Agilität und Qualitätsmanagement – geht das zusammen?

Agilität und Qualitätsmanagement – geht das zusammen?

Auf den ersten Blick denke ich bei Agilität an fließende Systeme, bei Qualitätsmanagement an dicke Handbücher und Work-Flow-Beschreibungen. Und das wollen die beiden Autoren auf 125 Pocketbuchseiten zusammenbringen? Für mich Anreiz genug, mir das Buch zu kaufen.

In sieben Schritten zum agilen Qualitätsmanagement

Nachdem die Autoren in der Einführung ihr Verständnis von Agilität und Qualitätsmanagement kurz skizziert haben, beschreiben sie, welche Themengebiete für das Qualitätsmanagement in der Zukunft besonders wichtig sein werden:

1. Kunden- sowie Geschäftsfokus sind wichtiger als interne Richtlinien.

2. Verantwortung und Engagement für Qualität sind wichtiger als das Abarbeiten von Checklisten.

3. Vernetzt arbeiten ist wichtiger als ständige Feuerlöschaktionen.

4. Frühes Testen sowie schnelles Lernen sind wichtiger als lange Produkteinführungen.

5. Transparenz mit Echtzeitdaten ist wichtiger als detaillierte Qualitätsberichte.

6. Qualitätskompetenz bei allen aufbauen ist wichtiger als das Trainieren von Qualitätsexperten.

7. Schlanke Managementsysteme sind wichtiger als umfangreiche Handbücher.

In jedem dieser sieben Kapitel beschreiben die Autoren:

  • worum es bei dem Thema genau geht,
  • was es bringt, das Thema anzugehen und
  • wie man dabei konkret vorgehen kann.

Fazit:

Der Konkretisierungsgrad hat mir u.a. auch beim Stichwort „konkretes Vorgehen“ sehr gut gefallen. Alleine unter dem Stichwort schlankes Managementsystem liefern Sommerhoff und Wolter hier 14 ganz konkrete Ansatzpunkte, aus denen sich jeweils ein kleines Verbesserungsprojekt heraus gestalten lassen könnte. Außerdem liefern sie in ‚kleinen Kästen‘ noch Impulse zur Reflexion der persönlichen Situation im Betrieb.

In der zweiten Hälfte des kleinen Bändchens vermitteln die Autoren wesentliches Wissen zu agilen Frameworks. Anschließend gehen sie v.a. auf die agilen Methoden und Werkzeuge ein. Diese sind ein erster Einblick. Wer vertieftes Wissen zu den einzelnen Methoden erwerben möchte, wird mit den wenigen aber treffenden Literaturhinweisen in die richtige Richtung gelenkt. Anwendungsfälle (Use-Cases) und Überlegungen zum Auditieren im agilen Umfeld runden auch die zweite Hälfte ab.

Als Anhang spendieren die Autoren zuletzt ihr Manifest für Agiles Qualitätsmanagement. Dadurch greifen sie auf eine Stilfigur aus der agilen Welt (vgl. das Manifest für Agile Softwareentwicklung) zurück. Ob sie damit eine ähnliche Resonanz erzeugen, bleibt abzuwarten. Dazu hätte Kaiser Franz wohl gesagt: „Schau´ mer ´mal…

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