Dezentrale Führung – Das kollegial geführte Unternehmen

Dezentrale Führung – Das kollegial geführte Unternehmen

Agile Organisation als Lockvogel? Nein – Es geht wirklich um Kollegialität!

Was dezentrale Führung bedeutet

Es geht dem Autorentandem, Bernd Oestereich und Claudia Schröder, um dezentrale Führung. D.h. Führungsarbeit an möglichst vielen Stellen im Unternehmen und deshalb, daraus abgeleitet, die Frage: „Was kann ich tun, um Selbstorganisation zu stärken?“ Bei der flüchtigen Lektüre des Titels könnte man zwei Missverständnissen unterliegen:

  1. Kollegial geführt mit basisdemokratisch gleichzusetzen
  2. Agile Organisation als Allheilmittel zu sehen

Beiden möglichen Missverständnissen wirkt das Buch der erfahrenen Branchenkollegen entgegen.

Um in das Thema Führung einzuführen, nehmen sich die Autoren ausreichend Raum, das Dilemma bisheriger Führungsansätze aufzuzeigen und auf das Prinzip der kollegialen Führung hinzuführen. Wobei sie die Hoffnung, es gäbe die kollegiale Führung früh enttäuschen und Gemeinsamkeiten kollegial geführter Organisationen skizzieren. In diesen Prinzipien konkretisiert sich die Haltung der kollegialen Führung.

Nachdem die grundlegenden Ideen der kollegialen Führung dargestellt sind, geht es um den Einstieg in die Praxis:

  • Wie kann ich den Übergang zur kollegialen Führung gestalten?
  • Welche Organisationsmodelle bieten sich an (Makrostruktur)?
  • Wie gestalten wir die Mikrostruktur?
  • Welche Formen der Prozessgestaltung unterstützen die Selbstorganisation?

Ein kurzes Kapitel über die unterstützenden Reflexionsformen („Denken“) schließt das Werk vor dem Anhang ab.

Mir hat der umfangreiche Band durch seine zahlreichen Details gefallen. Seien es kleine Visualisierungen oder inspirierende Fotos (z.B. S. 9 zur Frage von Führung und Manipulation) oder das Bild zu beweglichen Projektzielen auf S. 53; seien es klare Handlungsempfehlungen wie Entscheidungszuständigkeiten und Delegationsmodi auf S. 290. Sicherlich kann man viel Dargestelltes in zahlreichen anderen Büchern oder Quellen im Netz finden. Sehr sympathisch ist mir die Form, wie die Autoren das Material aufgearbeitet haben, wie sie den roten Faden hindurch bilden und mit Beispielen nicht geizen.

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