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Stephan Teuber

Fehlzeitenreduzierung ist Einstellungssache!
Führungskräfte jenseits purer Pflichterfüllung überzeugen

von Stephan Teuber und Daniela Himmelreich | 03.06.2007

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  • „Ich führe Gespräche, doch sie bringen nichts (also kann ich sie auch sein lassen)“
  • „Die Gespräche kosten mich zuviel Zeit…“
  • „Ich führe die Gespräche, weil die Personalabteilung das so will“
  • „Die Gespräche lösen bei vielen Mitarbeiter/-innen Ängste aus…“
  • „Um meinen Pappenheimern beizukommen, brauche ich andere Instrumente - keine Gespräche…“

Allen Äußerungen ist gemeinsam, dass es den Führungskräften am Glauben an die eigene Einflusswirkung fehlt, welche Faktoren auch immer im Unternehmen die Gesprächsführung stützen oder auch unterlaufen. Nichtsdestotrotz sind Führungskräfte DIE Schlüsselpersonen, die das Thema am Laufen halten und die durch ihre eigene positive oder negative Haltung zum Instrument „Gesunde Gespräche“ den Erfolg dessen bestimmen. Als externer Berater individuellen Suchprozess einleiten Eine Qualifizierungsmaßnahme, die der Revitalisierung oder Erfolgssteigerung „gesunder Gespräche“ dienen soll, muss daher vom externen Berater die Einstellung der Führungskräfte zu dem Instrument und zum Thema Führung allgemein thematisieren. Nur die Prozesse der Zusammenarbeit zu fokussieren und/oder Abläufe und Kommunikationsstandards zu optimieren ist notwendig aber für sich genommen noch nicht Erfolg versprechend. Es gilt also folgende Frage zu beantworten: Welche Haltungen/Einstellungen der Führungskraft stehen der erfolgreichen Gesprächsführung bisher im Wege? Eine persönliche Betroffenheit der Führungskräfte im positiven Sinne kann durch eine Management Potenzial Evalution (MPE) hergestellt werden. Management Potenzial Evaluation (MPE) Das internetbasierte, anonym ausgewertete Testverfahren erfasst sehr breit das Managementpotenzial einer Führungskraft. Bereiche wie Motivation, Durchsetzung, Systematik/Planung, Soziale Kompetenz, Belastbarkeit/Stabilität und einige mehr stehen in einem ausführlichen Profil gleichwertig nebeneinander und dokumentieren die Stärken und Entwicklungsbereiche der jeweiligen Führungskraft. Jede Führungskraft erhält ein eigenes Gutachten mit dezidierter Darstellung des Ergebnisses und Handlungsempfehlungen. Das Testverfahren ist immer verbunden mit einem ausführlichen Auswertungsgespräch. Am Führungsfaktor „soziale Kompetenz“ kann nun die Bedeutung des Managementpotenzials für den möglichen Erfolg oder Misserfolg gesunder Gespräche dargestellt werden. Die „Soziale Kompetenz“ wird bestimmt durch die Einzeldimensionen Einflusswirkung, Empathie, Abgrenzung/Unabhängigkeit und emotionale Steuerung.




