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Blogeintrag: Mittwoch, 09.06.2010
Die Stuttgarter Zeitung hat es für mich schön auf den Punkt gebracht: Führung heißt sich selbst immer wieder auf den Grund zu gehen.
Im Artikel wird gefordert, dass Persönlichkeiten in Führungspositionen eine gewisse innere Distanz zu sich selbst haben sollten und mit ein wenig Humor und Gelassenheit der eigenen Person gegenüberstehen sollten.
Ich finde es in den Einzelcoachings mit Managern immer wieder faszinierend, wie groß das Bedürfnis ist zu wissen: bin ich noch richtig mit meiner Meinung, meinen Empfindungen, meinen Ängsten und Hoffnung? Oder liege ich damit schon so weit außerhalb der Range, dass ich keine Chance auf Akzeptanz bei meinen Kollegen mehr habe? Wir haben es kaum gelernt, mit diesen Themen umzugehen und suchen im Coaching die Gelegenheit zur Selbstvergewisserung oder Neuausrichtung.
Wenn es um Vorbilder geht, die wir auch in den Betrieben dringend brauchen, dann geht es um die Ebene, die Vorbilder gemeinhin auszeichnet. Es ist die Ebene der Werte und Einstellungen aufgrund derer diese zu bestimmten Handlungen kommen. Es geht genau um diese einzigartige und von einem Vorbild individuell gefüllte Reflexion, was nun in einer bestimmten Situation aufgrund der Werte und Einstellungen, derer man sich selbst verpflichtet fühlt zu tun und eben nicht zu tun ist.
Der Druck, stromlinienförmig zu sein, nicht aufzufallen, nicht anzuecken oder im Wege zu stehen ist enorm. Und die Bereitschaft, den von der Geschäftsführung oder Vorstand gestellten Anforderungen nachzukommen auch. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Doch wenn dies den Preis bedeutet, auf jegliche kontroverse innere Regung mit Skepsis und Abwehr reagieren zu müssen, dann ist dies sicherlich der falsche Weg; und auf Dauer auch nicht lohnend.
Die aktuellen Forschungen zum Thema Intuition zeigen uns immer wieder, dass, sollte sich einmal das „Bauchgehirn“ melden, wir gut beraten sind, diesem zu folgend, um größeren Schaden zu vermeiden. Das Schwierige ist nur – wer hat schon ausreichend Zeit dem Unbewußten, seiner Intuition Raum zu geben, um Eindrücke heranreifen zu lassen? Diese verfügen ja häufig nicht über eine gerade laute Stimme sondern melden sich zögerlich und zweifelnd.
In diesem Sinne, Ihr Stephan TeuberZum vorherigen Blogeintrag vom 07.06.2010:
Vorbilder in der Führung passe?
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