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Blogeintrag: Montag, 23.01.2012
Laut einer Studie der DGFP sind „der Demografische Wandel und der Wertewandel (…) die Megatrends, die sich nach Einschätzung der befragten Personalmanager in den nächsten drei Jahren am stärksten auf das Personalmanagement auswirken werden. 82 Prozent der Befragungsteilnehmer erwarten, dass sich der demografische Wandel sehr stark oder stark auf das Personalmanagement in ihrem Unternehmen auswirken wird. 70 Prozent rechnen mit sehr starken oder starken Auswirkungen des Wertewandels.“ (DGFP e.V. - ISSN 1613-2785 PraxisPapier 7 / 2011, www.dgfp.de, S. 6)
Entsprechend werden auch die Handlungsfelder gewichtet: „Die Maßnahmen, mit denen die meisten Unternehmen auf den demografischen Wandel reagieren, sind Gesundheits-management, Employer Branding und die Förderung lebenslangen Lernens“ (S. 7). Auf den Wertewandel wird mit der Formulierung von Verhaltenskodizes (Codes of Conduct) reagiert.
Richtet man den Blick auf das Jahr 2012, so werden sich diese Erkenntnisse noch nicht voll auf die Personalarbeit auswirken. „Ganz oben auf der Agenda für das Personalmanagement stehen die Erhaltung und Förderung des Mitarbeiter-Engagements, die Bindung der strategisch wichtigen Mitarbeitergruppen an das Unternehmen, das Employer Branding und eine systematische Führungskräfteentwicklung - diese Aufgaben werden in mindestens 80 Prozent der untersuchten Unternehmen in den nächsten drei Jahren eine wichtige Rolle spielen.“ (S. 13-14)
In diesem offensichtlichen Kontrast zwischen Wissen über Trends (Demografie und Wertewandel) und Handlungsfelder in 2012 (Mitarbeiter-Engagement, Mitarbeiter-Bindung, Employer Branding und Führungskräfteentwicklung) steckt eine interessante Spannung – die Handlungsfelder passen ja nur zum Teil auf die Trends. Ich frage mich: Wann trauen wir uns von Seiten des Personalmanagements diese Lücke aktiv zu schließen? Es ist zwar beruhigend, dass Themen wie „Employer Branding, Work-Life-Balance, psychische Belastungen von Mitarbeitern, Gesundheitsmanagement, lebensereignisorien-tiertes Personalmanagement und Social Media (…) seit 2009 deutlich an Bedeutung gewonnen haben“ (S.24); doch sind diese Themen immer noch nicht bedeutend genug! Und das soll nicht nur ein Appell an die befragten 140 Studien-teilnehmer/-innen, die hauptsächlich Personalmanager mit Leitungsfunktion waren, sein sondern auch ein Appell an unsere Unternehmenskultur. Wenn wir über diese Lücke Bescheid wissen, dann gilt es sie zielgerichtet und aktiv zu schließen – auch wenn wir dazu vielleicht erst Kollegen aus dem Vertrieb, Controlling, Produktion… überzeugen müssen.
Zum vorherigen Blogeintrag vom 19.01.2012:
Angst als Motivation sich fit zu halten?
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