Soziale Kompetenz Ergebnisbeispiel allgemein Ergebnisbeispiel im Kontext gesunder Gespräche
Einflusswirkung:
Bezieht sich auf die Fähigkeit, die eigene Position und Sachverhalte so darzustellen, dass sie von Zuhörern gut verstanden und angenommen werden. Das Zutrauen in die eigene Einflusswirkung erzielt bereits hohe Wirkung.
Eher wenig Zutrauen in die persönliche Einflusswirkung. Reduziert unterschwellig die Akzeptanz der eigenen Position bei anderen (Wert: -1) Gefahr, dass die Gespräche mechanisch geführt werden, ohne den Glauben an deren Erfolg/Nutzen. Mehr Zutrauen in die eigene mögliche Einflusswirkung würde den Erfolg der Gespräche erhöhen.
Abgrenzung/Unabhängigkeit:
Bezieht sich auf die Fähigkeit, die eigene Linie beizubehalten, auch wenn sie nicht den Erwartungen von Kooperationspartnern entspricht. Die Unabhängigkeit vom Urteil anderer erzeugt Prägnanz und Profil in Diskussionen und Auseinandersetzungen
Gefahr, Spielball von Erwartungen anderer zu sein. Hierdurch Unberechenbarkeit und überraschende Meinungsänderungen möglich (Schwankungen) (Wert: Blinder Fleck) Die gesunden Gespräche werden bspw. nur dann geführt, wenn der nächsthöhere Vorgesetzte Druck auf die Führungskraft ausübt und entsprechende Erwartungen formuliert » unglaubwürdige Gesprächführung. Die Mitarbeiter/-innen bemerken das und nehmen das Gesprächsanliegen nicht ernst („Er interessiert sich nur für meine Belange, wenn er selbst Druck bekommt.“)
Empathie:
Ist die Anteilnahme am anderen und der Wunsch, die Gefühlslagen und Motivationen von anderen genau zu erfassen, um sie in der Kommunikation berücksichtigen zu können.
Sehr hohes Interesse an anderen Menschen. Bereitschaft, deren Blickwinkel einzunehmen, sich intensiv in sie hineinzuversetzen und sie zu unterstützen. (Wert: +2) Gute Voraussetzung, um erfolgreich Gesunde Gespräche zu führen. Das Interesse an den Motivationen und Gefühlslagen des Gesprächspartners führt dazu, dass Fehlzeitenursachen erkannt und passende Maßnahmen eingeleitet werden.
Emotionale Steuerung:
Bedeutet die eigenen Emotionen in zwischenmenschlichen Kontexten wahrzunehmen, auszudrücken und auszusteuern, wo notwendig. Dies sichert authentische Kontakte in der Zusammenarbeit.
Gefahr, durch eigene emotionale Prozesse behindert zu sein und Konfliktsituationen durch die eigenen Emotionen zu verschärfen. Ungeduld. (Wert: -2) Gefahr zu schnell ein bestimmtes (eigenes) Gesprächsziel erreichen zu wollen. Gesprächspartner kommt nicht zu Wort. Bei Widerständen seitens des Mitarbeiters unkontrollierte Reaktion, z.B. Drohungen (Beispiel: „wir werden ihre Fehlzeiten nicht länger dulden, sie hören von der Personalabteilung.“)

Controlling Tool: CC-Transfer

Eine besonders hohe Verbindlichkeit bei der Umsetzung von Seminar-, Coaching- oder Trainingsinhalten in die Führungspraxis stellt ein internetbasiertes Trainingstool her. Die Teilnehmer/-innen erarbeiten mit Coach / Trainer im Rahmen der Veranstaltungen individuelle „Actions“ – konkrete Umsetzungshandlungen - die in dem Tool festgehalten werden. CC-Transfer hält in Verbindung mit Coaching/Telefoncoaching in der Folge die Umsetzungswahrscheinlichkeit hoch. Bei auftretenden Schwierigkeiten wird die Führungskraft rasch und unkompliziert unterstützt. Durch CC-Transfer und Coaching wird die Lust am Ausprobieren des Erlernten erhöht. Der kleine Zwang zum Umsetzen bringt Erfolgerlebnisse mit sich, die fast zwangsläufig erneute Aktionen im Sinne eines sich-selbst-verstärkenden-Prozesses nach sich ziehen.

Schlussbemerkung

Insgesamt leistet die Kombination der Methoden: Potenzialanalyse (MPE), Trainings und Seminare, Transferunterstützung (Coaching, CC Transfer) eine individuelle und transferorientierte Weiterbildung in Sachen „gesunde Gespräche“, deren Erfolg nicht zuletzt durch die Entwicklung der Fehlzeitendaten messbar ist. Wir sehen die Führungskräfte als Schlüsselakteure bei der Fehlzeitenreduzierung und Gesundheitsorientierung im Unternehmen. Daher lohnt die Arbeit an deren Einstellung und zahlt sich aus. Nichtsdestotrotz agieren sie nicht im luftleeren Raum, d.h. die Kooperation mit den weiteren wichtigen Akteuren im Unternehmen muss stimmen (Personalabteilung, Betriebrat und –arzt und einige mehr), damit auch bei schwierigen Fällen passende Lösungen und Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden können. Zudem muss die Unternehmensführung glaubwürdig an der Gesundheit der Mitarbeiter/-innen interessiert sein und diese durch gezielte Maßnahmen fördern. Ansonsten bleibt die überzeugendste Gesprächsführung ohne Wirkung!

 


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