Wie geht Strategisch visualisieren? Vorbereiten, planen und durchführen
Die Kunst der Visualisierung wird auf den ersten Blick häufig als Kunst der Ad-hoc-Visualisierung verstanden. Christine „nini“ Münzenmaier, Dipl.-Betriebswirtin (BA) und Graphic Recorderin, versteht es mit diesem Buch hervorragend, die strategische Ebene des Visualisierens in den Mittelpunkt zu rücken.
Warum Visualisieren so gut wirkt
Gerade für alle, denen das Thema Visualisieren noch eher neu ist, bieten die ersten Kapitel eine sehr schöne Hinführung. Was bewirken Visualisierungen im Kopf meines Gegenübers? Warum bleiben Bilder so lange im Kopf? Welche Visualisierungsformate stehen mir als Führungskraft überhaupt zur Verfügung?
Und: Visualisierung ist mehr, als Bilder zu malen. Sie ist auch eine innere Grundhaltung.
Gute Planung im Vorfeld als Voraussetzung für gekonnte Visualisierung
Richtig spannend wird das Buch für mich, wenn die Autorin ihren bewährten 5-Schritte-Prozess für eine gute Visualisierung vorstellt. Das beginnt mit dem Rahmen (Schritt 1), führt über die Bildüberschrift und die der Visualisierung zugrunde liegende Metapher (Schritt 2) bis hin zum konkreten Bildaufbau (Schritt 3).
Drittelregel, goldene Spirale und Leseachsen
Unter der Zwischenüberschrift „Bildaufbau und Blickführung“ finden sich Hinweise, über die ich gerne schon viel früher Bescheid gewusst hätte. Im Nachhinein hätten von mir in Besprechungen spontan erstellte Flipcharts wahrscheinlich eine wesentlich höhere kommunikative Wirkung entfalten können, wenn mir die Drittelregel für den Bildaufbau oder die goldene Spirale für mehr Dynamik im Bildaufbau bewusst gewesen wären. Das Thema Leseachsen erschließt sich mir dagegen eher intuitiv (vgl. S. 94 ff.).
Öko-Check durchführen
Unter dem auf den ersten Blick etwas fremd anmutenden Begriff „Öko-Check“ verbergen sich drei Prüfebenen einer Visualisierung: Wirkung, Stimmigkeit und Tragweite (vgl. S. 110 ff.).
Die entscheidende Frage bei der Prüfebene Wirkung lautet: „Unterstützt das, was das Bild auslöst, die Kernbotschaft?“ (S. 112).
Bei der Stimmigkeit stehen Fragen im Mittelpunkt wie „Erzählen alle Elemente dieselbe Geschichte oder widersprechen sie sich?“ Oder: Passt das, was Figuren und Objekten zugeschrieben wird, wirklich zu meiner gewählten Metapher? Und auch die Frage „entstehen durch Details oder Rollen Nebenbotschaften, die du nicht beabsichtigt hast?“ (S. 114) gehört dazu.
Schließlich lenkt die Prüfebene Tragweite den Blick auf eine weitere wichtige Frage: Wie verständlich, missverständlich oder mehrdeutig könnte das Bild insbesondere in einem internationalen oder stark diversen Umfeld ankommen?
Wann ist ein Bild fertig?
Auch die Frage nach einem vernünftigen Aufwand-Nutzen-Verhältnis bei der Vorbereitung einer Visualisierung wird klar beantwortet: „Ein Bild ist fertig, wenn die Botschaft nicht weiter verstärkt wird“ (S. 132).
Strategisch Visualisieren für Führungskräfte 2026
Visuelles Denken im Führungsalltag
Auf sehr angenehme Art und Weise verknüpft die Autorin das Thema Visualisierung mit dem Führungsalltag. Gleichzeitig bietet sie konkrete Vorschläge, wie ich zum Beispiel meine eigene Bildsprache trainieren kann.
Ein wichtiger Tipp dabei: Bilder im Alltag sammeln. Das dazu passende Zitat: „Man kann nur aus dem Ärmel schütteln, was vorher auch hineingestopft wurde“ (S. 140).
Das Buch bietet auch für den konkreten Führungsalltag zahlreiche Anregungen, die zum aktiven Ausprobieren einladen.
Ich hoffe, dass dieses Buch eine breite Leserschaft findet.
#Strategisch visualisieren
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