Zur Hölle mit Purpose: Wie moralisches Marketing Unternehmen und Politik in die Irre führt – und warum Kreativität die Rettung ist; Nick Asbury (2025)

„Zur Hölle mit Purpose“ von Nick Asbury zeigt pointiert, wie moralisch aufgeladenes Marketing Unternehmen und Politik in die Irre führen kann – und warum Kreativität aus Sicht des Autors der überzeugendere Weg ist.

Nicht Purpose, sondern Kreativität steht für Nick Asbury im Mittelpunkt. Asbury ist ein erfolgreicher Texter mit langjähriger und einschlägiger Erfahrung im Marketing. Gerade mit seiner kritischen Distanz zur Branche gelingt es ihm, den Hype um Purpose, wie ihn etwa Simon Sinek mit „Start with WHY“ geprägt hat, überzeugend in Frage zu stellen.

Seine zentrale These lautet: Unternehmen und Marketing sollten Purpose nicht weiter ins Zentrum rücken, sondern die Kreativität in der Werbung stärken. „seit mehr als zehn Jahren vernebelt Purpose unseren Verstand“ (S. 32)

Eine spannende Entdeckungsreise durch den Begriff Purpose

Das Buch lädt zugleich zu einer spannenden Entdeckungsreise ein: Was ist Purpose eigentlich, und welche Geschichte bringt dieser Begriff mit sich?

Auf rund 50 Seiten geht der Autor der Frage nach, wie der Begriff Purpose zu verstehen ist. Er beschreibt dabei, auf welchen fünf Säulen dieses Verständnis von Purpose ruht. Zugleich unterscheidet er zwei unterschiedliche Arten von Purpose. Darüber hinaus zeichnet er nach, welche Bedeutungsgeschichte der Begriff Purpose bereits durchlaufen hat.

Warum Purpose aus Sicht Asburys zu schlechtem Marketing führt

Asbury kommt zu einer klaren Zuspitzung: Purpose führt aus seiner Sicht häufig zu schlechtem Marketing. Der Autor bezieht hierzu eindeutig Stellung.

Purpose ist für Asbury etwa ein großer Gleichmacher, baut auf Sand, rückt die Marke – nicht den Kunden – ins Zentrum, nutzt weder dem Geschäft noch der Welt, treibt soziale Spaltung mit voran und wirkt letztlich wie ein Kreativitätsvampir.

Was an die Stelle von Purpose treten sollte

Die entscheidende Frage lautet daher: Was ist die Alternative zu Purpose?

Auch hierzu formuliert der Autor konkrete Empfehlungen: Humor, Bescheidenheit, Menschlichkeit und kognitive Kreativität.

Nicht gegen Sinn – sondern gegen seine Vereinnahmung durch Unternehmen

Es geht also nicht um ein Ende von Purpose, sondern darum, Purpose nicht den Unternehmen zu überlassen.

„Bei der Arbeit an meiner Argumentation gegen den unternehmerischen Purpose ist mir bewusst geworden, wie wichtig Purpose als Sinnfindung auf menschlicher Ebene ist. Die Sehnsucht danach, das Bedürfnis nach dem, was Sinn macht. Die Idee ist viel zu groß, um sie Unternehmen zu überlassen. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben“ (S. 250).

Gerade in dieser Differenzierung liegt die Stärke des Buches: Es ist ein nachdenkliches Plädoyer für menschliche Sinnorientierung – und gegen deren vorschnelle Vereinnahmung durch Unternehmen.

Fazit

Nick Asbury legt ein Buch vor, das provoziert, zuspitzt und zum Widerspruch einlädt. Gerade darin liegt sein Wert. Für Führungskräfte, Geschäftsführer:innen und Verantwortliche in Verwaltung und Organisationen ist die Lektüre vor allem deshalb interessant, weil sie dazu anregt, vertraute Begriffe neu zu prüfen: Was dient tatsächlich dem Menschen, dem Kunden und der Gesellschaft – und was bleibt am Ende vor allem ein gut klingendes Narrativ?

Weitere Buchbesprechungen finden Sie auf der Website von Loquenz.

Wer sich näher mit der Argumentation von Nick Asbury befassen möchte, findet hier die Möglichkeit zur Bestellung des Buches.

COVER Zur Hoelle mit Purpose Kreativitaet als Rettung 2025

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