Über die Schönheit der Seele

Über die Schönheit der Seele

Betrachtungen über die Seele – ein seltenes Thema

Mir wurde Francois Cheng (Autor – „Über die Schönheit der Seele“) als Sommerlektüre von einem Schweizer Kollegen empfohlen. Die Empfehlung hat sich gelohnt! Sieben Briefe an eine wiedergefundene Freundin, so der Untertitel. Sieben Briefe, die mit viel Muße das Thema „Seele“ umkreisen. Für mich in diesem langen und heißen Sommer die passende Lektüre, um jede Woche einen Brief zu lesen.

Im ersten Brief geht es um die Schönheit der Seele

Cheng zitiert ein Gedicht: „Du, wie akzeptierst du die Schönheit, die in dir lebt?“. Im zweiten Brief steht animus und anima im Zentrum – Körper und Seele. Für mich des Nachspürens wert in einem Trend der Fitnessorientierung, die den Körper zu alleine „seligmachenden“ Instanz zu erheben droht. Den dritten Brief prägt das aufeinander bezogen sein von Seele und Geist. „Der Geist räsoniert, die Seele resoniert (hallt wieder).“ Cheng verweist hier auch auf Hildegard von Bingen: „Der Körper ist die Werkstatt der Seele, in der der Geist seine Übungen abhält“.

Im vierten Brief streift der Autor ihr Verhältnis zur Weltseele, um im fünften Brief vertieft auf das Thema Schönheit am Beispiel der darstellenden Künste und Komponisten einzugehen. Der sechste Brief thematisiert die Erfahrung und Weltsicht von Simone Weil. In ihrem mystischen Weg wird deutlich, dass in dem Bestreben der menschlichen Seele, sich Gott anzunähern, Freude und Leid gleichermaßen präsent sind. Es ist entscheidend beides anzunehmen um dem Wunsch im Moment des Todes näher zu kommen, „nichts zu werden“. Der siebte Brief nimmt das Ende unseres Lebens und das einzige was bleibt in den Blick: „Am Ende bleibt die Seele“.

Das Wesen ist einzigartig

„Sie zeigt, dass sie mehr ist als das Kennzeichen der Einzigartigkeit jedes Wesens. Unsichtbar und unauflösbar sorgt sie letztendlich für die grundlegende Einheit des betreffenden Menschen. In der Tat kann jeder von uns, indem er sich auf das Atmen und das Streben unserer Seele stützt, eine offene Sicht des Weges genießen, wobei unser individuelles Schicksal dort einen Ausgang findet. Darin liegt in Wirklichkeit die Bedingung für unserer wahre Freiheit“ (S. 154).

Es bleibt die Einladung des Autors, sich selbst immer wieder auf diese Entdeckungsreise zu machen.

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