsmodi für die Führung und die Zusammenarbeit mit B-Playern entwickeln. Im Folgenden beschreiben wir 5 erfolgreiche Führungstipps für den Umgang mit B-Playern:
Ein überraschendes Ergebnis einer aktuellen Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) zum Thema: „Gestaltungsmaßnahmen zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben als Herausforderung für Unternehmen – Erfolgsfaktor Work-Life-Balance“ (Nürnberg, 2007) zeigt, dass es für Hochschulabsolventen mehr gibt, als Einkommen, berufliches Prestige und leitende Funktionen. Die zukünftigen Akademiker legen vielmehr wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – den Erfolgsfaktor Work-Life-Balance (Arbeitszeitgestaltung, Arbeitsortflexibilisierung, geldwerte Leistung für Mitarbeiter- Innen uvm.) gilt es daher nicht zu vernachlässigen – gerade bei den „Nicht- Alpha-Tierchen“ im Unternehmen. Daraus folgt für den Führungserfolg beim Umgang mit B-Playern:
Eines ist sicher: Alle B-Player machen ihren Job – es braucht also „nicht unbedingt“ einen Extraschub Motivation seitens der eigenen Führung. Folglich gilt zunächst eher die Führungsmaxime: Demotivation vermeiden! Die Herzbergsche Motivationspsychologie liefert uns einige Argumente und Hinweise, wie Demotivation unterbunden werden kann. Herzberg unterscheidet die (intrinsischen) Motivatoren, die zu Zufriedenheit führen, einerseits und die (extrinsischen) Hygienefaktoren, die Unzufriedenheit vermeiden, andererseits. Beide gemeinsam beeinflussen die Einstellung zur Arbeit insgesamt. Im Falle der B-Player gilt es, Demotivation zu vermeiden, d.h. in besonderem Maße seitens der Führung die extrinsischen Hygienefaktoren zu beachten, welche neben Unternehmensorganisation und –politik und auch Bezahlung sehr stark zwischenmenschliche Beziehungen umfasst. Ein guter Draht zur Führung, zu Kollegen und zu Untergebenen bewirkt, dass B-Player bei der Stange bleiben. Der Tipp zur Führung von BPlayern lautet daher: Demotivation unbedingt vermeiden, was durch ausreichend persönlichen Kontakt gewährleistet wird. Da Führungsverhalten grundsätzlich einen erheblichen Beitrag zur Motivation der Mitarbeiter und zur Unternehmenskultur leistet, kann über den persönlichen Kontakt sowie einer guten Beziehung zu den B-Playern auch das Bedürfnis nach Erfolg, Anerkennung und persönlicher Entwicklung besser eingeschätzt werden. Verdeckte A-Player werden so entdeckt und können entsprechend gefördert werden. Erleichtert wird der stete Kontakt zu Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen durch institutionalisierte Gespräche, wie bspw. regelmäßige Zielvereinbarungsgespräche. Diese tragen dazu bei, dass BPlayer beachtet und nicht dauerhaft „stiefkindlich“ behandelt werden.
Darüber hinaus ist es selbstverständlich sinnvoll, Rahmenbedingungen für Motivation zu schaffen. Arbeitszufriedenheit wird grundsätzlich erreicht durch:
Da Karriereschritte, erfolgter Aufstieg sowie dauerhaft mehr Verantwortung bei B-Playern grundsätzlich eine eher nachgeordnete Rolle spielen, bieten zum Beispiel KVP (Kontinuierliche Verbesserungsprozesse) oder das Toyota-Produktionssystem den passenden Rahmen für Mitgestaltung und Mitwirkung. Hier können die „gemeinen“ MitarbeiterInnen schrittweise ein „MEHR“ an Verantwortung übernehmen. Im Umgang mit B-Playern ist es daher wichtig (1) passend zu fordern und (2) den Personenkreis kommunikativ zu integrieren.
Intrinsische Motivation kann nur entstehen und ist nicht „von außen“ herbeizuführen. Da alle MitarbeiterInnen ein Grundbedürfnis nach Feedback und Orientierung haben, ist eine gute und konstruktive Feedbackkultur der Nährboden für intrinsische Motivation. Damit ist keineswegs unreflektierte Lobhudelei gemeint, sondern eine Kultur, die folgende Prinzipien berücksichtigt:
Eine Grundvoraussetzung für das Entstehen intrinsischer Motivation ist es daher, umfangreich für Feedback zu sorgen.
Bei der Führung von B-Playern sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass es ein Grundmaß an Pflichtgefühl und gesteuerter Lebensenergie gibt, die gerade diese Mitarbeiterklientel auszeichnet. So definiert der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi einen Zustand genannt „Flow“1 wie folgt:
Dies bedeutet nichts anderes als dass das „Sein“ in einem derartigen Zustand „per se“ motiviert: Unsere Aufgabe über- oder unterfordert uns nicht, wir arbeiten konzentriert, kontrolliert und zielorientiert auf etwas hin, wir sind in der Lage Störfaktoren zu eliminieren bzw. Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass wir „im Fluss“ sein können. Für die Führungsarbeit bedeutet dies nicht anderes als genau für solche Rahmenbedingungen zu sorgen, die die Entstehung des Flows ermöglichen, zum Beispiel:
Denn: Wir wissen alle, wozu mangelnde Motivation führt:
Alle negativen Effekte zusammen genommen, kosten eine Menge Geld und sorgen für das berühmt berüchtigte schlechte Betriebsklima. So stellte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits im Jahr 2003 folgende Wiederbeschaffungskosten dar:
| untere EK | mittlere EK | obere EK | ||
|---|---|---|---|---|
| Kosten der unbesetzten Stelle(€/Monat) | 900 € | 1.600 € | 2.700 € | |
| Kosten der unbesetzten Stelle(effektiv) | 900 € | 3.600 € | 10.800 € | |
| Anwerbungskosten | 1.800 € | 5.500 € | 10.500 € | |
| Auswahlkosten | 1.200 € | 2.400 € | 3.900 € | |
| Einstellungskosten | 800 € | 1.300 € | 1.900 € | |
| Aus- und Fortbildungskosten | 800 € | 1.800 € | 3.700 € | |
| Einarbeitungskosten | 2.800 € | 6.000 € | 7.600 € | |
| Minderleistungen bei Einarbeitung | 1.200 € | 2.600 € | 4.800 € | |
| Summe Wiederbeschaffungskosten | 9.500 € | 23.000 € | 43.200 € | |
| Durchschnittliche Wiederbesetzungsdauer in Monaten | 1 | 2 | 4 | |
| Wiederbeschaffungskosten einer Stelle | ||||
Insgesamt ist es hilfreich, auf die Grundmotivation der Mitarbeiter und MitarbeiterInnen zu vertrauen, denn Menschen wollen gute Arbeitsergebnisse erzielen, können sich ausgezeichnet selbst motivieren und brauchen dafür die passenden Rahmenbedingungen seitens Ihrer Führung.
Wir meinen, dass es das Rückgrat vieler Unternehmen verdient, dass sich die Verantwortlichen Gedanken um dessen Führung machen und diese optimieren. Unsere Conclusio bringt die Führungstipps für B-Player noch mal auf den Punkt:
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