Dauerbrenner für Führungskräfte: Vertrauen

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“

In Beratung und Einzelcoaching begegnet mir bei Führungskräften immer wieder die Grundüberzeugung: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“.

Was ich mit dieser eher misstrauischen Grundeinstellung erreiche, liegt auf der Hand. Der Fokus meiner Mitarbeitenden richtet sich dann auf meine Kontrolle – und nicht auf die Qualität der Ergebnisse. Damit erreiche ich genau das Gegenteil von dem, was ich als Vorgesetzte*r will: dass meine Mitarbeitenden die Ergebnisqualität im Blick haben.

Und wenn es ungünstig läuft, entsteht in meinem Verantwortungsbereich eine Stimmung nach dem Motto: „Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.“

Ein Blick in die klassische Managementliteratur – etwa zu Reinhard K. Sprenger – zeigt das Gegenteil: Ein überschaubarer Vertrauensvorschuss, kombiniert mit angemessener Ergebniskontrolle, kann einen „Vertrauenssog“ auslösen (https://www.loquenz.de/vertrauen-ist-gut-kontrolle-besser). Sein Tipp: so kontrollieren, dass sich das Vertrauen in die Mitarbeitenden möglichst bestätigt.

Doch Vertrauen hat weitere Facetten – denen ich im Folgenden nachgehe.

Als Führungskraft um das Vertrauen der Mitarbeitenden werben

Man kann Vertrauen auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Wenn ich als Führungskraft das Vertrauen meiner Mitarbeitenden als Geschenk verstehe, wird klar: Ich kann dieses Geschenk nicht einfordern.

Im Gegenteil: Als Führungskraft bin ich eher in der Position, um dieses Geschenk zu werben. Das heißt: Ich kann Mitarbeitende einladen, mir Vertrauen zu schenken – und im Alltag gezielt Situationen und gemeinsame Erfahrungen stärken, die dieses Vertrauen auf beiden Seiten bestätigen (www.loquenz.de/mitarbeiterfuehrung-vertrauen-der-mitarbeiter).

Psychologische Sicherheit als Rahmen, in dem Vertrauen wachsen kann

Der Rahmen, in dem Vertrauen zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften wachsen kann, ist der kommunikative Alltag am Arbeitsplatz. Dazu finden sich zahlreiche konkrete Handlungsimpulse für Führungskräfte (www.loquenz.de/vertrauen-zentrales-fuehrungs-und-managementthema).

Radical Candor: authentisch führen

Einen hilfreichen Ansatz beschreibt Kim Scott in ihrem Buch „Radical Candor – Authentisch führen: Wie Sie als Führungskraft durch Offenheit und Transparenz überzeugen“.

Sie beschreibt eine Kombination aus persönlicher Fürsorge und direkter Herausforderung. Diese Kombination nutze ich auch in meinem Führungsalltag – besonders dann, wenn Verhaltensänderungen anstehen und dafür persönliches Engagement nötig ist (www.loquenz.de/radical-candor-als-fuehrungskraft-ueberzeugen).

10 Führungs-Sätze für mehr Sicherheit

Bei Dr. Anne-Kathrin Mattysek bin ich auf 10 Führungs-Sätze gestoßen, die sich als Checkliste für meine tägliche oder wöchentliche Reflexion eignen.

Vielen Dank, Anne, für diese Zusammenstellung (vgl. „10 Führungs-Sätze für mehr Sicherheit“, Gesundheitspost-Ausgabe 062, abrufbar unter: www.do-care.de/wp-content/uploads/2025/12/zu_62_10-fuehrungs-saetze-fuer-mehr-sicherheit.pdf).

Systemtheoretische Perspektive auf Vertrauen

Allen, die Vertrauen systemtheoretisch genauer verstehen möchten, lege ich das Buch „Vertrauen“ von Niklas Luhmann ans Herz (www.loquenz.de/vertrauen). Seine Grundthese: Vertrauen ist ein Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität. Damit hat Vertrauen nichts mit Moralin zu tun. Es ist schlicht eine Voraussetzung für soziales Miteinander.

Herzliche Einladung zur Lektüre!

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