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Blogeintrag: Montag, 26.09.2011
so der Titel des Thema der Woche in der KARRIEREWELT vom 17./19. September 2011. Mich lässt diese Schlagzeile hoffen: das Thema Anerkennung erhält endlich die notwendige Aufmerksamkeit.
Die Alarmzeichen sind eindeutig. Jeder fünfte Mitarbeiter hat keine emotionale Bindung an sein Unternehmen, 45 Prozent der Mitarbeiter fühlen sich von ihrer Führungskraft vernachlässigt und werden z.B. zu selten in Entscheidungsprozesse eingebunden – so der Artikel. Die Tipps der im Beitrag erwähnten Managementberater sind vermutlich bekannt:
Mein Eindruck: wir sind immer noch sehr an der Oberfläche, auf der Ebene von Verhaltenshinweisen unterwegs. Mir fehlt in der Diskussion der Aspekt der inneren Einstellung der Führungskraft. Wenn ich meine Mitarbeiter oder nachgeordneten Führungskräfte nicht nur als Erfüllungsgehilfen oder Ressource Mensch sehe, sondern davon überzeugt bin, daß ich von Mensch zu Mensch mit ihnen Kontakt habe, dann finde ich in der Regel sozusagen von selbst die zu mir und meinem gegenüber passenden Verhaltensweisen. Und selbst wenn mir dabei einmal ein Lapsus passieren sollte oder ich mich ungeschickt anstelle – mein Gegenüber wird das sehr genau einschätzen können, solange ich offen und ehrlich dabei bin.
Was mich im Moment sehr beeindruckt, ist ein Vorstandsvorsitzender einer Versicherung. Thema dieser Versicherung ist die Führungskräften auf allen Ebenen stärker in die gemeinsame Führungsverantwortung zu bringen. Als Auftakt zu diesem Changeprozess sind jeweils eintägige Workshops für alle Führungskräfte vorgesehen, in denen die Kernaufgaben der jeweiligen Führungsebenen (die Teilnehmer je Seminargruppe entstammen aus allen verschiedenen Führungsebenen) gemeinsam durchgesprochen, reflektiert, diskutiert und auf die individuelle Führungsposition gespiegelt werden. Natürlich spielt dabei auch Wertschätzung und Anerkennung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Doch anstatt nur darüber zu sprechen, macht der Vorstandsvorsitzende beispielhaft vor, was Wertschätzung und Anerkennung bedeutet: er ist zu Beginn jedes Workshop ca. 90 Minuten dabei. Spricht über und erklärt seine Vorstellungen zum Thema Führung. Ruhig, gelassen, offen und mit konkreten Beispielen aus dem eigenen Haus hinterlegt. Die anwesenden Führungskräfte kommentieren, fragen nach, diskutieren. Und was passiert? Im Dialog ereigneten sich Wertschätzung und Anerkennung. Für jeden im Raum wird spürbar und erlebbar, was damit gemeint ist. Der Vorstandsvorsitzende spricht nicht nur über Offenheit und Mut, nein, er stellt sich auch selbst mit seiner Person dieser Situation. Danach braucht das Thema Wertschätzung und Anerkennung, wissen wir was damit gemeint ist und kennen wir Beispiele, wie dies erlebbar ist, nicht mehr diskutiert werden: Der erlebte Dialog spricht für sich – Chapeau!
Zum vorherigen Blogeintrag vom 22.09.2011:
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