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Blogeintrag: Donnerstag, 01.03.2012
- lieber einen Strafzettel, eine Erkältung oder einen schmerzhaften Kater hinzunehmen, als ein schwieriges Gespräch dem Chef.
Eine Studie der Talent-Management-Beratung Development Dimensions International (DDI) legt den Finger wieder einmal in die Wunde: „Vielen Chefs fehlt es an Empathie im Umgang mit Mitarbeitern, ihnen fehlen wichtige Führungsqualitäten und sie erfüllen ihre Aufgaben nicht effektiv. "Das zeigt eine Studie der Talent-Management-Beratung Development Dimensions International (DDI), für die weltweit 1.279 Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung zu ihren Erfahrungen mit Vorgesetzten befragt wurden. So bezeichneten 34 Prozent der Studienteilnehmer ihre Chefs als nur manchmal oder niemals effektiv. 37 Prozent sagten, sie seien nur manchmal oder niemals motiviert, ihr Bestes für ihre momentane Führungskraft zu geben.
Im Rahmen der Studie „Lessons for Leaders from the People Who Matter“ (Text in Englisch) gaben die Befragten im Durchschnitt an, lieber einen Strafzettel, eine Erkältung oder einen schmerzhaften Kater hinzunehmen, als ein schwieriges Gespräch mit ihrem Chef zu führen. Zwei von drei Mitarbeitern berichteten von Situationen, in denen Vorgesetze ihr Selbstwertgefühl angegriffen hätten. Die Mehrzahl (53 Prozent) würde nach eigenen Angaben unter ihrem jetzigen Chef 20 bis 60 Prozent produktiver arbeiten, wäre dieser so gut wie der Beste ihrer Laufbahn. Ein Viertel bezifferte diesen Produktivitätszuwachs sogar auf 41 bis 60 Prozent. Umgerechnet bedeutet das: Wenn nur zwei bis drei Angestellte von besseren Führungskräften geleitet würden, ergäbe sich die zusätzliche Produktivität eines weiteren Mitarbeiters. (…)
Mitarbeiter selbst wollen keine Führung übernehmen
Obwohl 45 Prozent der Studienteilnehmer glauben, einen besseren Job als ihr momentaner Vorgesetzter machen zu können, würden nur etwas weniger als die Hälfte (46 Prozent) diese Aufgabe selbst übernehmen wollen. Vor allem zusätzlicher Stress, das hohe Maß an Verantwortung und der starke Erfolgsdruck halten die Befragten ab. Das wirkt sich auf den zukünftigen Pool an Führungskräftenachwuchs aus.
Von den Befragten, die angaben, momentan für die beste Führungskraft ihrer Karriere zu arbeiten, sind 98 Prozent zu ständigen Bestleistungen bereit. Unter denjenigen, die für den subjektiv schlechtesten Chef ihrer Laufbahn tätig sind, waren es dagegen nur 11 Prozent. 94 Prozent der Mitarbeiter der besten Chefs fühlten sich durch ihre Führungskraft unterstützt, produktiver zu arbeiten, im Gegensatz zu 5 Prozent der Mitarbeiter schlechter Vorgesetzter. (…)
Chefs schenken Bedürfnissen der Mitarbeiter kaum Aufmerksamkeit
Im Detail berichteten Mitarbeiter, dass ihre Vorgesetzten niemals oder selten auf Anliegen eingingen, die den Arbeitsplatz betreffen (35 Prozent) und dazu neigten, „Lieblingsmitarbeiter“ auszumachen (34 Prozent). 51 Prozent der Führungskräfte wollen nach Aussage ihrer Angestellten meistens oder immer alle Probleme lieber selbst lösen, anstatt ihren Mitarbeitern dabei zu helfen, Lösungen eigenständig zu entwickeln. Zudem geben viele Vorgesetze nur selten oder nie ausreichendes Leistungs-Feedback (45 Prozent). Etwa 55 Prozent der Befragten haben schon einmal überlegt, aufgrund ihres Chefs den Job zu wechseln. 39 Prozent haben diesen Schritt schon einmal gemacht.“
Über die Studie
Für die Studie „Lessons für Leaders from the People Who Matter“ wurden 1.279 Mitarbeiter aus den USA, Großbritannien, Australien, Kanada, China, Deutschland, Indien und Südostasien (Malaysia, Philippinen und Singapur) von Harris Interactive© im Auftrag von DDI befragt. Die 15-Minütige Erhebung wurde vom 31. August bis zum 20. September 2011 unter Angestellten in Vollzeit ohne eigene Führungs-verantwortung durchgeführt.“
Ich frage mich, wie oft muss dieses Thema noch befragt werden, bis es bei Führungskräften in der Breite angekommen ist? Oder sehen Mitarbeiter/-innen die Situation so ausschnitthaft und verzerrt?
Wer die Ergebnisse im Detail nachlesen will: www.ddiworld.com
Ideen und Erfahrungen, wie mit der Situation umgegangen werden kann: www.loquenz.de. Und dabei geht es nicht nur um klassisches Training – sondern es geht darum eine Kultur guten Führens zu entwickeln. Das bedeutet auch die entsprechende Grundhaltung bei der Führungskraft. Vielleicht dauert das manchmal etwas, aber das Mitarbeiter wertschätzende Mindset zu entwickeln ist eher mit einem Reifeprozess als mit einem Lernvorgang zu vergleichen; gut Ding will da manchmal auch Weile haben!
Zum vorherigen Blogeintrag vom 24.02.2012:
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