Generationenübergang Loquenz

Gelingender Generationenübergang – von der Zukunft her denken und sich in 50-Prozent-Schritten dem Heute annähern

#Generationenübergang

Wir sind es klassischerweise gewohnt, Ziele für die Zukunft – am besten entsprechend den SMART-Kriterien – zu formulieren. Werden diese SMART-Kriterien zusätzlich um Motto-Ziele ergänzt, die die persönliche Haltung in den Vordergrund stellen, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die anvisierten Ziele auch Realität werden (www.loquenz.de/motto-ziele-versus-smart-ziele).
So hat es sich auch beim Thema Generationenübergang im Familienunternehmen bewährt, klare Ziele und konkrete Schritte zur Zielerreichung zu vereinbaren.

Die Schritte zur Zielerreichung von der Zukunft her definieren

Die anstrengende Fleißarbeit entsteht in der Regel bei der konkreten Ausarbeitung der einzelnen, aufeinander aufbauenden Schritte hin zum gemeinsamen Ziel: dem erfolgreichen Generationenübergang.

Ausgehend vom Zielzustand – dem gelungenen Generationenübergang – wird gemeinsam definiert, was zum Beispiel innerhalb des ersten, zweiten, dritten und vierten Quartals im ersten Jahr, im zweiten Jahr und gegebenenfalls im dritten Jahr des Generationenübergangs erreicht werden sollte.

Im Projektmanagement stellt dies eine bewährte Arbeitsweise dar. Beim Thema Unternehmensnachfolge hingegen fühlen sich die Beteiligten verständlicherweise rasch überfordert. Warum? Weil sie – anders als bei gewohnten Aufgaben, die sich mit klassischem Projektmanagement angehen lassen – keine Vorerfahrung mit dem Ziel „Generationenübergang“ haben. In der Regel haben sie auch kaum eine Chance, solche Vorerfahrungen zu sammeln, weil der Generationenübergang naturgemäß meist nur einmal im persönlichen Arbeitsleben stattfindet.

Eine schöne Möglichkeit, diese Schritte mit Blick auf das gemeinsame Ziel – die Unternehmensnachfolge – trotzdem formulieren zu können, stellt die Konkretisierung von der Zukunft her dar.

Backcasting – von der Zukunft her in 50-Prozent-Schritten rückwärts bis zum Heute planen

Das Prinzip des Backcastings ist einfach: Im ersten Schritt wird das erwünschte Zielbild formuliert – gerne mithilfe der SMART-Kriterien. Im zweiten Schritt geht man von der Zukunft auf der Zeitschiene 50 Prozent rückwärts in Richtung Heute und formuliert den Stand, den man bis dahin erreicht haben möchte.

Im dritten Schritt geht man nochmals 50 Prozent auf der Zeitschiene rückwärts in Richtung Heute und wiederholt die Konkretisierung. Im vierten Schritt erfolgt erneut eine Halbierung des Zeitraums – so lange, bis man bei der nächsten Arbeitswoche oder den nächsten 72 Stunden, von heute aus betrachtet, angelangt ist.

Das Ergebnis ist ein Projektplan, der in den ersten Schritten relativ präzise ist. Für die weiter in der Zukunft liegenden Schritte erspart dieses Vorgehen einen Präzisionsgrad, der ansonsten einen hohen Aufwand voraussetzen würde.

Zusätzlich ermöglicht diese Methode, weiter in der Zukunft liegende Prozessschritte erst dann zu präzisieren, wenn ausreichend Informationen über diesen Zeitraum vorliegen. Gerade während des gemeinsamen Lernprozesses, ohne den eine gute Generationennachfolge im Familienbetrieb kaum möglich ist, ist das ein großer Vorteil.

Den Zielzustand bei allen Beteiligten im Blick behalten

Den entscheidenden Reiz des Backcastings stellt die klare Referenz auf den Zielzustand dar. Während in den Mühen des klassischen Projektmanagements das erhoffte Ziel manchmal in den Hintergrund zu rücken scheint, hält Backcasting den Bezug zum gemeinsamen Zielzustand permanent aufrecht.

Das ist ein Referenzpunkt, der beim Thema Generationenübergang nicht unterschätzt werden sollte.

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