In der Kürze liegt die Würze

In der Kürze liegt die Würze

Stefan Kühl, der Autor dieses Taschenbuches, ist bekannt für seine systemtheoretische Perspektive auf das Feld von Betrieben und Organisationen definiert Strategien als „das Suchen nach geeigneten Mitteln zur Realisierung eines vorher definierten Zwecks“. Strategie ist also das, „was quasi im Schatten der offiziellen Suche nach Mitteln zur Erreichung eines festgelegten Zwecks abläuft“ (S. 9-10).

Drei grundlegend verschiedene Strukturtypen in Organisationen

In Anschluss an Herbert Simon, macht der Autor auf den drei verschiedenen Strukturtypen von Organisationen (Entscheidungsprogrammen, Kommunikationswege und Personal) aufbauend deutlich, dass Strategien „als Mittelsuchprozesse für ein vorher definiertes Zweckprogramm also letztlich nur eine mögliche Form der Strukturierung von Organisationen“ (S. 21) sind. In der Folge geht es ihm um:

  • die Auflösung des künstlichen Gegensatzes von Strategie und Struktur,
  • die Lösung des Verhältnisses von Zweck und Mitteln,
  • die Klärung des Problems zwischen Plan und Realität sowie
  • die Verortung von Strategieprozessen in der gesamten Organisation.

Im zweiten Kapitel stellt er die Verlockungen sowie die Grenzen eines zweckrationalen Ansatzes dar. Um im dritten Kapitel das Verständnis von Strategieentwicklung jenseits eines maschinenartigen Verständnisses von Organisationen zu beschreiben.

Ziel für die Entwicklung von Strategien ist die Steigerung der Anpassungsfähigkeit in Organisationen.

Kühl schließt die gut 70 Seiten der Strategieentwicklung mit einem bedenkenswerten Resümee: „Die vielfältigen Abweichungen von der Ausrichtung auf einen einzigen Zweck erscheinen (…) nicht mehr – wie im klassischen zweckrationalen Organisationsmodell – als Pathologie, sondern vielmehr als Ausdruck der Anpassungsfähigkeit von Organisationen. Der bewusste oder unbewusste Wechsel von Zwecken, die Weiterexistenz der Organisation bei Erreichen oder Verfehlen des Zweckes, die Verdrehung von Zwecken und Mitteln oder die Nutzung von Zwecken zur nachträglichen Rechtfertigung von Entscheidungen sind dann gerade Ausdruck der – um das große Wort zu verwenden – ´Intelligenz´ von Organisationen“ (S. 74).

Wer ebenso Lust auf Anregungen zur weiteren selbstständigen Reflexion dieser Grundidee hat, ohne vom Autor konkrete Hinweise auf die Umsetzung zu erwarten, dem sei dieser Band empfohlen. Ich habe die Lektüre sehr genossen!

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