19.09.2017

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Eine gute Simulation von BEM-Gesprächen oder Rollenspiele steigern die Empathie der Führungskraft

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) leicht gemacht

Betriebliches Eingliederungsmanagement – eine typische Beratungsanfrage: „Können Sie uns dabei unterstützen, wie unser BEM-Team im Alltag arbeiten kann in Bezug auf:

  • interne Abstimmung
  • Gesprächsführung
  • Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat?“

Unsere typische Antwort:“Ja, sehr gerne!
Schicken Sie uns einfach die Vereinbarungen zum BEM. Dann vereinbaren wir einen gemeinsamen Workshoptermin, um zu klären, wo genau der Unterstützungsbedarf liegt. Darauf wird das Beratungskonzept aufgebaut.“

Das typische Ergebnis: Eine Schulung über 1 oder 2 Tage für das BEM-Team. Klassische Inhalte sind:

  • BEM-Systematik kennenlernen
  • Was sollte beachtet, was vermieden werden?
  • Wer hat welche Aufgabe im BEM?
  • Kommunikationspsychologische Perspektiven auf das BEM-Gespräch
  • Simulation von BEM-Gesprächen

„BEM-Gespräche führen heißt BEM-Gespräche führen“

Unsere ganze Erfahrung in der Optimierung von BEM-Gesprächen: es geht um Simulation, Einübung und Training.
Und wichtig dabei: nicht irgendeinen vorgegebenen Standard verwenden, sondern die Art der Gesprächsführung, die zu den beteiligten Akteuren wirklich passt!
Nur wenn die Mitglieder des BEM-Teams stimmig sind, wirken ihre Optionen das Gespräch zu öffnen. Wird hier nur ein einstudiertes Stück aufgeführt, dann verpufft die Wirkung.

Rollensimulation mit Videofeedback?

Nein! Uns ist wichtiger, die Mitglieder des BEM-Teams üben lieber häufig(-er). Eine noch so intensive Analyse mit Hilfe von Videofeedback ersetzt nicht den Effekt der Übung und die Möglichkeit, die Wirkung eines Gesprächs am eigenen Leibe zu spüren. Deshalb unser Credo: lieber mehr Gesprächssimulationen als wenige möglichst intensiv zu analysieren. Die Häufigkeit der Gesprächssimulationen hat zusätzlich den Nebeneffekt, dass die BEM-Mitglieder auch immer wieder in die Rolle des Mitarbeiters schlüpfen. Dadurch haben sie den Adressaten ihrer Kommunkation immer präsent!

Betriebs- bzw. Personalrat, Personalabteilung und weitere Mitglieder des BEM-Teams sind in einem Boot

Ein Nebeneffekt, der uns immer wieder auffällt: Durch das intensive miteinander Üben, verschwimmen während des Workshops die häufig starren Grenzen (zumindestens in den Mindsets) zwischen Mitgliedern des Betriebs-/Personalrates und Mitarbeitern aus der Personalabteilung. Über die Rollensimulationen erleben sich beide Seiten als Akteure zugunsten des Mitarbeiters, was seine Option auf Teilhabe am Arbeitsleben angeht. Eine typische Reaktion eines Betriebsrates, nachdem er in der Rollensimulation zum BEM-Gespräch die Rolle des Vertreters der Personalabteilung eingenommen hatte: „Wow, die haben ja auch einen taffen Job. Die Perspektive des Arbeitsgebers und die Perspektive des Mitarbeiters gleichzeitig im Blick zu behalten und dann noch im Hinterkopf zu haben, dass man einzelne Vorgesetzte nicht mehr verändern kann. Da finde ich doch den Fokus auf die Perspektive des Mitarbeiters zu legen deutlich einfacher“.

Simulation von BEM-Gesprächen als Teamentwicklung im BEM-Team

Was uns bisher jedes Mal sehr gefreut hat: die BEM-Teams haben die Workshops als Beitrag für ihre Teamentwicklung erlebt. Dazu ist v.a. gemeinsames Erleben wichtig. Details der Kommunikationspsychologie erscheinen dabei hilfreich, sollten aber nicht im Zentrum stehen!


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