08.12.2015

Verbundenheit in Individualität – Trennung von Arbeit und Privatsphäre

Immer wieder taucht die Diskussion auf, wie stark die Trennung von Arbeit und Privatem zu sein hat. Angefangen von „Arbeit und Privates hat überhaupt nichts miteinander zu tun“ bis hin zu „always on – klar bin ich auch am Wochenende erreichbar“.

Im Kontext der Tagung „Heilung – Bildung – Identität. Afrikanische Impulse für die westliche Welt“ ist dieses Thema zur Trennung von Arbeit und Privatsphäre auch immer wieder aufgetaucht. Wer bin ich? Bin ich Individuum und ohne Verbindung mit anderen überhaupt denkbar? Die afrikanische Antwort darauf wurde in der hypothetischen Frage der kongolesischen Referenten deutlich: „Wie kann man alleine überhaupt glücklich sein?“ Für Afrikaner undenkbar, da die eigene Existenz nur in Verbindung mit meinem Dorf, Stamm oder anderen Mitmenschen denkbar ist.

Für mich ist dies ein gutes Korrektiv zu unserem abendländischen/europäischen Individualismus, nämlich der Annahme, dass ein dass „ein Ich“ für sich allein existieren könnte. Zwar haben wir dies im Wirtschaftskontext um das Konzept der Solidarität ergänzt. Auf der individuellen Ebene könnte es aber ebenfalls ergänzt werden. Wenn ich meiner Identität wirklich bewusst bin, wird mir schnell deutlich, dass diese sich immer nicht nur im Kontext von anderen, sondern in Verbundenheit mit anderen herausbildet.

 

Bedeutung für das Arbeitsleben

Für den betrieblichen Kontext bedeutet das: Es geht nicht um eine möglichst exakte Trennlinie zwischen Arbeit und Privatem, sondern im Bewusstsein der Verbundenheit dieser beiden Ausprägungen meines individuellen Seins um eine Fokussierung. Wann steht eher die Arbeit, wann eher private Dinge im Vordergrund. Der Versuch einer strikten Trennung scheint mir eher unmenschlich zu sein und beraubt uns durch diese rigide Beschränkung unserer Potentialität!


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