Hoffnung – ein Gut, von dem wir alle mehr gebrauchen könnten
Autobiografie?
Der Untertitel „Autobiografie“ weckt Erwartungen, die das Buch aus meiner Sicht nicht ganz erfüllt.
Es ist keine Autobiografie, die einen umfassenden und chronologisch klaren Bericht über das Leben von Papst Franziskus liefert. Vor allem die Seiten über Kindheit, Jugend und Ausbildung vermitteln einen anschaulichen Eindruck davon, wie diese frühen Lebensphasen Papst Franziskus geprägt haben mögen. Und das ist wirklich eindrücklich.
Bei einer Autobiografie könnte man allerdings auch mehr über die Zeit der Junta, seine Zeit in Deutschland, seine Jahre als Erzbischof und weitere wichtige Lebensstationen erwarten.
Biografie der Hoffnung und der Liebe
Faszinierend wird das Buch für mich dort, wo man es weniger als klassische Autobiografie, sondern vielmehr als Perspektive von Papst Franziskus auf die Welt liest, wie sie ihm begegnet ist.
Es ist eine Perspektive, die von Liebe und Hoffnung geprägt ist.
Und es sind gerade die zahlreichen Situationen seines Lebens, die zum Teil sehr unspektakulär wirken und dennoch beim Lesen zum Nachdenken anregen.
So wird das Buch auch zu einer Biografie der Beständigkeit: sich von diesem Weg nicht abbringen zu lassen, sondern immer wieder auf den Weg der Hoffnung und der Liebe zu vertrauen.
Inspiration für den persönlichen Alltag
Man muss sich nicht unbedingt als Christ verstehen, um aus diesem Buch etwas für sich mitzunehmen.
Es kann sich durchaus lohnen, sich von den Gedanken Papst Franziskus’ für das eigene Leben inspirieren zu lassen.
Wo entdecke ich in meinen persönlichen Begegnungen Spuren der Hoffnung – und wo kann ich andere zur Hoffnung einladen?
Und vielleicht auch zur Liebe – unabhängig davon, in welcher Beziehung ich zu der Person stehe, die mir gerade gegenübertritt.
Für mich wirkt die Lektüre nach.
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