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Nicht selten bewegen wir uns in Sachen „Führungskräfteentwicklung“ – konkret Trainings und Coachings zum Thema „Gesundheitsgerechter Mitarbeiterführung oder Fehlzeitengesprächsführung“ - in Konzernen und mittelständischen Unternehmen. Auf unseren Wegen von Termin zu Termin finden wir uns zuweilen plötzlich mitten in einem „Gesundheitstag“ wieder. Dann stellen wir uns in schöner Regelmäßigkeit die Frage: Wieso wissen wir eigentlich nichts von diesem „Gesundheitstag“? Es wäre ja schließlich sinnvoll, uns als Fürsprecher einer solchen Maßnahme einzusetzen, schließlich geht es um dasselbe Thema. Das heißt nicht anderes als: „Eigentlich“ stehen die beiden Interventionen in einem engen Zusammenhang. Beide tragen zur Sensibilisierung der Belegschaft in Sachen „Gesundheit“ bei. Und dennoch: wir wussten nichts von diesem Gesundheitstag und dies trotz zahlreicher Vorgespräche und der wiederholten Frage „Was macht Ihr Unternehmen bisher im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung?“
Ergo: Wir haben schlicht und ergreifend keine umfassende Antwort darauf erhalten und das hat Gründe!
Die meisten Unternehmen bieten mittlerweile zum Beispiel Rückenfitness, Ernährungsberatung, Raucherentwöhnungs- oder Nordic-Walking-Kurse an. Diese (häufig präventiven) Einzelmaßnahmen einerseits und Maßnahmen im Bereich Führungskräfteentwicklung (z.B. Führen von Rückkehrgesprächen, Gesundheitsorientierte Führung) andererseits werden jedoch von ganz unterschiedlichen Abteilungen und Akteuren gesteuert. Das heißt, der Personalentwickler als Projekteigner bei der Führungskräfteentwicklung weiß zuweilen nur wenig von den vielfältigen Aktivitäten der (Betriebs-) Krankenkassen oder auch des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im gleichen Unternehmen. Das heißt nichts anderes, als dass an vielen Stellen im Unternehmen sehr wohl die Notwendigkeit zum BGM erkannt ist. Doch die einzelnen Akteure agieren weitgehend unabhängig voneinander – es fehlt die gemeinsame Klammer und damit steigt auch die Gefahr, dass die Einzelmaßnahmen im Sand verlaufen….
Die Abbildung verdeutlicht
Ergo: das Thema muss ganzheitlich betrachtet, gesteuert und strategisch im Unternehmen verankert werden.
Akteure im Betrieblichen Gesundheitsmanagement„Betriebliches Gesundheitsmanagement ist die bewusste Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten. Betriebliches Gesundheitsmanagement bedeutet, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als strategischen Faktor in das Leitbild und in die Kultur sowie in die Strukturen und Prozesse der Organisation einzubeziehen. Es handelt sich also um eine Managementaufgabe“ (Wienemann, 2002).
Dimensionen eines umfassenden Betrieblichen GesundheitsmanagementsDieses strategische Ziel lässt sich auf operativer Ebene durch die drei großen Handlungsfelder des BGM umsetzen: Betriebliche Gesundheitsförderung, Arbeits- und Gesundheitsschutz und Gesunde Führung. Um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, sollten die Beteiligten dieser Bereiche optimalerweise in einer internen Steuerungsgruppe („Arbeitskreis Gesundheit“) zusammenarbeiten. Folgende Abbildung verdeutlicht dies:
Hier liegen die Wurzeln des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Vorrangig geht es hier um die stete Verbesserung von Arbeitsumfeld, -prozessen und -mitteln. In Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften und Rentenversicherungsträgern werden z. B. Arbeitsplatzanalysen durchgeführt und in der Folge beispielsweise körperliche Belastungswechsel empfohlen. Da er gesetzlich verankert und damit obligatorisch ist, wird der Arbeits- und Gesundheitsschutz meist intensiv behandelt und ist intakt.
