Digitalisieren mit Hirn

Digitalisieren mit Hirn

Wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter für den Wandel gewinnen von Sebastian Purps-Pardigol und Henrik Kehren

Eigentlich eine Grundlagenlektüre für Change-Management

Der Untertitel „Wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter für den Wandel gewinnen“ stellt das eigentliche Ziel des Buches dar. Der Bezug zum Thema Digitalisierung ist eher der aktuellen Entwicklung in den Betrieben geschuldet.

Sebastian Purps-Pardigol beeindruckt mit seiner Überzeugungskraft sowie umfangreichen Hintergrundwissen. Dies erlebte ich vor einigen Jahren im Rahmen einer Change-Beratung bei einem Kunden. Als Gastredner hatte er damals die Führungskräfte rasch in seinen Bann gezogen. Und nach „Führen mit Hirn“ war ich schon auf seinen nächsten Wurf gespannt. Henrik Kehren – erfahrener Change-Berater – konnte sein Erfahrungswissen offensichtlich in diesem Werk gut einbringen. Das Fazit zu Beginn: der Kauf lohnt sich!

Erfrischender Stil und dennoch wissenschaftlich fundiert

Der Stil des Buches zeichnet sich durch sehr gute Hintergrundinformationen sowie Belege wissenschaftlicher Studien aus.
Diese sind, anhand von Fallbeispielen beziehungsweise Interviews, eindrucksvoll illustriert. Sehr gut gefallen hat mir auch die Gliederung in Leitthemen wie Verstehbarkeit, Fokus, Das rechte Maß, Würdigung… Ich hatte beim Aufschlagen des Inhaltes schon befürchtet, dass die Autoren das x-te Modell für gelingenden Wandel oder Change-Management vorstellen. Dieser Versuchung sind sie nicht erlegen.

Grundlagen für einen Wandel

Bereits im ersten Kapitel „Verstehbarkeit – Menschen brauchen ein Warum und Wofür“ wird es unter der Zwischenüberschrift „Das Wissen um andere Menschen verändert unser Handeln“ richtig spannend. Es geht am Beispiel Hände waschen um die Frage, was eher zur Verhaltensänderung bei mangelndem Hygieneverhalten motiviert: die Sorge um die eigene Gesundheit oder die Sorge um die Gesundheit anderer? Die erstaunliche Antwort aufgrund empirischer Studien: „Wenn Menschen verstehen, dass ihr Handeln das Wohlergehen anderer positiv beeinflusst, sind sie bereit, das eigene Verhalten zu ändern“ (S. 29). Das zweite Beispiel einer Studie mit Köchen, der Qualität des von ihnen zubereiteten Essens und der Wirkung von Sichtkontakt mit den Gästen ergänzt die These: zu wissen für wen ich etwas erarbeite steigert die Qualität des Outputs und die Zufriedenheit der Mitarbeiter/-innen.

Die Frage, die sich jetzt stellt ist: Wie setze ich diese Idee in meinem Betrieb um? Die Autoren nehmen Bezug auf die Firma Viessmann. An diesem Beispiel hat mich die Erkenntnis angeregt, dass Fehler ein hilfreicher Teil der Iteration sind, um den Lernprozess am Laufen zu halten!

Fazit:

Alle sieben Kapitel sind ähnlich aufgebaut, sodass bei meiner Lektüre parallel eine Liste für Ansatzpunkte, Unterstützungsmöglichkeiten und Ideen entstanden ist, wie ich die Freude für den Wandel in meiner eigenen Führungs- und Beratungstätigkeit weiter fördern kann. Dafür einen herzlichen Dank an die Autoren und allen Lesern/-innen viel Spaß und ähnlich lohnende Erkenntnisse.

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