Tanja Föhr ist mit „Moderative Führung“ erneut ein Buch gelungen, das zentrale Aspekte wirksamer Führung klar und pointiert auf den Punkt bringt.
Auf jeweils zwei Seiten stellt sie wesentliche Führungstechniken so dar, dass sie sich im Alltag beinahe nebenbei und gerade in häufig wiederkehrenden Situationen gut nutzen lassen. Das gilt für den Small Talk, für den Einstieg in Besprechungen, für Workshops ebenso wie für hybride oder reine Online-Situationen.
Die prägnante Beschreibung der 20 Methoden ist insgesamt sehr gelungen. Das Ziel jeder Methode wird knapp umrissen, ebenso ihr jeweiliges Vorgehen. Eine knappe Visualisierung veranschaulicht das Beschriebene zusätzlich. Ergänzt wird die Beschreibung durch Hinweise auf unterschiedliche Einsatzbereiche: im Tür-und-Angel-Gespräch, im Meeting, im Workshop und in Remote-Situationen. Ein kurzer Kommentar, teilweise ergänzt um weiterführende Leseempfehlungen, rundet die Darstellung der jeweiligen Methode stimmig ab.
Wertvolle Impulse für die Führungspraxis
Neben der eingängigen Darstellung der 20 Methoden bietet insbesondere Teil C des Buches, „Moderative Führungspraxis“, wertvolle Hinweise für ganz unterschiedliche Führungssituationen. Beim Lesen entsteht unmittelbar die Lust, diese Anregungen in der eigenen Führungspraxis auszuprobieren.
Fast wartet man beim Lesen schon auf die nächste passende Alltagssituation – etwa darauf, dass einen in einer Beratungspause ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin des Kunden am Kaffeeautomaten mit der Aussage „Hier läuft einfach alles schief“ anspricht.
Die Empfehlung von Tanja Föhr ist dabei eindeutig. Hier könnte die 30 Sekunden-Box die Dynamik des Jammerns und Meckerns wirkungsvoll unterbrechen und direkt in eine Klärung führen. Indem ich nach dem Ziel des Jammerns und Meckerns frage, unterstütze ich bereits den ersten Schritt in Richtung Lösung. Kläre ich mit der zweiten Frage, was für den nächsten Schritt notwendig ist, wird der vor dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin liegende Aufgabenberg in kleine, machbare Schritte übersetzt. Frage ich als Führungskraft anschließend danach, was wir gemeinsam umsetzen können, werden zugleich Rollen und Verantwortlichkeiten geklärt, die für eine erfolgreiche Umsetzung wesentlich sind. Im besten Fall wird dadurch auch eine Rückdelegation an die Führungskraft vermieden.
Fazit
Für mich ist das Praxisbuch „Moderative Führung“ eine pragmatische Sammlung von Methoden und Haltungen für Führungskräfte, die Wert auf eine gute und transparente Zusammenarbeit legen. In meinen Führungswerkstätten wird dieses Buch deshalb künftig eine klare Lektüreempfehlung sein.
Dem Buch ist zu wünschen, dass es eine breite Leserschaft unter Führungskräften findet.
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