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Blogeintrag: Freitag, 25.03.2010
Betriebliche Gesundheitsförderung wirkt – es ist nur nicht so richtig klar wie!
Dies könnte, wolle man böse sein, die Ergebnisformel des Abends im Netzwerk Gesundheit sein – doch nein, das wird diesem Abend natürlich nicht gerecht. Unter dem Titel „Ist der Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung messbar?“ trafen sich gut 40 Interessenten, Personalverantwortliche und Dienstleister aus dem Feld der Betrieblichen Gesundheitsförderung bzw. des Betrieblichen Gesundheitsmanagement in den Räumen des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Tübingen. Für mich war es ein vertrautes und gleichzeitig nicht mehr vertrautes Wiedereintauchen in die Räume, in denen ich mein Studium der Sportpädagogik absolviert hatte.
Mein ehemaliger Kommilitone und jetzt Institutsdirektor Prof. Dr. Ansgar Thiel bot zusammen mit seinem Kollegen aus der Sportmedizin Prof. Dr. Andreas Nieß den inhaltlichen Schwerpunkt des Abends. Ausgehend von der Fragestellung des Abends stellten sie die diversen Fallstricke (z.B. Was ist überhaupt Gesundheit? Wie sollte diese gemessen werden? Was ist überhaupt noch sinnvoll zu messen und worauf kann zu messen verzichtet werden, da es bereits ausreichend belegt ist?...) gekonnt dar, um zu den Kernpunkten des derzeitigen Erkenntnisstandes zu kommen:
1. Bewegung fördert eindeutig die Gesundheit und damit Wohlbefinden 2. Zufriedenheit/Wohlbefinden mit Beruf und Leben korreliert sehr hoch mit Produktivität 3. BGF-Maßnahmen wirken sich positiv auf Motivation und Zufriedenheit aus 4. Investitionen in BGF-Maßnahmen korrelieren mit einer Abnahme der Fluktuation auf Seiten der Mitarbeiter.
Ihre eingangs sich selbst gestellte Frage konnten Thiel und Nieß letztendlich nicht eindeutig, sondern nur mit einem herzhaften „ja, aber“ beantworten. Ja, der Effekt von BGF-Maßnahmen ist messbar, aber es gibt zahlreiche Meßprobleme. Besser ist es den Effekt auf die „weichen Faktoren“ wie z.B. Zufriedenheit mit Beruf und Leben oder Spaß an der Arbeit oder Durchhaltebereitschaft in den Blick zu nehmen.
Entscheidend für den Praktiker war die letzte Folie der Präsentation, in der sie nützliche BGF-Maßnahmen skizzieren. Wie sollten diese aussehen?
Ergänzt wurde dieser Schwerpunkt durch eine gekonnte Darstellung der Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement bei der Hugo Boss AG durch Frau Schelling-Lembke. Hier konnte man nur sagen: aus kleinen Anfängen heraus entwickelt (es war einmal ein Rückenschulkurs) wurde bei der Hugo Boss AG das zarte Pflänzchen der Betrieblichen Gesundheitsförderung konsequent zu einer Selbstverständlichkeit im betrieblichen Alltag entwickelt. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass es keine Einbahnstraße zur Aktivierung der Mitarbeiter zu mehr Bewegung im beruflichen Alltag gibt. Aufgabe des Betriebes kann es nur sein, solche Rahmenbedingungen zu schaffen, dass der Mitarbeiter sozusagen an der Einladung zur Bewegung nicht mehr vorbeikommt und es zu einem Automatismus wird. Dies scheint insbesondere für diejenigen Mitarbeiter wichtig zu sein, die dem Sport bisher eher fern stehen.
Weitere Praxisbeispiele und Informationen zu BGF in Unternehmen finden Sie auf unserer Website zur betrieblichen Gesundheitsförderung.
Mit herzlichem Gruß, Ihr Stephan Teuber
Zum vorherigen Blogeintrag vom 19.03.2010:
Was hält mich gesund?
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