20.03.2015

Wenn´s verfahren ist – Dynamic Facilitation hilft weiter

Rosa Zubizarreta hatte sich schon früh die Mühe gemacht, Dynamic Facilitation für Alle zugänglich zu machen. Auf der Grundlage des Dynamic-Facilitation-Manual in den USA ist das vorliegende Buch, ergänzt um konkrete Anwendungsfälle, entstanden.

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Zubizarreta beschreibt gut nachvollziehbar, welche Wirkung bereits das reine Visualisieren von Teilnehmerbeiträgen – gepaart mit einem wirklichen Zuhören wollen durch den Moderator – auf das Herausschälen von Themen haben kann. Es geht um wirkliches Hinhören, empathisch und für voll nehmend. Der Verweis auf die Arbeiten aus dem Bereich Focusing ist dabei äußerst hilfreich.

Dynamic Facilitation ist weit entfernt von einem Brainstorming, auch wenn das umfangreiche Mitvisualisieren auf den ersten Blick den Eindruck erscheinen mag. Es hat auch wenig mit Verhandlungsführung zu tun, auch wenn das ausführliche gegenseitige Zuhören sicherlich ein Punkt der Gemeinsamkeit ist. Im Sinne von David Bohm geht es um die Grundhaltung des „Choice-Creating“.

Eindrucksvoll fand ich die Ausführungen zur Frage, wann wird denn jetzt genau eine Meinung gebildet? Wie kann man, ohne formale Abstimmung in der Gruppe, sicher sein, dass wirklich eine gemeinsame Lösung gefunden wurde? Hier zeigt sich genau der Unterschied zu klassischen Moderationen. Es geht nicht um Meinungsbilder und letztendlich klare Abstimmungen, sondern die Grundidee ist Emergenz: Lösungsideen entstehen, quellen hervor, zeigen sich – und sind durch das intensive Sich-Gegenseitig-Zuhören und Wahrnehmen im Vorfeld fast augenscheinvalide. Nicht das Problem mit dem auf ein Ziel verengtem Blick versuchen zu beseitigen, sondern als Gruppe in der Moderation die Chance bekommen, dass sich Lösungsräume nicht mehr ausschließlich auf die Eigenschaften der Teilnehmer/innen zurückführen, die diese als Einzelpersonen aufweisen. Die Grundidee von Dynamic Facilitation: Den Rahmen durch die Moderation so zu gestalten, dass Herausforderungen, Lösungsideen, Bedenken und wichtige Infos zum Thema so ausreichend Raum bekommen, dass die nächsten Schritte quasi auf der Hand liegen.

Ergänzt und konkretisiert werden diese Grundideen durch die guten Beispiele und Verweise auf entsprechende Videos zur Methode „Rat der Weisen“ (Wisdom Council).

Für mich stellt das Buch eine wichtige Ergänzung des Handwerkzeuges in der Change Management-Beratung dar. Immer da, wo wirkliche Beteiligung gewünscht wird.

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