14.10.2014

Zeit für Führung als Investition

Bei der Einführung von Mitarbeiterjahresgesprächen in einem Betrieb wurde als wesentlicher Contrapunkt benannt: die Zeit, die die Führungskraft für die Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation benötigt. Hintergrund bildete die Diskussion im Rahmen der internen Profitcenter und der Druck, die gegenüber internen Kunden abrechenbare Zeit zu optimieren – und darunter fällt die Zeit für die Mitarbeiterjahresgespräche bekanntlich nicht.

In der Reflexion der Problemlage kamen wir auf den Terminus, dass Führung u.a. bedeutet, am System der Organisation zu arbeiten. Dieser Aufwand ist naturgemäß keinem internen oder externen Kunden in Rechnung zu stellen. In den technischen Bereichen hat sich diese Erkenntnis durchgesetzt. Ich habe z.B. noch niemals auf einer Rechnung wahrgenommen, dass das Kalibirieren von Messinstrumenten einem einzelnen Kunden in Rechnung gestellt wurde. Die Messung an sich natürlich schon!

Übertragen auf das Thema Führung frage ich mich: Mitarbeiter/-innen so zu führen, dass sie in die Lage versetzt werden Performance zu bringen, ist die ehrenvolle Aufgabe und Pflicht der Führungskraft. Wann akzeptieren wir, dass dazu auch Ähnliches von Nöten ist, das durchaus mit dem das Kalibirieren eines Werkzeuges vergleichbar ist: die Ist-Soll-Abweichung feststellen, nachjustieren und für die zukünftigen Arbeitseinsätze vorzubereiten. Nichts anderes sind wesentliche Funktionen eines Mitarbeiterjahresgespräches.

Meines Erachtens nach bleibt da nur eines: diese Aufgabe wirklich ernst zu nehmen, indem ich sie als Voraussetzung für abrechenbare Leistungen sehe und nicht in Konkurrenz mit der Leistungssituation.


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