Das Konzept Eigeninitiative von Jette Wiegel und Michael Frese

Das Konzept Eigeninitiative von Jette Wiegel und Michael Frese

Guter Überblick – könnte konzentrierter sein

In ihrem Buch zum Konzept der Eigeninitiative haben der Forscher und die Beraterin sich als Ziel gesetzt,

  1. die Forschungsergebnisse und Zusammenhänge zum Thema Eigeninitiative einem breiten Publikum zugänglich zu machen und
  2. Vorschläge zu liefern, wie man ein gutes Eigeninitiativmanagement in Betrieben umsetzen kann.

Im ersten Punkt hat mich das Werk begeistert, im zweiten Punkte hätte ich mir noch mehr gewünscht – aber das ist vielleicht auch ein Fass ohne Boden… Die von den Autoren unterhaltene Website („website under construction – content coming soon“) wird da sicherlich mein Erkenntnisinteresse in der Zukunft befriedigen.

10 Fakten über Eigeninitiative

Für den schnellen Leser empfehlen sich die 10 Fakten über Eigeninitiative auf sechs Seiten. Der Rest des Buches führt diese Grundideen weiter aus. Von den Autoren gut gemeint sind die Abschlüsse der Kapitel mit Interviews, die das Dargestellte illustrieren sollen. Hier hätte mir der Hinweis auf weiteres Material z.B. im www genügt. Kapitel 1 stellt die Gesamtsituation dar und zeigt auf, dass Agilität und Innovationsstärke die zwei entscheidenden Erfolgsfaktoren sind, mit denen Unternehmen auf die aktuelle Gesamtsituation am erfolgreichsten reagieren können. Im Kapitel 2 geht es zusagen an den entscheidenden Punkt, die Mitarbeiter/-innen. Was ist Eigeninitiative und welche Faktoren beeinflussen proaktives Verhalten bei der Arbeit?

Deutlich arbeiten die Autoren heraus, dass man nur die Voraussetzung für Eigeninitiative schaffen kann, nicht aber die Eigeninitiative direkt fördern kann. Eigeninitiative scheint wie ein Pflänzchen zu sein, das man als Gärtner hegt und pflegt, wässert und düngt – doch wachsen kann es nur alleine! Für Führungskräfte heißt das z.B., den transformationalen Führungsstil in den Vordergrund zu stellen – was natürlich die Anforderungen an Führungskräfte erhöht. Beruhigend ist dabei die Aussage, dass Führung keine Begabung, sondern durchaus erlernbar ist.

Im Kapitel 3 geht es um die Rolle von Eigeninitiative bei Veränderungsprozessen und der Implementierung von Innovationen. Eine gute Anregung für Berater und Führungskräfte bei der Gestaltung von Changeprozessen. Das Kapitel 4 ergänzt mit seiner profunden Darstellung der Spirale der Selbstwirksamkeitsüberzeugung diese Gestaltungshinweise mit dem notwendigen motivationspsychologischen Hintergrundwissen.

Gesellschaftliche Relevanz wird betont

Ungewöhnlich in einem solchen Buch ist das Kapitel 5 über die gesellschaftliche Relevanz von Eigeninitiative. Normalerweise beschränken sich Autoren auf den unternehmerischen Kontext. Den ordnungspolitischen und gesellschaftlichen Rahmen mit aufzugreifen, dazu gehört wirklich Leidenschaft für´s Thema und Mut dazu – sehr gelungen! Im Kapitel 6 folgen zwei Spotlights aus der Innenperspektive verantwortlicher Unternehmer/Manager. Ein Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen im 21. Jahrhundert (Kapitel 7) und Motivationspsychologie (Kapitel 8) schließen das Werk rund ab.

Mir hat das Werk zahlreiche Anstöße zum Weiterdenken geboten. Danke!

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