13.02.2015

Handbuch Change Management

Michael Groß nimmt sich viel vor: „Dieses Handbuch liefert (für den Alltag als Change-Manager, S.T.) das notwendige Rüstzeug für die Analyse und Konzeptionen, Umsetzung und Revisionen von Change-Strategien und Maßnahmenprogrammen“ (S. 12).

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Der Autor gliedert das Buch in drei Teile:

  1. Kompetenzen für die Gestaltung von Veränderungen
  2. Anwendung der Kompetenzen im Change-Management
  3. Anhang mit weiterführenden Literaturhinweisen.

Die Stärke des Werkes liegt hierbei eindeutig im ersten Teil. Hier geht Groß nach einem kurzen Überblick zum Thema Change Management und den Erfolgsfaktoren des Change-Managers ausführlich auf vier verschiedene Kompetenzen (persönliche, soziale, methodische und fachliche) ein.

Im Abschnitt „persönliche Kompetenzen“ betont er, wie wichtig die eigene Ausrichtung (Zielhaus und Motivationsstruktur) ist. Mit der Übung „Aktivierung von Motivation“ (S. 43) bietet er ein praxisnahes Tool für jeden Change-Manager zur Aktvierung von Motivation an. Persönliche Kompetenzen haben natürlich auch etwas mit individuellem Zeit-, Stress- und Selbstmanagement zu tun, doch kommen mir die gut dreißig Seiten in diesem Rahmen zu umfangreich vor, da hier auch gut auf entsprechende Fachveröffentlichungen (z.B. Seiwert) verwiesen werden könnte.

Unter „soziale Kompetenzen“ steigt er mit dem kniffligen Spannungsverhältnis des Change-Managers zu den Führungskräften ein und betont die Themen Vernetzung und Kommunikation. Wohltuend dabei ist, dass er Kommunikation tatsächlich mit ihren dialogischen Aspekten skizziert. Dies kommt mir in anderen Veröffentlichungen über Change-Management häufig zu kurz. Dort wird Kommunikation häufig mit Information gleichgesetzt und auf einen monologischen Ansatz beschränkt.

Bei „methodischen Kompetenzen“ stellt er die Grundtechniken des Change-Managers:

  • Vortrag,
  • Präsentation,
  • Moderation,
  • Konfliktmanagement,
  • Kreativitätstechniken und
  • Projektmanagement dar.

Auch hier steckt der Autor wieder im Dilemma zwischen möglicher Breite des Inhaltes und notwendiger Fokussierung des Inhaltes. Durch den Verweis auf entsprechende Standardwerke der einzelnen Disziplinen ist dieses Dilemma gut gelöst.

Mit den „fachlichen Kompetenzen“ stellt Groß die Elemente dar, die von einem Change-Manager in der Regel als Fachwissen erwartet werden. Mit Unternehmensentwicklung, Organisations- und Teamentwicklung, strategischem Personalmanagement, interner Kom-munikation und Informationstechnologie wird dieser Bereich breit und fundiert entfaltet. Hier wäre höchstens anzumerken, dass die Bandbreite von der Teamentwicklung bis hin zur Organisationsentwicklung deutlicher beschrieben werden könnte – hier besteht die Gefahr, dass sich das Bild des Lesers auf Teamentwicklung verengt – oder das es spätestens bei der internen Kommunikation hätte hilfreich sein können, die Arbeiten von John P. Kotter mit aufzunehmen.

Im zweiten Teil „Anwendung der Kompetenzen im Change-Management“ widmet Groß gut 40 Seiten den Aspekten der Change-Architektur und weiteren übergreifenden Aspekten der Praxis. Diese 40 Seiten sind in ihrer Fachlichkeit absolut lesenswert. Noch lesenswerter wären sie für mich, wenn der Autor konsequent auf die Quellen seiner Darstellungen hinweisen würde. Damit würde er dem interessierten Leser für die vertiefende Lektüre weiterhelfen und seine eigene Arbeit keineswegs schmälern. Groß versucht dies offensichtlich mit wenigen pointierten Hinweisen zur weiteren Lektüre einzulösen. Mir würde die direkte Nachvollziehbarkeit, aus welchen Quellen er schöpft, deutlich sympathischer und nutzbringender erscheinen.

Auf den dann folgenden gut 120 Seiten werden die unterschiedlichsten Change-Anlässe im Sinne von kurzen Fallbeispielen beschrieben. Von der Ausgangslage über den Einsatz der verschiedenen Change-Techniken und persönlichen Erfahrungen aus der Beratung werden die Beispiele sehr praxisnah entfaltet. Damit stellen diese 120 Seiten einen gelungen Steinbruch zum Reinlesen und Tipps generieren dar.

Im dritten Buchteil, dem Anhang, sind mir insbesondere die aktuellen und gut geordneten Lektürehinweise auf vier Seiten ins Auge gefallen. Groß führt hier wirklich die entsprechen-den Standardwerke zur weiteren und vertieften Lektüre auf.

Mein Fazit: Seinen Anspruch, „das notwendige Rüstzeug für die Analyse und Konzeptionen, Umsetzung und Revisionen von Change-Strategien und Maßnahmenprogrammen“ (S. 12) löst der Autor gut gelungen ein. Im Rahmen meines Lehrauftrages zum Thema Change-Management wird es auf jeden Fall eine Lektüreempfehlung für die Studierenden.

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