25.03.2014

Agiles Projektmanagement – vielleicht auch ein kultureller Unterschied?

In einer Dokumentation zu religionsverbindenden Ehen wurde folgende Situation dargestellt:

  • In einer Familie mit überschaubaren Haushaltseinkommen geht der Backofen kaputt.
  • Die Mutter (Deutsche) überlegt, wie die Küche in den nächsten Jahren gestaltet werden kann. Da dies noch nicht klar herausgearbeitet ist, muss die Ersatzbeschaffung des Backofens im Moment hintenanstehen. Zudem macht sie sich Sorgen, wie der Sommerurlaub in vier Monaten finanziert werden soll.
  • Der Vater (aus Nordafrika) fragt die Familie: Was ist im Moment unser Handlungsdruck? Antwort: Lasagne aus dem Backofen. Sein Resümee: Dann kaufen wir jetzt einen neuen Backofen und überlegen anschließend, wie wir welchen Sommerurlaub finanzieren; und die Renovierung der Küche hat zu warten.

Was mir diese kurze Episode gezeigt hat: Eventuell stehen wir uns viel zu häufig selbst im Wege. In unserer gesamten Sozialisation sind wir auf vollständige und qualitativ hochwertige Lösungen getrimmt. Die Grundhaltung und das Qualitätsmerkmal eines/-r deutschen Ingenieurs/-in lässt grüßen. Doch häufig ist diese Exzellenz nicht zielführend und scheint dann der Mut zu fehlen, einfach nur den nächsten Schritt zu gestalten und dann erneut nachzudenken, was dann sinnvoll ist.

Meine Erfahrung: Häufig lässt sich der dritte oder vierte Schritt eher erst dann konsequent planen, wenn Schritt eins und zwei gegangen sind. Was dabei verunsichert: Wir müssen uns in Bewegung setzen, ohne zu wissen, was nach den Schritten eins und zwei genau kommt.

Interessant daran ist, dass Methoden wie agiles Projektmanagement diese Grundhaltung aufgreifen und in pragmatische Vorgehensweisen umsetzen. Ein kleiner Tipp zum Weiterlesen: Agiles IT-Management in großen Unternehmen.


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