Mein Boss, die Memme

Mein Boss, die Memme

Was läuft schief in deutschen Chefetagen? von Patrick D. Cowden

Patrick D. Cowden kennt das Phänomen, das er als „Memmen“ beschreibt, aus seiner eigenen Erfahrung im mittleren Management bei international ausgerichteten Konzern. Das Buch ist eine akribische und sarkastische Beschreibung des Ist-Zustandes, wie er sicherlich in einem Teil der Betriebe Alltag ist. Man spürt dem Werk die persönliche Erfahrung und Betroffenheit mit jeder Zeile an.

5 Stufen von Patrick D.Cowden für Mumm

Was ich schade finde: Die beste Beschreibung hilft nichts, wenn nicht deutlich wird, was ich daraus lernen kann. Dieser zweite Aspekt kommt mir in diesem Buch zu kurz. Wobei er auf den letzten 50 Seiten noch dazu kommt. Fünf Tipps, wie ich mit meinem Boss, wenn dieser eine Memme ist, am besten umgehen kann. Um dann zu der Frage zu kommen: Wie kann ich aufrecht Karriere machen? Seine Antwort: mit Mumm. Indem ich mein Team in ein Kraftzentrum gegen das Memmentum verwandle. Dazu empfiehlt er fünf Stufen:

  1. Glauben – an sich, das Team und den gemeinsamen Sinn
  2. Werte teilen
  3. Fachliche Exzellenz und emotionale Intelligenz kombinieren
  4. Alles miteinander verbinden
  5. Durch Herausforderungen beschleunigen

Cowden schließt mit einem flammenden Plädoyer: „Ich kenne sie gut, unsere Bosse, die Memmen. Noch besser aber kenne ich meine Mitarbeiter. An sie glaube ich. Deshalb können wir es mit jeder Memme aufnehmen. Und das tun wir auch. Genau jetzt, in diesem Moment“ (S. 298).

Mein Fazit zum Buch

Das Plädoyer spricht mich an, doch die Absolutheit in seinen Verallgemeinerungen?
Meine Erfahrung in unserem deutschen Arbeitsleben, das von kleinen und mittelständischen Firmen geprägt ist, ist eine andere.
Sehr häufig sind Führungskräfte aktiv, die ihre Aufgabe mit viel Herzblut, Sachverstand und gutem Bauchgefühl angehen, ihre Fehler machen, entsprechende Hinweise von Kollegen und Mitarbeitern bekommen und daraus lernen. Vielleicht hat Cowden zu sehr die Konzerne im Blick, wo seine Erfahrung zutreffen mag. Doch das sollte jeder Leser für sich entscheiden.

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