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So sieht in der Regel der Alltag von Führungskräften in der Produktion aus: Die Kennzahlen müssen stimmen und die gewerblichen Mitarbeiter funktionieren, sonst „gibt es Druck von oben“. Immer wieder entstehen heikle Führungssituationen: Minderleistung muss kommuniziert werden, ohne zu demotivieren; Produktionsspitzen und Phasen der Kurzarbeit müssen ausgeglichen werden und Konflikte mit Produktionsschnittstellen und internen wie externen Dienstleistern sind an der Tagesordnung. Die Vielzahl an Funktionsträgern in der Produktion (Meister, Schichtführer, Einrichter, Maschinenführer, Techniker) führt häufig zu unklaren Kommunikations- und Führungsstrukturen zwischen den Ebenen.
Unter diesen Rahmenbedingungen braucht es Führungskräfte – insbesondere Meister und Schichtführer – mit viel Standing, Belastbarkeit und gutem Gespür für Personalführung. Starke Führungspersonen sind unabdingbar und der Hebel mit der größten Wirkung für ein gesundes und produktives Arbeitsklima. Coaching-Projekt mit Schichtführern Reine Führungsschulungen sind häufig nicht das Allheilmittel für den Mann aus der Praxis: Diese werden als zu theoretisch empfunden und der Transfer in den Arbeitsalltag gelingt nur unzureichend. Mehr Erfolg verspricht eine Kombination von Real-Coaching mit Feedback, praxisnahen Workshops und Transferbegleitung.
Ablauf und MaßnahmenstrukturIm Folgenden beschreiben wir daher die Architektur und Umsetzungserfahrungen eines Coaching-Projektes mit Schichtführern eines mittelständischen Automobilzulieferers. Ziel war es, die Führungskräfte in der Produktion in ihrer Funktion zu stärken und in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, so dass
Im Kick-off wurden die Schichtführer über das Programm informiert und mit dem Loquenz-Coach bekannt gemacht. Fragen zum Ablauf und zum Rahmen wurden geklärt. Die Erwartungsabfrage fand sowohl mit Hilfe eines vorab verteilten Fragebogens als auch in Form eines Gruppeninterviews statt. Eine Selbsteinschätzung und Entwicklungsbedarfe der Einzelnen wurde in einem anschließenden Vier-Augen-Gespräch mit dem Coach besprochen.
In der Führungswerkstatt wurde ein grundlegendes Führungsmodell – „Situativ führen“ in der Praxis (Hersey & Blanchard) – sowie verschiedene Typen und Anlässe für Mitarbeitergespräche vermittelt und in Rollensimulationen eintrainiert. Insbesondere folgende Erkenntnisse waren für die Schichtführer wichtig:
Das Coaching wurde in der Echtsituation, d.h. Begleitung der Schichtführer im Arbeitsalltag mit anschließendem Feedback, durchgeführt. Jeder Schichtführer wurde 2-mal einen halben Tag begleitet. Für den Lernerfolg war es wichtig, das Real-Coaching im Vorfeld so vorzubereiten, dass tatsächlich viele Führungs- und Kommunikationssituationen stattfanden: Schichtwechsel, Dienstleisterbesprechungen, diverse Mitarbeitergespräche, Gruppenunterweisungen etc. In den Coachings standen u. a. folgende Themen im Vordergrund:
Um die Umsetzungsdynamik zu forcieren, wurden Evaluationsgespräche geführt (Coachee, Führungskraft und Coach). Ziel der Gespräche war das Treffen von Entwicklungsvereinbarungen und deren schriftliche Fixierung. Zudem fand ein Transfertag statt, an dem die Gruppe die Umsetzung der Entwicklungsziele reflektierte: Was funktioniert gut und wo sind die Stolpersteine? Herausfordernde Führungssituationen und Fallbeispiele standen beim Erfahrungsaustausch und in den praktischen Übungen im Vordergrund. Ergebnis der Transferunterstützung: mehr Motivation, mehr Umsetzungsintensität! Was sind die Vorteile von Coaching auf der Schichtleiter-Ebene? Coaching als personenorientierte Unterstützung bietet gerade in den Fertigungsbereichen große Vorteile:
Die Schichtführer selbst erleben die Live-Situation im Coaching als besonders hilfreich: Der Coach schaut über die Schulter und gibt eine zeitnahe Korrektur. Durch diese Echtsituation - anders als im Seminar bzw. Rollenspiel - werden blinde Flecken aufgedeckt und gleichzeitig findet eine Selbstbestätigung statt: Was mache ich schon richtig? Verhaltensänderung und persönliche Blockaden werden so wirkungsvoll bearbeitet.
Coaching in der Produktion wird bisher nicht durch die Betroffenen selbst angefordert, sondern in der Regel kommt die Initiative „von oben“. Daher sollten folgende Voraussetzungen geschaffen werden, damit Akzeptanz entsteht und Coaching einen hohen Nutzen erzielt:
einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Coach und Coachee das A und O. Diese Coachinginterventionen erfordern viel Fingerspitzengefühl vom Coach, damit auf keinerlei Weise eine Zurschaustellung vor Kollegen oder Mitarbeitern eintritt.
Die besondere Stärke des Real-Coachings ist das zeitnahe und unmittelbare Feedback aus der Echtsituation heraus. Der Transfer des Gelernten kann unmittelbar erfolgen. Coaching mit Schichtführern wie im obigen Beispiel beschrieben erfordert ein besonderes Maß an Sorgfalt in der Prozessbegleitung und sehr klare und verbindliche Umsetzungsschritte für den Lernprozess der Coachees. Wenn Real-Coaching gut eingeführt und begleitet wird, stellt es auch auf den unteren Führungsebenen eine sinnvolle und effektive Ergänzung zu anderen Personalentwicklungsmaßnahmen wie z. B. Schulungen dar.
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