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Claudia Heizmann

Frust bei Veränderungen: Trauerarbeit im Change Management

von Claudia Heizmann | 08.12.2003

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Wenn Kollegen entlassen oder versetzt werden, wenn die ganze Firma verkauft wird: Wenn der eigene Arbeitsplatz oder die Firma einen Schaden erleidet, dann leidet auch die Psyche. Trauerarbeit ist dann wichtig, ein Raum, in dem Abschied genommen werden kann und Zukunftsperspektiven entwickelt werden können. Führungskräfte, Berater und Coaches sollten dann zur Verfügung stehen, um Veränderungsprozesse zu strukturieren. Dazu braucht es Know-how für Change Management, um Mitarbeiter in Veränderungen zu begleiten und Akzeptanz herzustellen.

5. Emotionale Akzeptanz und Trauer

Oft wird die emotionale Akzeptanz erst dann erreicht, wenn die Veränderungen im vollen Gange sind und das Team vor vollendeten Tatsachen, z.B. einer Unternehmensübernahme oder neuen Tätigkeitsbereichen, steht. Die Einschätzung der eigenen Kompetenz sinkt auf den Nullpunkt, Gefühle wie Hilflosigkeit und Ärger sind groß.
Unterstützung:

  • um das Einlassen auf die negativen Gefühle zu unterstützen, ist es hilfreich, das Tempo zu verlangsamen und die Gefühle der Mitarbeiter zu verbalisieren.
  • Rituale finden, die das Vergangene würdigen
  • nicht in Aktionismus verfallen und viele Lösungsvorschläge machen, sondern einen Rahmen für‘s Schimpfen bereitstellen

6. Neugier und Enthusiasmus

Ist die Veränderung emotional akzeptiert, wird der Blick frei nach vorne, das Ausprobieren von neuen Fähigkeiten steht an. Wichtig ist in dieser Phase, die Lust am Experimentieren zu fördern und die Erlaubnis, Fehler machen zu dürfen („fehlerfreundliche Kultur“).
Unterstützung:

  • Trainings und Seminare zur Kompetenzerweiterung anbieten, weitere Informationsquellen zum Selbststudium vorstellen
  • das gegenseitige voneinander Lernen fördern (Hervorheben und Modellieren von erfolgreichen Verhaltensweisen)
  • Fehler als Feedback mit hohem Informationsgehalt definieren und Experimente explizit loben

7. Integration und Selbstvertrauen

Die wahrgenommene eigene Kompetenz ist nun höher als vor dem Veränderungsprozess. Die gelernten Strategien für Veränderungen können nun auch für weitere Veränderungsprozesse eingesetzt werden.
Unterstützung:

  • die Veränderungsstrategie bewusst machen: Was lief gut und kann auf weitere Veränderungsprozesse übertragen werden? Was könnte nächstes Mal verbessert werden?
  • würdigender Abschluss, eventuell mit einer Feier und der Überreichung einer Urkunde

Hilfreiche Einstellung des Coaches

Bestimmte Haltungen des Coaches oder Beraters erweisen sich in einem Veränderungsprozess als hilfreich, wie z.B. die Haltung, dass Veränderungen Zeit brauchen („Don´t push the river“). Insgesamt ist wichtig, eine positive Einstellung gegenüber Veränderung anzubieten („Wer wagt, gewinnt“). Zudem sollten Ziele in kleine Abschnitte unterteilt und damit erreichbarer gemacht werden. Neue Prozesse werden auf diese Weise schneller und konsequenter gelebt.

 


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