23.04.2019

Könnte es den Unternehmensberatern wie Kodak ergehen?

Die aktuellen „Facts & Figures zum Beratermarkt 2019“ des BDU wagen in einer Zwischenüberschrift zur Zukunft des Beratermarktes folgende These: „KI wird Präsenzberatung auf absehbare Zeit nicht ersetzen können“.

Sind Unternehmensberater mit Kodak vergleichbar?

Grundlage der „Facts & Figures zum Beratermarkt 2019“ ist die Befragung von rund 450 Beratungsgesellschaften aller Größenordnungen aus der gesamten Consultingbranche von Januar 2019 bis Anfang Februar. Mich erinnert diese hohe Zustimmung zur These „KI wird Präsenzberatung auf absehbare Zeit nicht ersetzen können“ (82% meiner Beratungskollegen haben dieser These zugestimmt) an die Einstellung von Kodak gegenüber der Digitalfotografie, die Kodak selbst entwickelt hatte. Das Ergebnis ist allseits unter dem Stichwort Disruption bekannt.

Vielleicht eine gute Gelegenheit, den Blick auf Ansätze zu lenken, bei denen KI und Digitalisierung in der Beratung – hier im Bereich Personalentwicklung und Change Management – anfängt eine Rolle zu spielen.

Verbesserungs-Kata digital abgebildet

Wir selbst versuchen seit gut zwei Jahren, digitale Tools und KI verstärkt in unseren Beratungsprozess einzubringen. Wir sind uns bewusst, dass die Skepsis dabei naturgemäß groß ist. Am Beratertag 2017 war dies unter dem Stichwort „Leadership as a Service“ der Fall. Seit 2018 experimentieren wir auch mit Alexa. Am Beispiel des Verbesserungsvorgehens bei Lean-Administration versuchen wir die Kata-Skills 24 Stunden an 365 Tagen dort zur Verfügung zu stellen, wo sie vor Ort benötigt werden. Wir haben ein kleines Demoprodukt mit Alexa gebaut und im September 2018 online (Alexa-Coaching) gestellt. Und das im vollen Bewusstsein, dass sich damit unsere honorarpflichtigen Zeiten deutlich reduzieren werden. Auf der anderen Seite könnte es dazu beitragen, dass sich Kunden noch leichter vom externen Berater emanzipieren.

Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Beratung unsere Zeiten immer stärker weg vom Einspielen von Routinen (was auch wichtig ist, aber eben in Zukunft nicht nur personengebunden geleistet werden muss) hin zu Felder von Innovation und Reflexion einsetzen werden. All die Tätigkeiten, bei denen wir uns an unseren eigenen Checklisten und Standards orientieren können, werden in (vielleicht naher) Zukunft digitalisiert werden. Frei nach dem Motto: alles was Routinen sind und standardisierbar ist, wird auch digitalisiert werden.

Bisher wundert es mich, dass diese Entwicklung von Beraterkollegen/-innen noch nicht stärker aufgegriffen und diskutiert wird. Umso mehr freut es mich, dass wir mit unserem Alexa-Skill zur Verbesserungs-Kata dem „Meister der Verbesserungs-Kata“, Mike Rother, aufgefallen sind. Er twittert:

„Das Bild habe ich per E-Mail geschickt“ Ich bin auf die weitere Resonanz gespannt!

>> Die „Facts & Figures zum Beratermarkt 2019“ des BDU zum Download.


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