21.08.2018

Wo sind wir wirklich gut im Markt?

Mallem hic primus esse quam Romae secundus

Fokussieren oder möglichst viele Nebeneffekte im Markt mitnehmen?

Immer wieder begegnet mir in Strategiediskussionen das Ansinnen, dass man mit dem Produkt B im Markt Z noch zusätzliche Marktanteile generieren könnte. Man könnte doch mit relativ wenig Aufwand zusätzliche Margen generieren.

Der Kontrapunkt in der Diskussion ist dann in der Regel ein Mitarbeiter, der das engpasskonzentrierte Vorgehen favorisiert. Wo genau sind wir so gut, dass wir automatisch am Markt die Nummer eins sind? Auch wenn dadurch unser Marktvolumen eventuell begrenzt ist.

Exzellenz im kleinen schon seit der Antike

Diese Diskussion scheint schon in der Antike ein Dauerthema gewesen zu sein. In Wikipedia kann man dazu nachlesen: „Der griechische Schriftsteller Plutarch berichtet in seiner Cäsar-Biographie, dass sich Gaius Iulius Caesar im Jahr 61 v. Chr. auf dem Weg nach Spanien befand, um dort seine Statthalterschaft anzutreten. Auf der Reise kam er an einem elenden Bergdorf vorbei. Als einer seiner Begleiter scherzhaft bemerkte, auch hier gebe es Machtkämpfe, seufzte Caesar auf Griechisch:
„´Παρὰ τούτοις εἶναι μᾶλλον πρῶτος ἢ παρὰ Ῥωμαίοις δεύτερος.´
Para toutois einai mallon prōtos ē para Rhōmaiois deuteros.
´Lieber der Erste hier als der Zweite in Rom.´“

Qualität und Erfolg im Markt entsteht von Innen nach Außen

Meine Erfahrung in den über 25 Jahren Beratung: Die Bewegung geht immer von innen nach außen: also von einem konzentrierten Punkt, Leistungsspektrum, einer Top-Dienstleistung in die Ausweitung, den Mehrumsatz, den Markterfolg. Und dieser Erfolg am Markt ist das Ergebnis einer Exzellenz im Kern. Und nicht das strategische Ziel an sich, sondern die Folge guter Arbeit und kluger Köpfe.

Was es dazu benötigt ist die Gewissheit, was genau wir wirklich gut können und für den Kunden seinen Preis wert ist – sei es als Dienstleistung oder als Produkt. Und das ist häufig nicht das, wo unsere Marktanalyse die größten Chancen herausgearbeitet hat, sondern das, wofür meine Mitarbeiter/-innen brennen und die Kunden uns gerne weiterempfehlen.

Fazit

In Zeiten der weltweiten Märkte wird dieses von Innen nach Außen noch leichter umsetzbar, da wir uns in Zeiten des „long tail“ in einem weltweiten Dorf befinden. Insofern: Fokus auf die interne Exzellenz und Vertrauen auf die Empfehlungen!


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