Die Zukunft braucht ein neues Organisationsmodell

Die Zukunft braucht ein neues Organisationsmodell

von Anne M. Schüller und Alex T. Steffen

Die Orbit-Organisation: In 9 Schritten zum Unternehmensmodell für die digitale Zukunft

Digitale Zukunft – eigentlich sollte es allen klar sein. Das Tempo, in dem sich Technologien (humanoide Roboter und künstliche Intelligenzen) und Menschen aufeinander zu bewegen, ist beeindruckend. „Der Fortschritt lässt sich nicht am Fortschreiten hindern“ (S. 11). Das Organisationsdesign eines Unternehmens muss deshalb adaptiv, antizipativ und agil sein. Die These der Autoren: „Wer also dem digitalen Zeitalter folgen, sich dynamisierend, kundenfit werden und die Zukunft erreichen will, der benötigt: ein neues Organisationsmodell“ (S. 14). Am besten unter der Grundhaltung „customer first“. Das Credo von Schüller und Steffen: „Erst der Kunde, dann die interne Effizienz. Erst der Kunde, dann das Produkt, die Lösung, die Technologie“ (S. 19).

Der Lösungsvorschlag der Autoren stellt ihr Orbit-Modell dar: Der Purpose (d.h. der Daseinssinn eines Unternehmens für Kunden und Mitarbeitende) im Zentrum der Organisation. Die Kunden scharen sich um den Purpose. Die Führungskräfte, Mitarbeiter und Partner kreisen um den Kunden und die Geschäftsleitung sorgt für die notwendige Stabilität dieser Kreisbewegungen.

Von den „Jungen“ abschauen

Auch wenn die Autoren manchmal etwas umfangreich Themen umkreisen, sind trotz allem immer wieder Elemente dabei, die einzelne Facetten gut auf den Punkt bringen. Was kann man sich z.B. von Jungunternehmern abschauen? Schiller und Steffen stellen hier kurz und knapp fünf Verhaltensweisen vor:

1. Pivotieren: mit jedem Kurswechsel mindestens einen Aspekt des ursprünglichen Geschäftsmodells gezielt ändern.

2. Verschwendung vermeiden: sparsam mit Zeit, Geld und Mitarbeitern umgehen. Lieber „on Demand“ mieten als besitzen.

3. Iteratives Lernen: im frühen Entwicklungsstadium die Lösung erproben, Feedback einholen, verbessern, erneut testen usw.

4. Vom Kunden aus denkend: das Produkt möglichst rasch im Gebrauch durch den Kunden erleben

5. Skalieren: wie kann ich meine Lösung am leichtesten um den Faktor X vervielfachen?

Purpose einzig als Erfolgsbeitrag?

„Die Hauptaufgabe eines Unternehmens der Zukunft ist natürlich die, einen Beitrag zur Lebensqualität respektive zum beruflichen oder geschäftlichen Erfolg seiner Kunden zu leisten“ (S. 68). Der ersten Hälfte dieser Aussage stimme ich gerne zu. Die zweite Hälfte mit der Engführung auf beruflichen oder geschäftlichen Erfolg, könnte man auch kritisch sehen. Ist Erfolg wirklich das zentrale Kriterium? Auf den folgenden knapp 20 Seiten konkretisieren und illustrieren die Autoren, was sie unter Purpose verstehen und relativieren dies Fokussierung auf das Thema Erfolg.

Ganz ähnlich wie beim Thema Purpose kann man mit kritischem Blick auch in den anderen Kapiteln immer wieder Engführungen finden. Doch ich glaube, die Stärke dieses Bandes liegt nicht in seiner Präzision in einzelnen Details, sondern in der Fülle, die für den Leser entfaltet wird. Ob das zum Thema „Erzählen lassen, statt berichten“, „konsultativer Einzelentscheid“ oder OKR (Objectives und Key Results) der Fall ist – immer konnte ich für mich Anregungen für mein eigenes unternehmerisches Handeln daraus ziehen. Also: Lesen und sich anregen oder gar überraschen lassen.

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