23.10.2018

Privacy oder Sie müssen das noch für die DSGVO unterschreiben

Originelle Umsetzung der DSGVO als Selbstschutz, Kundendaten spielen dabei oft keine Rolle.

DSGVO – Theorie und praktische Umsetzung

Eigentlich wäre es so einfach, denn die DSGVO will unsere Privatsphäre schützen. Möglichst niemand soll aus Versehen mit seinen persönlichen Daten geoutet werden. Leider ist die Anwendung oft gegensätzlich. Ein Beispiel vom letzten Wochenende. Es ging um ein psychologisches Seminar rings um das Thema mir meiner selbst, meiner Umgebung und meiner Welt/des Daseins bewusst zu werden. Der Vortragende wurde auf Video aufgezeichnet. Entsprechend wollte sich der Veranstalter mit einer Einverständniserklärung zu den Foto-, Film-, Video- und Audioaufnahmen absichern.

Nachdem ich mich schon mehrere Monate im Voraus angemeldet hatte, wurde mir beim Check-In ein „Vertrag zur Rechteübertragung“ vorgelegt, mit dem ich meine Rechte an den Produzenten (gemeint war der Vortragende) abtreten sollte. Als beim Check-In eine Nachfrage zum Sinn dieser Rechteübertragung entstand, wurde es hinter uns unruhig und mürrisch. „Das sei doch immer so üblich“ und ähnlich Argumente wurden genannt. Besonders originell war das Argument, wir sollten erst einmal unterschreiben, am Folgetag würden wir das erklärt bekommen. Der Veranstalter war offensichtlich unter Zeitdruck. Ich habe mir damit beholfen, den Vertrag zwar zu unterschreiben, aber mit der Ergänzung meine Rechte nicht zu übertragen.

Schade fand ich, dass das Thema „Schutz meiner Privatsphäre“ im Zusammenhang mit der DSGVO offensichtlich überhaupt nicht das Thema der Veranstalter war. Besonders originell: Am Samstag lagen alle Rechnungen in einer Mappe nach Vornamen geordnet öffentlich aus. Mit der Grundidee, dass sich alle Teilnehmer/-innen ihre Rechnungen selbst entnehmen können. Dass dabei genau die personenbezogenen Daten (Name, Vorname, Adresse, Firmenanschrift…) gegen meinen Willen für andere zugänglich waren, die ich nicht einmal im Laufe des Seminars kennengelernt hatte, spielte dabei keine Rolle.

Mein Fazit

Das Thema „Privacy“ ist im Mai dieses Jahres zwar kurz thematisiert worden, v.a. mit der Furcht vor Abmahnungen. Der bewusste und verantwortungsvolle Umgang damit steht in vielen Bereichen noch aus. Ich bin gespannt, wann sich diese Bewusstheit beim Thema „Privacy“ durchzusetzen beginnt – auch bei Seminaranbietern, die Bewusstheit und Präsenz als Themenschwerpunkt haben 😉….


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