Betriebliche Gesundheitsförderung fokussiert den Bereich Verhaltensprävention. Häufige Maßnahmen sind zum Beispiel die Kooperation mit lokalen (gesundheitsorientierten) Fitnessstudios, Rückenschulen oder auch die Implementierung eines firmeneigenen Gesundheitszentrums. Die §§ 20 des SGB V sowie 44 SGB IX bieten Unternehmen attraktive Anreize zur Gesundheitsförderung in diesem verhaltenspräventiven Bereich. Je nach Unternehmensgröße lohnt sich hier entweder die Implementierung eines firmeneigenen Gesundheitszentrums inklusive Rehabilitationssportabteilung mit von den Krankenkassen zugelassenen Geräten oder die Kooperation mit einer oder mehreren externen Sportstätten und die Abrechnung als geldwerten Vorteil zu steuerlich günstigen Konditionen. Für kleinere Unternehmen kann sich ein Zusammenschluss (z. B. innerhalb eines Gewerbegebietes) lohnen. Andernfalls kann eine Bezuschussung sportlicher Aktivitäten in umliegenden Fitnesscentern erfolgen, die optimalerweise so geregelt ist, dass ein Zeiterfassungssystem die Besuche registriert und z. B. nach 12 Besuchen/Quartal das Bruttogehalt durch einen geldwerten Vorteil aufgestockt wird.
Alle Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung eines Unternehmens sind unglaubwürdig, wenn für den langen Arm des Betriebes – für die Führungskraft vor Ort – Gesundheit kein Thema ist! Interessieren sich die Vorgesetzten nicht für psychische oder physische Belastungsmomente bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, konterkariert dies auch das passendste Präventionskursprogramm. Führungskräfte müssen daher für das Thema sensibilisiert und zum anderen in puncto „Gesunde Gesprächsführung“ trainiert werden. In diesem Feld des BGM haben sich daher Trainings, Workshops und Coachings als geeignete Maßnahmen auch zur mittel- und langfristigen Thematisierung und Sensibilisierung bewährt. Die Führungskräfte spielen im Steuerungskreis/in der Projektgruppe eine wichtige Rolle. Dort befinden sie mit anderen Akteuren nicht zuletzt über Maßnahmen der internen Kommunikation, um „Gesundheit“ im ganzen Unternehmen zum Thema zu machen!
Betriebliches Gesundheitsmanagement muss – wie der Name schon sagt – gemanaged werden. Dafür bedarf es einer internen Steuerungsgruppe „Gesundheit“ – häufig auch Projektgruppe oder Arbeitskreis Gesundheit genannt. Dieser setzt sich aus folgenden Akteuren zusammen:
In regelmäßigen Abständen tagt die Steuerungsgruppe, leitet Maßnahmen ein, steuert die Durchführung durch interne und externe Experten, erarbeitet Kriterien zur Erfolgsmessung der Einzelmaßnahmen, misst diese und berichtet der Unternehmensleitung.
Ein umfassendes, ganzheitliches BGM im Sinne von Qualitätsmanagement können Sie in 7 Schritten erreichen:
Gründung einer/der Projektgruppe Gesundheit mit Personen aus verschiedenen Funktionsbereichen und Hierarchieebenen
Analyse der Kennziffern (z.B. Fehlzeiten/Krankenstand/vorherrschende Krankheitsarten) oder generieren von Datenmaterial durch Arbeitssituationsanalysen, Mitarbeiterbefragungen sowie Bestandsaufnahme der bestehenden Aktivitäten/ Resonanz im Bereich BGM
Ableitung geeigneter Maßnahmen » Erhöhung der Passung von Krankheitsursachen / Problembereichen und Maßnahmen (präventiv und kurativ)
Information, Schulung und Empowerment der Führungskräfte
Gegebenenfalls Erweiterung des Angebotes auf allen drei Ebenen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
Change in einen „Gesunden Betrieb“ – ganz offiziell mit Commitment Act
Nachhaltigkeit und ständige Optimierung der Prozesse
Abschließend können folgende Grundsätze eines funktionierenden Gesundheitsmanagements deutlich herausgestellt werden:
Fazit: Gesundheit und Krankheit müssen Thema werden, weil es sich ganz einfach lohnt! In einem Projekt der Initiative Gesundheit und Arbeit wurde die Wirksamkeit und der Nutzen betrieblicher Prävention nachgewiesen. Es konnte eine Senkung der Krankheitskosten um 26% erreicht werden. Von BGM können alle Organisationen profitieren – unabhängig von ihrer Branche und Größe! Unterschiedlich umfangreiche Konzepte müssen auf die Struktur und auf den Bedarf des Unternehmens angepasst werden. Dabei unterstützen wir Sie gerne mit unserer Projekt- und Branchenerfahrung!
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