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Bemerkungen wie „warum hat mir das denn keiner gesagt?“ oder „Mensch, das hätte mir von Anfang an klar sein müssen“ in Coachings oder Seminaren sind leider keine Seltenheit. Sie sind der beste Beweis dafür, dass Unternehmen die Einarbeitung neuer Mitarbeiter nicht dem Zufall überlassen sollten. Denn der erste Eindruck vom Unternehmen und dessen Kultur entscheidet über Motivation, Engagement und Grad der Eigeninitiative neuer Mitarbeiter.
Eine systematische Einarbeitung und die soziale Integration sind wichtige Bestandteile eines professionellen Onboardings. Dies kann nur durch ein systematisch aufgebautes Instrumentarium erfolgen. Um dieses Instrument zielgerichtet zu entwickeln ist es sinnvoll, sich die verschiedenen Phasen eines Onboardingsprozesses zu vergegenwärtigen. Psychologisch betrachtet beinhaltet dieser Prozess vier Phasen, die wiederum parallel zur Lernkurve des neuen Mitarbeiters verlaufen.
| Onboarding | Lernkurve | |||
|---|---|---|---|---|
| Erwartungen | Unwissen | |||
| Begeisterung | Erstes Verständnis | |||
| Ernüchterung/Realitätsschock | Wahrnehmen der Komplexität des Unwissens | |||
| Integration/Onboarding | Erarbeitung/Einarbeitung | |||
| Phasen des Onboardingprozesses Quelle: Merkwitz/Peitz 2007 | ||||
Das Ziel des Onboardingprozesses ist es, den Mitarbeiter in den einzelnen Phasen zu unterstützen. Erste positive Erfahrungen geben die emotionale Unterstützung, um auch erste Enttäuschungen zu verarbeiten.
Jedes Unternehmen ist anders! Wichtig ist vor Allem, dass neue Mitarbeiter die Alleinstellungsmerkmale verstehen: Warum entscheiden sich Kunden für die Produkte und Leistungen bei unserem Unternehmen? Was sind die spezifischen Merkmale unserer Produkte und des Unternehmens? Die Akzeptanz der Unternehmenskultur bedeutet eine positive Identifikation des neuen Mitarbeiters mit dem Unternehmen. Studien belegen, dass Firmen mit hoher Identifikation bis zu 15-mal höhere Renditen erzielen als der allgemeine Markt (Merkwitz/Peitz, 2007). Zusätzlich steigt durch eine gelungene Identifikation auch die Motivation der Mitarbeiter. Geringe Fluktuation und geringe Fehlzeiten sind die Folge.
Der neue Mitarbeiter muss wissen, was genau seine Aufgabe im Gesamtprozess darstellt. Wie ist er/sie eingebunden und wo sind die Abgrenzungen zu anderen Abteilungen und Aufgaben? Vor allem die Erwartungen der Vorgesetzten an den neuen Mitarbeiter bleiben dabei oft unausgesprochen. Daher sind regelmäßige Gespräche mit den neuen Mitarbeitern im Rahmen eines zielgerichteten Onboardings unerlässlich. Entscheidend für eine rasche und effiziente Einarbeitung ist die Vermittlung der Ziele, die das Unternehmen mit der Beschäftigung des Mitarbeiters verfolgt. Je höher die Ausbildung der Neuen, desto wichtiger wird dieser Punkt. Dabei gilt es deutlich zu machen, wie die Firma auf diese Wünsche und Bedürfnisse im Rahmen des Onboardingprozesses eingeht.
Um neue Mitarbeiter gezielt in das Unternehmen einzubinden, sollte eine sorgfältige Planung vorausgehen. Abbildung 2 auf der nächsten Seite gibt einen Überblick über die einzelnen Stufen eines Onboardingprozesses.
Verlauf eines OnboardingprozessesBereits vor Vertragsabschluss können erste Schritte eingeleitet werden: Eine professionelle Personalauswahl ist dabei genauso wichtig, wie der frühzeitige Kontakt zum Mitarbeiter und die Vorbereitung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsmittel (PC, Ausweise, Kunden- und Teaminfo etc.). Am ersten Arbeitstag ist die Zeit mit der Führungskraft genauso gefragt, wie die mit Kollegen und Mitarbeitern. Der Ablaufplan sollte dabei dem Mitarbeiter bereits vorab kommuniziert werden, um die ersten Wochen auch für die „Neuen“ transparent zu machen und Orientierung zu geben. Entscheidend sind in den ersten Wochen vor allem die Präsenz der Führungskraft und der Kollegen. Spätestens nach den ersten 2 Monaten folgt dann eine Einführungsveranstaltung. Diese hat zum Ziel, allgemeine Informationen zum Unternehmen zu vermitteln und die Unternehmenskultur erlebbar zu machen.
Mit einem strukturierten Onboarding lassen sich neue Mitarbeiter motivieren und bringen sich schneller in das Unternehmen ein. Das gezielte Gespräch mit und die individuelle Ausgestaltung des Programms für den Mitarbeiter ist dabei der Schlüssel zu einem gelungenen Onboarding. Hier werden Erwartungen geklärt und Unternehmensabläufe transparent gemacht. Je besser dieser Onboardingprozess bewusst gestaltet wird, desto effizienter und zufriedener wird der neue Mitarbeiter sein und so schneller zum Unternehmenserfolg beitragen.
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