13.03.2018

Die Dinge müssen sich verändern

„Manchmal sind es genau die Dinge, die wir nicht ändern können, die Dinge, die uns dann ändern.“

Dinge müssen sich verändern – eine Illusion?

Bei einem Vortrag über NewWork und Tipps zur Neugestaltung der Bürolandschaft hat mich obiges Zitat der Referentin fasziniert. Unseren Ehrgeiz, die Dinge verändern zu wollen, in allen Ehren. Aber manchmal kann beim Nichtgelingen der Veränderung ein ganz interessanter Effekt eintreten. Wir empfinden das Nichtgelingen in der Regel als Scheitern. Doch vielleicht ist ein Nebeneffekt des Scheiterns gerade der Haupteffekt unseres persönlichen Lernweges. Sind wir dafür offen? Oder gehen wir immer von der Grundannahme aus, dass sich im Change Management die Dinge auf jeden Fall verändern müssen? Man könnte auch die These aufstellen, dass das „die Dinge müssen sich unbedingt verändern“ eine typische Illusion des Change Managements darstellt.

Dinge die uns ändern - Zitat

Die Illusion des Change Managements: die Dinge müssen sich verändern

Vielleicht weist „die Dinge müssen sich unbedingt verändern“ auf eine häufig vorhandene Täuschung oder Engführung des Change Managements hin. Change Management wird als Prozess verstanden, vieles zu verändern oder zu optimieren. Die Option, dass es auch darum gehen kann, mit unveränderten Dingen verändert umzugehen, wird in der Regel eher nur am Rande thematisiert. Vielleicht müsste es anstelle von Change Management eher Change Coping heißen?

Die Anforderungen von außen mögen sich manchmal rasch verändern. Die Dinge innerhalb einer Organisation verändern sich aber eher langsam. Obwohl wir uns selbst, unsere Mindsets und Verhaltensweisen eigentlich schnell und kurzfristig verändern könnten. Man müsste es nur tun. Oder ist die Strategie, sich von den sich nicht verändernden Dingen verändern zu lassen, auch eine mögliche Strategie für den Umgang mit Changes?

Mhm, vielleicht machen wir dadurch unsere Profession mit den zahlreichen Change Designs weniger wichtig – überflüssig sicherlich nicht – und lenken dadurch den Blick stärker auf die einzelnen Mitarbeiter/-innen als Personen. Die Personen, die ihr ganz eigenes Potenzial besitzen, mit den Dingen durch individuelle Veränderungen umzugehen. Und dafür natürlich auch ihre eigene Zeit und eigenen Handlungsraum zur Verfügung brauchen.

Ich frage mich gerade, wie ein Change Design aussehen würde, das nicht von der Veränderung der Dinge als Prämisse ausgeht, sondern als erstes von der Veränderung im Inneren des Einzelnen.

 


Kommentieren

  • Kategorien

  • Blog via E-Mail abonnieren

    Geben Sie ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.