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Blogeintrag: Mittwoch, 22.06.2011
„Die deutsche Wirtschaft verliert jährlich 225 Mrd. Euro durch kranke Arbeitnehmer, das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag der Felix Burda Stiftung. Wir haben uns ja mittlerweile an astronomische Zahlen gewöhnt. Aber bei diesem enormen Betrag, immerhin rund ein Zehntel des Bruttoinlandsproduktes, stockt mir der Atem. Die Autoren der Studie sind überzeugt, dass sich die Kosten mit betrieblich organisierter Vorsorge und Gesundheitsmanagement massiv senken ließen. Das stimmt. Wenn Mitarbeiter erkranken, ist der Betrieb der Patient. Schlechte und rücksichtslose Führung macht krank, Einsamkeit ebenso. Die wissenschaftliche Erkenntnis der modernen Medizin ist eindeutig: Solidarität macht gesund. Menschen, die sich selbst als kompetent und bedeutsam erfahren, gesellschaftliche Resonanz finden und bei sozialen Entscheidungen mitwirken können, sind weniger krank. Umgekehrt steigen Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit deutlich an, wenn das gesellschaftliche Miteinander unter Spannung steht und soziale Geborgenheit fehlt. Denn Ängste, Depressionen oder wahnhafte Psychosen nehmen in der Bevölkerung zu und gehören inzwischen zu den häufigsten und teuersten Leiden. Rückenschmerzen, hoher Blutdruck oder Diabetes sind auch Folgen sozialer Verwerfungen und hoher Belastungen im Job. Volkswirtschaftlich entsteht ein hoher Teil der Kosten sogar dadurch, dass Arbeitnehmer trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen. Wir müssen dringend umdenken, nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern vor allem auch aus ethischen“ so Dr. Ellis Huber (Vorstand der SECURVITA Krankenkasse).
Ich frage mich, was braucht es eigentlich noch, damit die Erkenntnis wirklich um sich greift, dass „Gesundheit“ im Betrieb nicht nur Privatsache sei, wie es erst letztens wieder im Rahmen einer Podiumsdiskussion vehement von einem CEO eines großen mittelständischen Unternehmens vertreten wurde? Es geht bei diesem Thema wirklich nicht mehr darum, daß sich einzelne Mitarbeiter den Besuch im Fitnessstudio vom Arbeitgeber sponsern lassen wollen
Hieraus ergeben sich aus meiner Sicht zwei Fragen:
1. Wie langen wollen sich die Verantwortlichen diesen betriebswirtschaflichen Verlust noch leisten?
2. Die demographische Entwicklung zeigt Wirkung. Junge Bewerber/-innen sind in spezialisierten Berufsfeldern bereits heute immer schwieriger zu finden. Wie lange können sich die Verantwortlichen es sich noch leisten, das Thema „Gesundheit“ als ein wesentliches Merkmal der Arbeitgeberattraktivität außen vor zu lassen?
Vielleicht sind die Schmerzen einfach noch nicht groß genug…
Zum vorherigen Blogeintrag vom 09.05.2011:
Gesunde Führung - Mitarbeiter zur Gesundheit anstecken
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