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Daniela Himmelreich

Nicht nur „Nice to have“ sondern wirklich erfolgreich – Betriebliches Gesundheitsmanagement

von Daniela Himmelreich und Sina Pustal unter Mitarbeit von Helga Hergath | 06.08.2008

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2) Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung fokussiert den Bereich Verhaltensprävention. Häufige Maßnahmen sind zum Beispiel die Kooperation mit lokalen (gesundheitsorientierten) Fitnessstudios, Rückenschulen oder auch die Implementierung eines firmeneigenen Gesundheitszentrums. Die §§ 20 des SGB V sowie 44 SGB IX bieten Unternehmen attraktive Anreize zur Gesundheitsförderung in diesem verhaltenspräventiven Bereich. Je nach Unternehmensgröße lohnt sich hier entweder die Implementierung eines firmeneigenen Gesundheitszentrums inklusive Rehabilitationssportabteilung mit von den Krankenkassen zugelassenen Geräten oder die Kooperation mit einer oder mehreren externen Sportstätten und die Abrechnung als geldwerten Vorteil zu steuerlich günstigen Konditionen. Für kleinere Unternehmen kann sich ein Zusammenschluss (z. B. innerhalb eines Gewerbegebietes) lohnen. Andernfalls kann eine Bezuschussung sportlicher Aktivitäten in umliegenden Fitnesscentern erfolgen, die optimalerweise so geregelt ist, dass ein Zeiterfassungssystem die Besuche registriert und z. B. nach 12 Besuchen/Quartal das Bruttogehalt durch einen geldwerten Vorteil aufgestockt wird.

3) Gesunde Führung

Alle Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung eines Unternehmens sind unglaubwürdig, wenn für den langen Arm des Betriebes – für die Führungskraft vor Ort – Gesundheit kein Thema ist! Interessieren sich die Vorgesetzten nicht für psychische oder physische Belastungsmomente bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, konterkariert dies auch das passendste Präventionskursprogramm. Führungskräfte müssen daher für das Thema sensibilisiert und zum anderen in puncto „Gesunde Gesprächsführung“ trainiert werden. In diesem Feld des BGM haben sich daher Trainings, Workshops und Coachings als geeignete Maßnahmen auch zur mittel- und langfristigen Thematisierung und Sensibilisierung bewährt. Die Führungskräfte spielen im Steuerungskreis/in der Projektgruppe eine wichtige Rolle. Dort befinden sie mit anderen Akteuren nicht zuletzt über Maßnahmen der internen Kommunikation, um „Gesundheit“ im ganzen Unternehmen zum Thema zu machen!

Gezielte Steuerung vs. Maßnahmenwust!

Betriebliches Gesundheitsmanagement muss – wie der Name schon sagt – gemanaged werden. Dafür bedarf es einer internen Steuerungsgruppe „Gesundheit“ – häufig auch Projektgruppe oder Arbeitskreis Gesundheit genannt. Dieser setzt sich aus folgenden Akteuren zusammen:

  • Führungskräfte
  • Mitarbeitervertretung und Schwerbehindertenvertretung
  • Mitarbeiter des Personalmanagements
  • Betriebsarzt
  • Weitere externe und interne Experten, die dauerhaft oder auch punktuell hinzugezogen werden, zum Beispiel Berater, Moderatoren, psychosoziale Beratungsstellen, Vertreter der Krankenkassen, Gleichstellungsbeauftragte.

In regelmäßigen Abständen tagt die Steuerungsgruppe, leitet Maßnahmen ein, steuert die Durchführung durch interne und externe Experten, erarbeitet Kriterien zur Erfolgsmessung der Einzelmaßnahmen, misst diese und berichtet der Unternehmensleitung.

7 Schritte zum Erfolg

Ein umfassendes, ganzheitliches BGM im Sinne von Qualitätsmanagement können Sie in 7 Schritten erreichen:

1. Schritt:

Gründung einer/der Projektgruppe Gesundheit mit Personen aus verschiedenen Funktionsbereichen und Hierarchieebenen

2. Schritt:

Analyse der Kennziffern (z.B. Fehlzeiten/Krankenstand/vorherrschende Krankheitsarten) oder generieren von Datenmaterial durch Arbeitssituationsanalysen, Mitarbeiterbefragungen sowie Bestandsaufnahme der bestehenden Aktivitäten/ Resonanz im Bereich BGM

3. Schritt:

Ableitung geeigneter Maßnahmen » Erhöhung der Passung von Krankheitsursachen / Problembereichen und Maßnahmen (präventiv und kurativ)

4. Schritt:

Information, Schulung und Empowerment der Führungskräfte

5. Schritt:

Gegebenenfalls Erweiterung des Angebotes auf allen drei Ebenen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

6. Schritt:

Change in einen „Gesunden Betrieb“ – ganz offiziell mit Commitment Act

7. Schritt:

Nachhaltigkeit und ständige Optimierung der Prozesse

Abschließend können folgende Grundsätze eines funktionierenden Gesundheitsmanagements deutlich herausgestellt werden:

  • Gesundheitsmanagement ist ein Prozess.
  • Bewusstseinsveränderung der Mitarbeiter und Führungskräfte geht nicht von heute auf morgen
  • Für die umfassende Platzierung des Themas sowie die dauerhafte Motivation sind „Vorantreiber“ und interne „Pusher“ und Glaubwürdigkeit wichtig
  • Alle Entscheider müssen die Prinzipien von Gesundheit im Betrieb leben und tragen und sie gegenüber den Mitarbeitern vermarkten.
  • BGM erzeugt Resonanz und rechnet sich dann, wenn die Maßnahmen an den betrieblichen Bedarf angepasst sind.

Fazit: Gesundheit und Krankheit müssen Thema werden, weil es sich ganz einfach lohnt! In einem Projekt der Initiative Gesundheit und Arbeit wurde die Wirksamkeit und der Nutzen betrieblicher Prävention nachgewiesen. Es konnte eine Senkung der Krankheitskosten um 26% erreicht werden. Von BGM können alle Organisationen profitieren – unabhängig von ihrer Branche und Größe! Unterschiedlich umfangreiche Konzepte müssen auf die Struktur und auf den Bedarf des Unternehmens angepasst werden. Dabei unterstützen wir Sie gerne mit unserer Projekt- und Branchenerfahrung!

 

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