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Stephan Teuber

Die Lösung kommt vor dem Problem
Der lösungsorientierte Ansatz in der Unternehmensentwicklung

von Stephan Teuber | 24.03.2006

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2. Eine andere Perspektive

Der lösungsorientierte Ansatz geht davon aus, dass sich Menschen allein durch die innere Vorstellung ihrem Zielzustand annähern. Statt einer Konzentrierung auf den Problemzustand entwickelt sich sehr rasch ein produktiver Veränderungsprozess. Sinnvolle Lösungen für Organisationen und Arbeitsteams können so sehr schnell erreicht werden. Lösungsorientiertes Vorgehen macht ein Umdenken erforderlich - statt mehr desselben wird ein mehr des anderen, d.h. des Zielzustandes, gefordert. Statt mehr Probleme und Ursachenerkundung werden mehr Lösungen und Bilder für eine erfreuliche Zukunft entworfen. Ein Lösungsraum in der Zukunft wird konstruiert anstelle das Problem ursächlich zu analysieren. Menschen haben oft Schwierigkeiten mit Problemlösungen, weil sie eine Erklärung für unerlässlich halten, um ein Problem wirklich zu lösen. Dabei ist nichts so überzeugend wie ein erfolgreich und zeitnah umgesetzter Lösungsvorschlag.

3. Neue Deutungen ermöglichen

Problemstellungen lassen sich sehr unterschiedlich betrachten. Das schafft Beweglichkeit, Perspektivenvielfalt und andere Verhaltensmöglichkeiten. Als Berater sind wir Experten dafür, die Art von Fragen zu stellen, die momentane Situation in einem anderen Licht erscheinen lassen und andere Interpretationen erlauben. Mitarbeiter erkennen z.B. plötzlich wieder eigene Verantwortung und Handlungsspielräume, wo sie vorher nur Ohnmacht gegenüber ihren Führungskräften erlebten.

4. Das Erkennen von Unterschieden

Für das lösungsorientierte Vorgehen ist es wichtig, ein Messwerkzeug zu entwickeln, mit dem Berater und Kunde Fortschritte feststellen können. Haben Berater und Kunde Kriterien für den Erfolg entwickelt, spielt das ursprüngliche Problem (fast) keine Rolle mehr. Sie können dann einfach daran arbeiten, Wege zu finden, ihre Ziele zu erreichen. Im Beratungsprozess wird also nach Unterschieden gesucht, die einen Unterschied in Richtung der Lösung machen. Weiß man, was funktioniert, macht man weiter damit. Wenn z.B. in einem Teamworkshop deutlich wird, dass Mitarbeitern die verbale Rückmeldung und Bestätigung ihrer Führungskraft wichtig ist, um herausfordernde Aufgaben anzugehen, geht es darum, das wirksame Verhalten zu verstärken.


Exemplarischer Ablauf des lösungsfokussierten Vorgehens

Lösungsorientiertes Vorgehen
Lösungsorientiertes Vorgehen


Motto: Weiß man, was funktioniert, macht man weiter damit!


Leitfragen im lösungsorientierten Vorgehen

1. Fragen zum Ziel

  • Was möchten Sie erreichen?
  • Woran erkennen Sie, dass Sie Ihr Ziel erreicht habe?
  • Angenommen, wie durch eine ein Wunder wären die Probleme ihrer Organisation gelöst. Was wäre anders? Woran würden Sie das merken?

Ziele sollten so gesetzt werden, dass der Kunde als auch der Berater feststellen können, wann das Problem gelöst ist. Oft ist das Problem unklar und verworren. Die Wunderfrage verhilft zu einem klaren Bild, wie eine Lösung aussehen könnte.

2. Fragen nach Ausnahmen

Der Berater beginnt mit der Erarbeitung einer Lösung, indem er die Suche nach Ausnahmen initiiert. Die Frage nach Ausnahmen führt den Kunden in Situationen, in denen der Zielzustand ganz oder teilweise eingetreten war. Dadurch werden Ressourcen und das eigene Gefühl für Kompetenz aktiviert. Beispielhafte Fragen:

  • "Gab es schon mal einen Tag, an dem Sie das konnten?"
  • "Was haben Sie da anders gemacht?"
  • "Welche Ihrer Ressourcen können Sie dazu einsetzen, damit dies geschieht?"
  • "Welche Dinge, die Sie tun, sind gut, nützlich und wirksam?"
  • "Was ist der Unterschied zwischen dem, was geschieht, wenn eine Ausnahme vorkommt und dem, was geschieht, wenn das Problem eintritt?"
  • "Wie kann das erstere gefördert werden?"
  • "Wie sieht die Ausnahme Schritt für Schritt und im Detail aus?"

3. Fragen zur Selbsteinschätzung und Standortbestimmung

Skalierungen sind eine wichtige Methode, um zu erkennen, woran der Kunde eine Verbesserung feststellen kann. Beispielfragen:

  • "Woran werden Sie erkennen, dass Sie den nächsten Wert auf der Skala erreicht haben? Was wird dann anders sein?"
  • "Woran werden Sie erkennen, dass sich ihre Situation verbessert hat? Woran werden es andere Menschen/Ihre Kunden/Ihre Mitarbeiter feststellen?"

 


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