05.12.2017

Einfach mal Nichts tun?

„Entspanntes Wahrnehmen“, „rezeptive Grundhaltung“ und „1-Minuten Unterbrechung“

Nichts tun kann helfen!

Im Austausch mit einer jungen Kollegin heute ging es um die Frage: Was kann ich tun, um mehr Anschluss an meine Intuition zu finden?
Meine Antwort war recht schlicht: zuerst einfach nichts tun! Oder genauer gesagt:

  1. das innere Mindset von „Produzieren Müssen“ auf
  2. „Entspanntes Wahrnehmen“ bzw.
  3. „rezeptive Grundhaltung“ umstellen.

Letzte Woche bei den Eichstätter Gesprächen, die wir im BKU gemeinsam mit der katholischen Hochschule Ingolstadt-Eichstätt veranstalten, haben uns unter dem Stichwort „Achtsamkeit als Prinzip der Führungskultur“ Dr. Friedhelm Boschert und Hendryk Obenaus sehr eindrücklich berichtet, wie achtsame Wahrnehmung des Ist-Zustandes sowie der Gegenwart die Grundlage für gutes und intelligentes Handeln bilden kann. Eine kleine Technik dazu: die 1-Minuten-Unterbrechung!

1-Minuten Unterbrechung

Sie funktioniert relativ einfach:

–     bewusstes Aufrichten

–     den eigenen Körper und sich selbst wahrnehmen

–     die Umgebung (Dinge, Personen…) wahrnehmen

–     das Gesamte wahrnehmen

–     und dabei immer auch parallel bei sich selbst bleiben

Spannend waren, neben der 1-Minuten-Unterbrechung, die Reflexionen zu den beiden Impulsgebern in den anschließenden Kleingruppenrunden. Hier stellte sich u.a. die Frage heraus, wie ich an das gemeinsame Gesamte oder das Beseelte im Raum, für einige Teilnehmer/-innen der Zugang zum Geist Gottes, finden kann. Die Erfahrungen dazu: sich körperlich, mental und seelisch auf diese Wahrnehmung, die unsere enge Alltagswahrnehmung überschreitet, einlassen zu wollen und abwarten, was passiert. Nicht in einem rein passiven, abwartenden Modus, sondern eher in einer aktivierten rezeptiven Grundhaltung.

1-Minuten Unterbrechung als produktive Disruption im Alltag

Zurück zu meiner Kollegin; interessant war unser Suchprozess:

–     „Wie kann ich mich zum einen an diese produktive Unterbrechungen immer wieder selbst erinnern?“ Hier bietet die Alarmfunktion des Smartphones gute Hilfe.

–    „Mit Hilfe welcher Fokussierung gelange ich am besten in diese aktive rezeptive Grundhaltung?“ Hier fängt das Experimentierfeld an.

Wir haben uns entschieden, die Unterbrechungen in den Arbeitssituationen, in denen wir direkt zusammen arbeiten, immer wieder auszuprobieren und unsere Erfahrungen die nächsten Wochen damit zu sammeln. Ich bin jetzt schon gespannt!


Kommentare

  • Phillip

    Wir nannten dieses entspannte Wahrnehmen früher „Zigarettenpause“. War aber alles etwas einfacher damals: Kein Smartphone mußte uns daran erinnern, gemeinsam vor die Tür zu gehen und Sachen auszuprobieren. Aber Sie erwähnen ja die Katholiken in Ihrem Umfeld – Pech gehabt.

  • Stephan Teuber

    Bei den Eichstätter Gesprächen war weniger die Frage, was die passende Form ist. Da gibt es neben der „Zigarettenpause“ sicherlich noch viele bewährte Beispiele. Entscheidender war vielmehr die Frage der inneren Einstellung/meines Mind-Sets: ist eine Unterbrechung gewünscht, da sie die beschriebenen positiven Effekte unterstützt, oder muss ich es z.B. unter dem Deckmantel der Zigarettenpause machen.

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