Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung von Hartmut Rosa

Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung von Hartmut Rosa

Resonanz ist ein Begriff, der mich schon lange bewegt umfangreich ergründet

„Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Lösung“. Diese Kernthese von Hartmut Rosa ließ mich sofort weiterlesen. Ein Freund (Professor für Religionspädagogik) empfahl mir den Autor in einer nächtlichen Kneipendiskussion wärmstens. Wir hatten über die Ähnlichkeiten von Religionspädagogik und Unternehmensberatung philosophiert. Das Ergebnis: Beide haben die Absicht, gemeinsam mit dem jeweiligen Gegenüber, Handlungsoptionen zu erarbeiten. Und das ist nur möglich, wenn ich mit meinem Gegenüber in Resonanz bin.

Die Qualität der Weltbeziehung ist ausschlaggebend

Der Autor führt in seiner Einleitung weiter aus: „Meine These ist, dass es im Leben auf die Qualität der Weltbeziehung ankommt, das heißt auf die Art und Weise, in der wir als Subjekte Welt erfahren und in der wir zur Welt Stellung nehmen; auf die Qualität der Weltaneignung“ (S. 19). Das würde ich als Kernbotschaft für meine Tätigkeit als Unternehmensberater sofort unterschreiben. Es kommt darauf an, wie die Mitarbeiter & Führungskräfte (m/w) sich als aktive Gestalter ihrer Arbeitssituation erleben bzw. diese Aufgabe aneignen. Rosa spricht von der Ausbildung von Selbstwirksamkeitserwartungen und intrinsischen Interessen, die mit sozialer Anerkennung korrelieren. Eine klare Rollenerwartung an z.B. zukünftige Führungskräfte.

Theorie & Weltbeziehung

Gemäß seiner Zielsetzung, eine Soziologie der Weltbeziehung zu skizzieren, schreitet Rosa im ersten Teil die verschiedensten Facetten möglicher Weltbeziehungen ab, um auf Resonanz und Entfremdung als Basiskategorien einer Weltbeziehungstheorie zu fokussieren. Diese umfassen die Punkte:

  • Die körperliche Dimension
  • Weltaneignung & Welterfahrung
  • Emotionale, evaluative sowie kognitive Weltbeziehungen

Im zweiten Teil entfaltet er die Resonanzsphären und Resonanzachsen, um im dritten Teil auf das Phänomen der Angst vor dem Verstummen der Welt einzugehen.
Der vierte Teil
ist der Skizze einer kritischen Theorie der Weltbeziehung gewidmet.


Kritische Würdigung des Buches Resonanz

Ohne Soziologe zu sein, und ohne mit der Grundhaltung eine umfassenden Erfassung oder Würdigung des Bemühens von Rosa zu leisten, habe ich das Buch mit der Wahrnehmung gelesen, bei welchen Themen es Resonanz bei mir erzeugt. Hierzu möchte ich ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige Themen nennen, die mir auch beruflich immer wieder begegnen:

  • Welche Rolle hat die Veränderung meines Atmens bei der Art, wie ich in der Welt bin?
  • Ist mein Körper Gegenstand oder Gestalter der Welt?
  • Wie verhalte ich mich zu dem Phänomen der Angst als Resonanzkiller?
  • Ist Resonanz Echo oder Antwort?
  • Ist Resonanz Emotion oder Beziehungszustand?

Als Tübinger hat mich natürlich die Erinnerung an Ernst Bloch „Heimat sei das erst noch zu Schaffende, das, was ´allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war´“ gefreut, aus der Rosa schlussfolgert: „Finde deine Heimat! Als Imperativ der Moderne meint dies vielleicht und sogar zuerst und vor allem: Finde Menschen, mit denen du in ein Resonanzverhältnis treten kannst“.

Für die Wirtschaftswelt formuliert könnte ich mir als Führungsaufgabe folgendes vorstellen:

  1. Finde Mitarbeiter/-innen und Kollegen/-innen, mit denen du in Bezug auf das Unternehmensziel in ein Resonanzverhältnis treten kannst
  2. Begreife als deine Aufgabe, Optionen zu unterstützen, die es Mitarbeitenden ermöglichen in Bezug auf die Unternehmensziele in eine Resonanzverhältnis zu treten

Das wäre ein interessanter Ansatz für ein Design einer Führungskräfteentwicklung!

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