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Blogeintrag: Dienstag 23.11.2009
Bei den 5. Kirchberger Impulsen, veranstaltet von der Bruderhaus Diakonie und der Samariterstiftung steht wieder der Dialog zwischen Führungskräften aus Wirtschaft und Sozialbereich im Zentrum. Wie können wir über die Krise hinaus denken und in unserer Balance bleiben? Für mich faszinierende, die Offenheit der Diskussion und die Unterschiedlichkeit der Bewältigungsstrategien. Wer sich für die Inhalte interessiert – sicherlich wird wieder eine Dokumentation erstellt. Ich lasse Ihnen diese gerne nach Erstellung zukommen.
Was mir bei allen Diskussionen auffällt, über das Wie von Führung wird kaum nachgedacht. Und genau bei dieser Fragestellung ist mir eine Neuerscheinung in die Hände gefallen, die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat: Frank Schäfer. Erfolgreiche Kooperation im Unternehmen. Warum wir heute mehr brauchen als gute Führungskräfte. Campus 2009.
Schäfer geht von der These aus, dass die derzeitigen Anforderungen so komplex sind, dass diese Komplexität nicht durch relativ simple Leadership-Modelle, Führungslehren u.ä. bewältigt werden kann. Diese Komplexität kann nur durch Komplexität bewältigt werden. Und das heißt Kooperation direkt auf der Ebene der Werker in der Produktion oder der einzelnen Sachbearbeiterinnen.
Er geht von folgender Kernthese von Führung aus (S. 195): „Während vorgabeorientierte und autoritäre Formen von Führung die Beschäftigten daran gewöhnen, sich strikt nach den Anweisungen des Vorgesetzten zu richten und im Wesentlichen nur das tun, was man ihnen sagt, zwingt ein offener und moderierender Führungsstil Mitarbeiter dazu, in unklaren und vorgabefreien Situationen selbst die Initiative zu ergreifen und Verantwortung für den Erfolg ihrer Arbeit zu übernehmen. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein wettbewerbsorientiertes Umfeld oder Kundenansprüche für Handlungsdruck sorgen. Ein Führungsumfeld, das vieles offen lässt, nur weniges und Wesentliches reguliert und effiziente sowie kreative Problemlösungen konsequent honoriert, erzeugt für die meisten Beschäftigten permanent Anreize, selbst(organisiert) Hand an die zu erledigende Aufgaben zu legen. Vorgabe- und kontrollorientiere Führungsstile reduzieren genau diesen Handlungsdruck.“
Diese Grundidee hat mich beim Lesen sofort überzeugt. Zudem zeigt er auf, wie diese Kooperation durch den Shadowing-Prozess im Unternehmen eingeführt werden kann.
Ich werde meine eigenes Führungsverhalten auf diesem Hintergrund reflektieren, beobachten und hier wieder über meine Erfahrungen berichten. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen und Positionen Sie zu diesem Thema haben. Mailen Sie Ihre Antwort bitte an stephan.teuber@loquenz.de.
Stephan Teuber bloggt
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