26.03.2019

Effektivität vor Effizienz

Nicht „wie“, sondern zuerst „wofür“

Lösungsfokussierung braucht klare Orientierung – den Nordstern

Insoo Kim Berg und Steve de Shazer hatten es in ihren Workshops fast mantraartig „gepredigt“. Nicht das „Warum“ ich etwas „Wie“ mache und dadurch für mich eine problematische Situation entstanden ist sollte im Fokus unserer Aufmerksamkeit sein, sondern entscheidend ist der Lösungsraum. Wofür möchte ich etwas tun oder erreichen? In unserer Beratung verbinden wir diesen lösungsfokussierten Ansatz mit dem agilen Vorgehen und Lean Administration.

Anja Förster macht in ihrem jüngsten Blogbeitrag darauf aufmerksam, weshalb wir immer zuerst die Frage nach dem „Warum“ – lösungsfokussiert würde ich sagen die Frage nach dem „Wofür“ – beantworten sollten, bevor wir uns um das „Wie“ kümmern.

Effektivität vor Effizienz

Vielleicht ist es ein Ergebnis einer verkürzt verstandenen Lean-Philosophie, häufig steht das „Wie“ im Vordergrund. Entsprechend suchen wir die Antworten dann in Ansätzen zu Effizienz-Steigerungen. Klar, Effizienz-Steigerung ist ein dauerhaftes Thema. Schießlich verändern sich Rahmenbedingungen, Produkte, Verfahren, Mitarbeiter oder Kunden fortlaufend. Demensprechend ist es unsere Alltagsaufgabe in der Führung und Zusammenarbeit mit Anpassungen sowie Optimierungen darauf zu reagieren.

„Dead End“ der Effizienzoptimierung

Ein schönes Beispiel ist für mich das Check-Inn/Check-Out-Ritual in meinem Lieblingshotel in Hamburg. Im Laufe der Jahre ist deutlich zu merken, wie dieser Vorgang immer kundenfreundlicher und effizienter wurde. Zusätzlich wird mir ab und zu ein Zusatzverkauf angeboten, der meine Aufenthaltsqualität steigern mag. Der entscheidende Punkt aber, wofür ich 2x am Empfang anstehen sollte (das erste Mal für den Check-Inn, das zweite Mal für den Check-Out), wird leider noch nicht in Angriff genommen. Der Grund: bei mehrtägigen Aufenthalten lässt es die Software nicht zu, bereits beim Check-Inn die Rechnung auszudrucken. Auch automatischer Rechnungsversand per e-Mail ist anscheinend noch nicht möglich.

Ich bin gespannt, wann die Optimierungsideen des Empfangs eine Wirkung Richtung Software-Weiterentwicklung entfalten :-)…

Das Ziel hinter dem Ziel bietet Orientierung und Sinnhorizont

Wie ich mir selbst mit entsprechenden Fragen auf die Schliche meines individuellen, häufig eingeschränkten, Optimierungshorizontes kommen kann, beschreibt Anja Förster sehr einladend und motivierend in ihrem Beitrag: Warum du wissen solltest was deine Arbeit bewirkt. Am Ende des Tages geht es um den Purpose, den Sinn unseres Handelns.

Viel Spaß beim Lesen!


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