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Claudia Heizmann

Lässt sich die Wirkung von Coaching messen?
Und wenn ja, was bringen Messungen?

von Claudia Heizmann | 04.12.2008

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Vorteil hier ist, dass der Coachee die genauen Erwartungen an sich erfährt und der Coach ihn mit seinen Interventionen zielgerichtet unterstützen kann. Durch die Fremdbildeinschätzungen bekommt der Coachee als zusätzlichen Nutzen eine realistischere Selbsteinschätzung. In seltenen Fällen wird die Verbindlichkeit dadurch erhöht, dass Coachee und Führungskraft im Abschlussgespräch eine Entwicklungsvereinbarung unterzeichnen. In dieser Form ist sind die Verbindlichkeit des Coachings und auch die inhaltliche Ausrichtung klar.

Nachteilig auf den Coachingerfolg wirkt sich aus, wenn Coachingziele ausschließlich von außen vorgegeben werden. Wenn der Coachee das Coaching als „erzieherische“ Korrekturmaßnahme seines unerwünschten Verhaltens versteht, wird dies die Veränderungsmotivation schmälern. Es kann zudem kritisch werden, wenn Führungskräfte über ein Coaching versuchen, ihre Führungsverantwortung mit überhöhten Erfolgserwartungen an den Coach zu delegieren. Immer wieder kommt es hier auch vor, dass versucht wird, Coaching als Personalauswahl- Methode zu missbrauchen. In dem Sinne die Frage vom Personalleiter: „Sie haben den Kollegen nun sehr intensiv kennen gelernt, ist er denn aus Ihrer Sicht für den Posten geeignet?“

Bei keinem der uns bekannten Betriebe, die Coaching als Personalentwicklungsinstrument anbieten, findet eine rein quantitative oder einseitig kennzahlenbezogene Auswertung statt. So werden weiche Erfolgskriterien wie z. B. die Verbesserung der persönlichen Befindlichkeit in stressauslösenden Situationen kombiniert mit Messgrößen wie Abschlussquote, Durchlaufzeiten, Anzahl der Kundenkontakte oder Fehler- und Reklamationsquote. Auch die Ergebnisse eines 360°-Feedbacks, in dem Bewertungen von Mitarbeitern, Kollegen, Führungskräften und Kunden als Gesamtergebnis dargestellt werden, liefern eine aussagekräftige Messung von Veränderungserfolgen. Sinnvoll ist auf alle Fälle, die Evaluation von Coaching mit bestehenden Mitarbeiterführungssystemen zu kombinieren, z. B. dem jährlichen Zielvereinbarungsgespräch.

Messmethode muss zum Coachinganlass passen

Coaching im Unternehmen hat sehr viele unterschiedliche Facetten – vom Executive Coaching im Top-Management bis hin zum Real-Coaching beim Schichtleiter in der Fertigung – so dass es wenig Sinn macht, ein pauschales Messinstrument einzuführen. Je nachdem, in welchem Kontext Coaching angeboten wird und wer der Initiator des Coachings ist, sollte das passende Messinstrument ausgewählt werden. Möglichkeiten dazu gibt es!

Sicher ist, dass eine Erfolgskontrolle schon ganz zu Beginn des Coachingprozesses gut vorbereitet werden muss. Je klarer Erwartungen und Ziele zu Beginn des Coachings geklärt werden, desto wahrscheinlicher ist ein Änderungserfolg beim Coachee. Auf der anderen Seite können eine zu enge Zielsetzung und wenig Freiraum im Coachingprozess verhindern, dass für den Coachee wichtige Fragen geklärt werden – nicht immer ist der kürzeste Weg der beste! Heikle Knackpunkte und entscheidende Wendungen erreicht man manchmal erst über ein Umkreisen des Themas. Coaching stellt einen inneren Lösungssuchprozess dar, der nur bedingt von außen gepusht werden sollte.

Allein für die Legitimation und das interne Marketing von Coachingmaßnahmen ist es wichtig, dass der HR-Abteilung Evaluationen vorliegen. Wir empfehlen, zumindest die persönliche Einschätzung, in wie weit die festgelegten Veränderungsziele mit den entsprechenden Erfolgskriterien erreicht wurden, vom Coachee selbst abzufragen. Je nach Hierarchieebene sollte die nächste höhere Führungskraft im Sinne von „Fordern und Fördern“ in den Evaluationsprozess eingebunden sein. Bei quantitativen Messgrößen ist zu prüfen, ob der Aufwand der Datenerhebung in passender Relation zum Nutzen steht und ob die Daten, wie z. B. Abschlüsse oder Produktivitätszahlen, dann tatsächlich auf das Coaching zurückgeführt werden können.

Ob mit oder ohne Erfolgsmessung: Coaching bietet aus lernpsychologischer Sicht optimale Voraussetzungen, Wirkung zu erzeugen und damit ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis herzustellen:

  • Persönliche Lernziele und hohe Umsetzungsmotivation
  • Vertraulicher Rahmen, in dem sich der Coachee öffnen kann
  • Lernen anhand realer Erfahrungen
  • Interventionsmethoden, die für den Coachee maßgeschneidert sind
  • Wertschätzung und partnerschaftliche Zusammenarbeit
  • Volle Aufmerksamkeit auf den Coachee

Gerade weil Coaching erfolgreich ist, sollte die Chance genutzt werden, diese Erfolge der Unternehmensleitung und den Beschäftigten zu kommunizieren und dadurch die Akzeptanz sicherzustellen!

 



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