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Stephan Teuber

Interne Kommunikation – Wer kein Ziel hat, kommt nirgendwo an

von Stephan Teuber unter Mitarbeit von Ulrich Hölscher | 17.10.2008

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Interne Kommunikation – Wer kein Ziel hat, kommt nirgendwo an

Anfangseuphorie endet in Arbeitsfrust

Durch eine inkonsequente Unternehmenskommunikation kann die Produktivität von Unternehmen nachhaltig sinken. Meist entstehen diese Verluste durch Mängel in der Informationsübermittlung. Durch eine unzureichende sowie unklare Kommunikationspolitik in Deutschland gehen bis zu 40 % der Arbeitsleistung verloren (Fleischhauer 2006). Gründe sind fehlende Konzepte, und informelle, einseitige Kommunikationsprozesse, die unkontrolliert verlaufen und die Arbeitsmotivation und die Identifikation mit den Unternehmenszielen reduzieren.

Verarbeitungskurve nach LevinPsychologische Perspektive: Die Verarbeitungskurve nach Levin 1974, Kübler-Ross 2001, Schmidt-Tanger 1998

Gerade in Krisenzeiten besteht die Aufgabe der Vorgesetzten darin, die Mitarbeiter hinter sich zu bringen und mitzuziehen. Eins zu eins kann ein Change nur durch ein sinnvoll geplantes Kommunikationskonzept umgesetzt werden. Nur wenn das Commitment der Mitarbeiter stimmt, ist die Durchsetzung einer gelebten Strategie möglich. Dazu braucht es Kommunikation in allen, zwischen allen und über alle Hierarchien hinweg.

Einsatzbereiche interner Kommunikationsstrategien

Die Einsatzbereiche der internen Unternehmenskommunikation sind breit gefächert. Neben der Integration von Unternehmensphilosophien und Unternehmenskulturen sichert sie auch die erfolgreiche Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung von Change-Prozessen. Auch die Steuerung informeller Kommunikation und die Schaffung von Strukturen für ein Innovations- und Wissensmanagement ist Aufgabe der internen Kommunikation. Unternehmen profitieren von einer erhöhten Leistungsbereitschaft und Arbeitsmotivation ihrer Mitarbeiter. Die Implementierung eines Innovations- und Wissensmanagements ermöglicht zudem die Beschleunigung von Arbeitsprozessen und erhöht die Effizienz im Unternehmen.

 
Phasen Kommunikationsprinzipien Kommunikationsinstrumente
Verunsicherung Einwegkommunikation. Struktur für weiteren Einführungsprozess Verunsicherung geben, „Telling“ Informationskampagnen über Pocket-Führer, Mitarbeiterzeitungen, Intranet
Verarbeitung Rahmen für emotionale Einwände schaffen und aufgreifen, Feedbackelemente Direkte Kommunikation, in den internen Medien Emotionales aufgreifen
Erwartung, Hoffnung, Skepsis Im direkten Kontakt bleiben, Nutzenargumentation einsetzen, „Selling“ Direkte personalisierte Kommunikation, in den Medien argumentieren, Ergebnisse vermarkten
Akzeptanz, Commitment Perspektiven klären, klare Vereinbarungen treffen Externale Verstärkung durch Massenkommunikation
Kommunikationsprinzipien und -instrumente

Einsatzbereiche interner Kommunikation im Change ProzessEinsatzbereiche von interner Kommunikation

Konversation als Kernprozess

In der Führungsklausur mit ca. 40 Abteilungsleitern und Referatsleitern wurde mit Großgruppenmethoden (z. B. World Café) ein intensiver Austauschprozess zu den kommenden Herausforderungen und Chancen in Gang gesetzt. Die Führungskräfte setzten sich intensiv mit ihrer Rolle als Führungskraft auseinander. Zu der Fragestellung: „Was kann ich tun, um gemeinsam mit meinem Team den Change zu meistern“ kamen beispielsweise folgende Überlegungen:

  • Positive Changes aus der Vergangenheit fokussieren und daraus Kraft schöpfen
  • Offener Dialog über Schwierigkeiten (sind erkannt, adressiert und werden bearbeitet)
  • Mitarbeiter der zweiten Reihe abholen und einbinden
  • Authentisch bleiben
  • Erkenntnis vermitteln, dass Wechsel notwendig ist
  • Change erlebbar machen

Die Motivation und das Commitment auf der Führungsebene wurden dadurch intensiviert. Herr Hölscher zog auch hier zum Kommunikationsverhalten jedes Einzelnen Bilanz: „Diesbezüglich haben Sie uns allen die Augen geöffnet, so dass wir dies in der täglichen Praxis viel häufiger tun als früher.“

Ein weiteres wichtiges Thema der Führungsklausurtagung war die Planung der Auftaktveranstaltung, zu der alle Mitarbeiter der Abteilung auf die neuen Ziele eingestimmt werden sollten. Hier wurde den Führungskräften besonders deutlich, dass das Gelingen der Veranstaltung sehr von jedem einzelnen abhängt, d. h. von ihrer positiven Einstellung gegenüber dem Change und wie glaubwürdig sie es schaffen, für die neue Kultur zu begeistern.

Projektablaufplan im Change ManagementProjektablaufplan

Rückblickend fasst Herr Hölscher stellvertretend für alle Mitarbeiter die Veranstaltung in Worte:

„Die weit über die Grenzen des Fachbereichs hinaus gehende Resonanz und das Feedback sagen alles: Eine überragende Veranstaltung! Ich bin sicher, dass viele Elemente dieses Tages uns nicht nur in lebhafter Erinnerung bleiben werden, sondern ganz besonders unser tägliches Leben beeinflusst haben. Der Veränderungsprozess ist noch nicht vollendet, weitere Schritte stehen an. Wir sind sicher, dass Sie uns durch Ihre Ideen, Ihre Erfahrung und Ihre Leidenschaft die notwendigen und wichtigen Impulse geben können, diese Herausforderungen zu meistern.“

Wir von Loquenz freuen uns, dass wir bei diesem Veränderungsprozess unseren Beitrag leisten durften.

 


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