01.10.2019

ZDF statt ARD – zielführend kommunizieren

Die Annahme über Dinge genügt nicht, es geht darum zu klären, was ich sicher weiß…

ZDF & ARD konfrontieren uns oft in der Arbeitswelt: In unserer Beratungsarbeit taucht es immer wieder als Konfliktthema, z. B. zwischen zwei Abteilungen auf. Offensichtlich und angekündigt, soll eine organisatorische Änderung erfolgen. Z. B. um im Kundenservice den Wechsel eines Ansprechpartners für den Kunden zu minimieren. Die Situation, die dann häufig entsteht: Etliche Mitarbeiter echauffieren sich über Gerüchte, sie haben Wissen vom Hören-sagen. Es entstehen Hypothesen und Unterstellungen, wenn nicht sogar Verdächtigungen. Z. B. wer wieder seinen privaten Nutzen aus der Umorganisation ziehen möchte.

Ist mir wirklich klar, wie der Ist-Zustand ist? – ZDF vs. ARD

Man kann die Situation auch mit dem Kürzel „ZDF statt ARD“ beschreiben. „Zahlen, Daten, Fakten“ statt „Alle Reden Darüber“. Wenn wir in unserer Beratungsarbeit eintauchen in ein solches Konfliktthema, dann ist der erste Schritt, überhaupt erst einmal zu verstehen, wie sich der Sachverhalt darstellt. Auch wenn in den Kleingruppeninterviews Mitarbeiter aber auch Führungskräfte häufig irritiert sind. Insbesondere, wenn wir bei der Situationsbeschreibung auf die Trennung von Deskription und Bewertung wert legen.

Bei einem Geburstag auf der schwäbischen Alb hat es ein Zeitgenosse recht kräftig mit folgenden Worten ausgedrückt: „Glaube is g´schisse, gwiaß musch wissa“- Auf Hochdeutsch: „Die Annahme über Dinge genügt nicht, es geht darum zu klären, was ich sicher weiß“, und von diesem sicheren Wissen aus gilt es dann nach Lösungen zu suchen.

Verlasse ich mich auf Prognosen oder die aktuelle Situation?

Im Privaten habe ich das auch am Sonntagabend erlebt. Die Wettervorhersage hatte Sturmwarnung für Deutschland ausgegebe. Danach hatten wir kontroverse Meinungen, ob ich am Montag morgen mit dem Fahrrad ins Büro fahren sollte. Wie war mein Umgang mit der Sturmwarnung? Nun, zunächst am Montagmorgen aus dem Fenster zu schauen, ob die starken Böen auch in Tübingen ihr Unwesen treiben und sich danach für ein Verkehrsmittel ins Büro zu entscheiden.

Manchmal hilft es einfach abzuwarten, bis die Entscheidungssituation tatsächlich aktuell ist. Und sich dann aufgrund einer validen Situationswahrnehmung zu entscheiden. Aber vielleicht bin ich da als Tübinger Bürger auch etwas zu sehr vom jüngsten Buch unseres OBs Boris Palmer „Erst die Fakten…“ beeinflusst :-).

 


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