08.01.2016

Personales Gesundheitsmanagement

Viel, anregend und etwas unsystematisch

Die Herausgeberin und Autorin, als Beraterin mit dem Credo „Meisterhafte Erfolgsrezepte für die Personalarbeit“ (laut ihrer Website) seit knapp 25 Jahren am Markt, möchte mit dem Buch drei Fragen beantworten:

  1. Was können Führungskräfte tun, um ihren Mitarbeitern das persönliche Engagement zu erleichtern?
  2. Wie können die Menschen im Unternehmen lösungsorientiert in ihre Verantwortung gehen?
  3. Was tut der Einzelne und welche Erfahrung sammelt er damit? (vgl. S. 16).

Personales Gesundheitsmanagement

Mich hat das neugierig gemacht und zum Kauf veranlasst. Auf den ersten gut 50 Seiten wurde ich für diese Entscheidung reichhaltig belohnt. Claudia Härtl-Kasulke versteht es, unter dem Überbegriff Paradigmenwechsel, zum Nachdenken anzuregen. Z.B.:

  • Wie hängen Lernen, Emotion und Gesundheit miteinander zusammen?
  • Erfolg und Scheitern als Balance
  • Altern ist Zukunft
  • Persönliches Forschungsmodell und Spiritualität…

Recht unvermittelt kommt danach das Thema Achtsamkeit und was Change-Manager vom Buddhismus lernen können in Form eines Expertengespräches. Nach diesen eher grundlegenden Einführung folgen fünf Praxisbeispiele. Sie haben das, was Praxisbeispielen immer eigen ist: eine sehr individuelle Lösungsperspektive auf eine individuelle Ausgangssituation. Rezepte darf man nicht erwarten, sondern Anregungen für die eigene Handlungssituation. Gewünscht hätte ich mir bei den Praxisbeispielen noch zwei Strukturelemente. Zum einen die Verbindung zu den im ersten Teil skizzierten Paradigmenwechseln, zum anderen eine Quintessenz im Sinne von Keylearings am Ende jedes Beispiels. Diese finden sich nur zum Teil.

Den dritten Teil widmet Härtl-Kasulke den Methoden. Es sind Methoden zur Organisationsentwicklung, Führung, Einzelarbeit, Teamarbeit und für die persönliche Entlastung. Für mich übernimmt sich die Autorin auf diesen gut 140 Seiten. Als Beispiel sei die letzte Methode Mindmaps genannt. Hier wird auf drei Seiten versucht, die Methode zu beschreiben, was aufgrund des begrenzten Platzes oberflächlich sein muss. Mir hätte ein fundierter Verweis auf weiterführende Methoden genügt. Wichtiger wäre hier die klare systematische Einordnung in die Systematik des Buches gewesen. Mir erschließt sich nicht, dass Mindmap unter Methoden für die persönliche Entlastung auftauchen und nicht als Beispiel für die Einzelarbeit.

Mein Resümee: Drei Sterne, da es der Autorin und Herausgeberin nicht gelingt, die drei selbst gestellten Fragen systematisch zu beantworten. Trotzdem findet man zu diesen drei Fragestellungen Aspekte, die bei der selbstständigen Erarbeitung der Antwort helfen können. Für Leser, die sich eher durch Literatur anregen lassen wollen, ein gut geeignetes Werk. Für ein gutes Praxisbuch würde ich mir mehr systematische Erschließung der Praxis erwarten, die Vielzahl an Inspirationen genügen diesem Anspruch nicht.

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