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Claudia Heizmann

Betriebliches Gesundheitsmanagement
auf soliden Füßen

von Claudia Heizmann und Daniela Himmelreich | 16.12.2009

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Analyse der Risikogruppe (50 MitarbeiterInnen mit den meisten Fehltagen in den vergangenen drei Jahren)Abbildung 2: Analyse der Risikogruppe (50 MitarbeiterInnen mit den meisten Fehltagen in den vergangenen drei Jahren)

In unserem Beispiel liegen die Abteilungen E und F sowohl bei der Abwesenheitsdauer- und Fallzahl wie auch bei der Mitarbeiterzahl in der Risikogruppe weit vorne. Hier lohnt ein genauerer Blick auf weitere Kriterien und vor allem auf die Arbeits- und Motivationslage in diesen Abteilungen. Welche Rahmenbedingungen tragen dazu bei, dass diese MitarbeiterInnen häufiger und länger abwesend sind, als die MitarbeiterInnen anderer Abteilungen? Um welche MitarbeiterInnen handelt es sich? Mit welchen Handlungsspielräumen, in welcher Altersgruppe, männlich oder weiblich? Und nicht zuletzt kann dann die Frage beantwortet werden, welche konkreten BGM-Angebote bei diesen MitarbeiterInnen für mehr Robustheit, Leistungsfähigkeit und Motivation sorgen.

3.Motivationsdefizite vs. gesundheitliche Probleme. Die Bedeutung der Motivationsanalyse und der Gesundheitsdaten

Insbesondere bei Ergebnissen, wie in Abbildung 2 dargestellt, empfehlen wir eine Motivationsanalyse in bestimmten Arbeitsbereichen, um noch mehr Licht ins Dunkel der innerbetrieblichen Abwesenheitsursachen zu bringen. Weitere Leistung unserer Motivationsanalyse in Form eines Gruppendiskussionsverfahrens mit 8-10 MitarbeiterInnen eines Arbeitsbereichs ist der Thematisierungsaspekt. Durch die Diskussionsrunden machen wir „Gesundheit“ und „Veränderungsnöte“ in der Abteilung und beim persönlichen Gesundheitsverhalten zum Thema. Auf dem Prüfstand stehen sämtliche die Arbeitssituation beeinflussenden Faktoren, wie bspw.:

  • Arbeitsplatz/Arbeitsumfeld
  • Arbeits- bzw. Teamklima
  • Tätigkeit
  • Führungsverhalten
  • (Arbeits-)Organisation
  • Das persönliche Gesundheitsverhalten.

Die Interpretation der Abwesenheitsdaten kann nun mit Motivationsdaten unterfüttert werden. Das Gewirr an Abwesenheits- und Frustursachen weicht einem konturierten Bild, das ein erfolgreiches, zielorientiertes, messbares Betriebliches Gesundheitsmanagement erst möglich macht.

Zusätzlich ist es sinnvoll, eine Kooperation mit den Krankenkassen anzustreben und – so die Voraussetzungen gegeben sind (z. B. viele MitarbeiterInnen bei einer Kasse versichert sind und der Datenschutz gewährleistet ist) - einen Einblick in die Krankheitsursachen (Diagnosen) im eigenen Unternehmen zu bekommen. Auch aus den allgemein zugänglichen Sekundärdaten der Krankenkassen, die zum Beispiel von der AOK alljährlich in Form des „Fehlzeitenreports“ veröffentlicht werden, können wichtige Erkenntnisse für das innerbetriebliche Gesundheitsmanagement abgeleitet werden.

4. Die Ergebnisse zusammenführen und Messgrößen ableiten

Die überschaubare Loquenz-Toolbox bremst überflüssigen Aktionismus und legt eine solide Basis für alle weiteren BGM-Angebote. In der Summe führen die Tools zu einem detaillierten Überblick über

  1. Bestehende Angebote (Bestandsanalyse)
  2. Abwesenheitsstruktur (Fehlzeitenstrukturanalyse)
  3. Motivationslage
  4. Gesundheitliche Problemfelder

und erlauben so den genauen Zuschnitt des BGM-Projekts und seiner Ziele. BGM-Angebot und -Nachfrage können so optimal aufeinander abgestimmt werden. Die Erfolgschancen sind deutlich besser als bei Schnellschüssen und Gesundheitsangeboten, die ins Blaue hinein geplant werden - Walking hier, Massage und Pilates da anbieten und dann sehen wir mal - und die hart erkämpften BGM-Ressourcen können optimal eingesetzt werden.

Die Analysetools im ÜberblickDie Analysetools im Überblick

 


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