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Claudia Heizmann

Empowerment an der Basis: Real-Coaching von Führungskräften in der Fertigung

von Claudia Heizmann | 22.01.2008

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Unter diesen Rahmenbedingungen braucht es Führungskräfte – insbesondere Meister und Schichtführer – mit viel Standing, Belastbarkeit und gutem Gespür für Personalführung. Starke Führungspersonen sind unabdingbar und der Hebel mit der größten Wirkung für ein gesundes und produktives Arbeitsklima. Coaching-Projekt mit Schichtführern Reine Führungsschulungen sind häufig nicht das Allheilmittel für den Mann aus der Praxis: Diese werden als zu theoretisch empfunden und der Transfer in den Arbeitsalltag gelingt nur unzureichend. Mehr Erfolg verspricht eine Kombination von Real-Coaching mit Feedback, praxisnahen Workshops und Transferbegleitung.

Ablauf und MaßnahmenstrukturAblauf und Maßnahmenstruktur

  • Der Transfer vom Seminar in den Arbeitsalltag fällt weg, da die Veränderungsarbeit im Real-Coaching engmaschig mit dem Tagesgeschäft verwoben ist. Das Erlernte kann sofort angewendet werden.
  • Feedbacks und Anregungen zu Verhaltensänderungen erfolgen passgenau und sehr praxisnah auf den jeweiligen Arbeitskontext bezogen und werden daher von den Führungskräften sehr gut akzeptiert.
  • Die Selbstreflexion und Selbstbeobachtung, die im Arbeitsalltag zu kurz kommt, wird gemeinsam mit dem Coach anhand von realen Führungssituationen eingeübt.
  • Durch die Intervalldurchführung mit Umsetzungsphasen zwischen den Terminen werden die Lernerfahrungen nachhaltig und erhöhen die Verbindlichkeit.
  • In dieser Individualmaßnahme spielt der Aspekt des „Ernst genommen Werdens“ als Führungskraft für die Schichtleiter eine nicht unwesentliche Rolle. Um eine Identität als Führungskraft und das entsprechende Mind-Set zu entwickeln, ist Coaching ein effektiver Weg.
  • Nicht zuletzt lässt sich Real-Coaching leicht in den Produktionsprozess integrieren, ohne lange Abwesenheitszeiten zu erzeugen.

Die Schichtführer selbst erleben die Live-Situation im Coaching als besonders hilfreich: Der Coach schaut über die Schulter und gibt eine zeitnahe Korrektur. Durch diese Echtsituation - anders als im Seminar bzw. Rollenspiel - werden blinde Flecken aufgedeckt und gleichzeitig findet eine Selbstbestätigung statt: Was mache ich schon richtig? Verhaltensänderung und persönliche Blockaden werden so wirkungsvoll bearbeitet.

Fünf Voraussetzungen für Real-Coaching an der Führungsbasis

Coaching in der Produktion wird bisher nicht durch die Betroffenen selbst angefordert, sondern in der Regel kommt die Initiative „von oben“. Daher sollten folgende Voraussetzungen geschaffen werden, damit Akzeptanz entsteht und Coaching einen hohen Nutzen erzielt:

  1. Der Rahmen für das Coaching muss von Beginn an klar kommuniziert werden. Es sollte deutlich werden, dass es um Unterstützung und nicht um Beurteilung oder Eignungsprüfung geht.
  2. Die verantwortliche Führungskraft muss in den gesamten Prozess stark eingebunden sein. Sie sollte Unterstützung signalisieren und im Sinne von „fördern und fordern“ auch ihre Erwartungen an die Coachees klar machen.
  3. Das Reporting sollte transparent gemacht werden: Sinnvollerweise sind die Coachees in die Reportings eingebunden, z.B. in Dreiergesprächen mit der nächsten Führungskraft oder in einem Evaluationstermin, an dem die Key-Learnings den anderen Bereichen und der Personalentwicklung präsentiert werden.
  4. Eine gute Vor- und Nachbereitung aller Schritte schafft Verbindlichkeit und Nachhaltigkeit. So werden für die Real-Coachings die Führungssituationen verbindlich geplant und abgestimmt. Nach jedem Termin fasst der Coach die Key- Learnings und Umsetzungsaufgaben zusammen und stellt sie dem Coachee per E-Mail zur Verfügung.
  5. Eine anfängliche Skepsis bei den Coachees, was sich hinter Coaching verbirgt und welche Rolle der Coach einnimmt – evtl. als „Spion“ der Leitung? – ist nicht unwahrscheinlich. Daher ist der Aufbau

einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Coach und Coachee das A und O. Diese Coachinginterventionen erfordern viel Fingerspitzengefühl vom Coach, damit auf keinerlei Weise eine Zurschaustellung vor Kollegen oder Mitarbeitern eintritt.

Resümee

Die besondere Stärke des Real-Coachings ist das zeitnahe und unmittelbare Feedback aus der Echtsituation heraus. Der Transfer des Gelernten kann unmittelbar erfolgen. Coaching mit Schichtführern wie im obigen Beispiel beschrieben erfordert ein besonderes Maß an Sorgfalt in der Prozessbegleitung und sehr klare und verbindliche Umsetzungsschritte für den Lernprozess der Coachees. Wenn Real-Coaching gut eingeführt und begleitet wird, stellt es auch auf den unteren Führungsebenen eine sinnvolle und effektive Ergänzung zu anderen Personalentwicklungsmaßnahmen wie z. B. Schulungen dar.

 


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