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Claudia Heizmann und Artur Schmidt

Lean Management im Büro – Schlanke Prozesse durch Wertstromdesign

von Artur Schmidt und Claudia Heizmann | 22.01.2008

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Lean Management im Büro – Schlanke Prozesse durch Wertstromdesign

Denn "wo immer es ein Produkt gibt, gibt es auch einen Wertstrom. Die Herausforderung liegt darin, ihn zu sehen" (Rother & Shook, 2000). Dabei sollen alle Prozesse so miteinander verknüpft werden, dass die Arbeit kontinuierlich durch das Unternehmen gezogen und dabei Verlust und Verschwendung minimiert wird.

Nutzen der BüroeffizienzAbb. 1: Die vier Stufen des Lean Managements im Büro

Bestände und Durchlaufzeiten um bis zu 50 % senken

Lean Managern im Produktionsbereich ist dieses Instrument nicht fremd, hat es in den vergangenen Jahren in Deutschlands Fertigungsstätten einen wahren Siegeszug hinter sich. Doch obwohl diese Methode in der Produktion überzeugte, ist sie im Büro unverständlicherweise weitgehend unbeachtet geblieben.

Am Gesamtbild arbeiten

Was steuert die Produktion? Es sind die administrativen Prozesse wie Auftragsabwicklung, Produktionsplanung und Beschaffung, und mit der Auslieferung des fertigen Erzeugnisses wird die Rechnung gestellt. Der Materialfluss in der Produktion ist also abhängig vom Informations- bzw. Dokumentenfluss in der Verwaltung. Um die Einsparmöglichkeiten von Lean Management-Maßnahmen auf dem Shop Floor komplett auszuschöpfen, müssen auch die unterstützenden Prozesse verschlankt und das Unternehmen als Einheit von Produktion und Administration betrachtet werden. Durch die Untersuchung der wertschöpfenden Prozesse im Zusammenhang können Durchlaufzeiten und Bestände um bis zu 50 Prozent gesenkt werden – mit den Folgen schnellerer Auftragsbearbeitung, Produktion, Auslieferung, Rechnungsstellung, Zahlungseingang, höherer Kundenzufriedenheit und geringerer Kapitalbindungskosten!

In fünf Schritten zum Erfolg

Schritt 1: Auswahl von Produkt und Team

Werstromdesign beginnt mit der Auswahl eines Produkts oder einer Dienstleistung. Am besten eignen sich Güter mit vielen Herstellungsschritten und Schnittstellen, da hier das Optimierungspotenzial am größten ist. Weitere Auswahlkriterien können sein:

  • Relevanz für den Geschäftserfolg
  • hohe Wiederholungshäufigkeit
  • großes erwartetes Einsparpotenzial

Dann wird ein Team zusammengestellt, um den Ist-Wertstrom zu erfassen und den Ziel-Wertstrom entwickeln und umzusetzen. Die Teammitglieder sollten aus den betroffenen Bereichen stammen, wegen ihres Expertenwissens. Um hemmende Phänomene wie Bereichsblindheit auszuschalten, sollten Mitarbeiter aus anderen Bereichen hinzugezogen werden - dies fördert das Querdenken. Nach einer Einführung in die Prinzipien des Wertstromdesigns und die Symbole zur grafischen Darstellung geht es los!

Handskizze Abb. 2: Handskizze des Ist-Wertstroms

Schritt 5: Umsetzung des Ziel-Wertstroms

Da der Ziel-Wertstrom den gesamten Fluss durch das Unternehmen berücksichtigt, empfiehlt es sich, die Umsetzung in kleinere Schritte aufzuteilen. Die Reihenfolge der Schritte und die dazugehörigen Verantwortlichkeiten werden in einem Projektplan festgehalten. Bei der Umsetzung gilt das Sofort-Prinzip. Es ist wichtig, schnell ins Tun zu kommen: Ein Ziel-Wertstrom liefert nur in der Umsetzung Einsparungen, nicht auf dem Papier, auf dem er gezeichnet ist! Schnelle Umsetzung garantiert außerdem schnelle Erfolge und steigert die Motivation, Wertstromdesign konsequent und unternehmensübergreifend einzuführen.

Der Wertstrommanager

Unternehmen sind meist nach Funktionen und Abteilungen gegliedert und nicht nach dem Fluss der wertschöpfenden Aktivitäten. Oft gibt es im Unternehmen niemanden, der den gesamten Wertstrom überblickt. Deshalb funktionieren einzelne Bereiche aus ihrer Sicht zwar rationell und effizient, nicht aber aus Sicht des ganzen Wertstroms. Für nachhaltige Erfolge ist es notwendig, von dieser isolierten Betrachtungsweise wegzukommen und einer Person die Hauptverantwortung für den Wertstrom und dessen Verbesserung zu übertragen. Dieser sogenannte Wertstrommanager sollte über den Fortschritt bei der Einführung des Zielwertstroms an die oberste Führungskraft berichten, damit er die erforderlichen Befugnisse erhält, Änderungen über Funktions- und Abteilungsgrenzen hinweg umzusetzen. Dies kann zunächst ein Übergangsmanager oder ein externer Berater sein, der sein Know-how auf ein Mitglied des Wertstromteams überträgt mit dem Ziel, dass dieser die Rolle für die weiteren Wertstromdesigns übernimmt.

ZielwertstromAbb. 3: Der Zielwertstrom

 


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