„Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.“ – Ein Motto für 2023?

Klassischerweise ist der Jahresanfang von Zielen, Vorhaben, die umgesetzt werden sollen, und Ähnlichem geprägt. Mit Blick auf das neue Jahr haben wir uns angewöhnt, den Blick für die Dinge zu schärfen, die wir im Jahr 2023 in die Welt bringen wollen oder die anders werden sollen. 

Natürlich ist nichts gegen Ziele für das neue Jahr einzuwenden. Doch ist die Gefahr groß, mit der gleichen Strategie wie im letzten Jahr weiterzumachen. Denn manchmal unterliegen wir der Illusion, dass Ziele durch ein noch präziseres In-den-Blick-Nehmen zu erreichen seien. Wenn wir nur genau genug hinschauen und exakt genug planen, dann sollte es auch klappen. Die einschlägigen Abhandlungen über „smarte“ Zielformulierungen sprechen Bände.

Insofern denke ich als Option eher an die Arbeit mit Motto-Zielen, um so die Chance auf Zielerreichung zu steigern.

Dem Wunder die Hand hinhalten – was das mit dem Pareto-Prinzip zu tun hat.
Das Paretoprinzip, benannt nach Vilfredo Pareto, wird auch 80/20-Regel genannt

Entschlacken – die Not-To-Do-Liste 

Eine weitere Option, die Chance auf Zielerreichung im neuen Jahr zu optimieren, ist das Entschlacken. Folgt man dem Pareto-Prinzip, dann erreichen wir z.B. mit 20% der eingesetzten Arbeitszeit 80% des gewünschten Ergebnisses. Um auf 90% des Ergebnisses zu kommen, veranschlagt man weitere 20% des Aufwandes. Und die restlichen 10% des Ergebnisses, um auf 100% zu kommen, erzeugen mit 60% den höchsten Gesamtaufwand. Damit steht die eingesetzte Zeit umgekehrt proportional zum entstehenden Nutzen.

Allerdings: Dreht man den Effekt des abnehmenden Grenznutzens um, dann ist es durchaus schlau, möglichst viel wegzulassen. Unter anderem mit dem Ergebnis, dass so für 2023 v.a. mehr frei verfügbare Zeit entstehen kann.

„Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.“ (Hilde Domin)

Für dieses Jahr inspiriert mich Hilde Domin. Wie wäre es, wenn wir uns aktiv auf Wunder einstellen würden? Was würde das für mich selbst bedeuten? Und was brauche ich, um diese Option überhaupt für mich zulassen zu können?

Beiträge der Positiven Psychologie, um Wunder erkennen zu können

Meine Beschäftigung mit der Positiven Psychologie hat mich die letzten Jahre gelehrt, immer stärker auf die Dinge zu achten, die entstehen und sich (manchmal auch nur anfanghaft) zeigen. Barbara Fredrickson hat das sehr ausführlich zum Thema positive Emotionen erforscht. Ich kann es in meinem Alltag einüben, positive Emotionen verstärkt wahrzunehmen. Z.B. anhand eines kleinen Tagebuchs mit Situationen, die mir im Laufe des Tages positive Emotionen ermöglicht haben. Ich kann diese positiven Emotionen gezielt sammeln (Broaden-and-Build Effekte) und erlebe dabei sogar, dass sie dazu beitragen, die Folgen von negativen Emotionen als nicht so einschränkend oder belastend zu erleben (Undoing-Effekt). Für alle, die sich intensiver mit diesen Forschungsergebnissen auseinandersetzen möchten, sei ihr Buch „die macht der guten gefühle“ (http://www.loquenz.de/gefuhle-selbst-einfluss-auf-das-eigene-gefuehlsleben-nehmen) empfohlen.

Wundertagebuch für mein Jahr 2022

Ich werde mir „zwischen den Jahren“ die Zeit nehmen, noch einmal den Wunder-Momenten im Jahr 2022 nachzuspüren:

  • Welche waren meine großen und kleinen Momente des Wunderns? 
  • Wie habe ich diese genau erlebt? 
  • Und: Was habe ich eventuell dazu beigetragen? Welche Beiträge kamen von anderen Beteiligten? 
  • Entdecke ich vielleicht in diesen Situationen ein Muster? Und ich kann daraus etwas für 2023 ableiten?

Bereitschaft für Wunder-Momente im Jahre 2023?

Wie kann ich bei mir selbst die Bereitschaft erhöhen, Momente des Wunders im Jahr 2023 wahrzunehmen? Manchmal sind sie so kurz und leise, dass sie im Alltagstrubel unterzugehen drohen. Was hilft mir dabei, für diese Wunder-Momente achtsam und wach zu sein? 

Da ich im Alltag häufig auf Bahnsteigen oder an Bushaltestellen stehe, um auf das Verkehrsmittel meiner Wahl zu warten, möchte ich genau diese Momente nutzen. Immer dann, wenn Wartezeiten mich verleiten, kurz auf das Smartphone zu schauen und E-Mails zu checken, genau dann möchte ich ein paar Mal tief Ein- und Ausatmen und meine Wahrnehmung für mögliche Wunder sensibilisieren. 

Aus der Erfahrung weiß ich, dass sich dabei ein kurzer Blickkontakt mit anderen Wartenden ergeben kann, ich das Trillern eines Vogels genießen kann oder die Gewissheit spüre, dass ich im Moment geborgen bin.

Für alle, die über Musik den Zugang zu solchen Momenten finden, kann ich die Vertonung des Textes „Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten“ von Elke Voltz empfehlen. Auch eine Option, dem Wunder im Alltag auf die Spur zu kommen.

Achtsame Wunder-Momente und alles Gute für 2023!

Wir vom Loquenz-Team wünschen Ihnen alles Gute und achtsame Wunder-Momente für 2023. Wir freuen uns, als Ergänzung zu den bewährten zielorientierten Vorgehensweisen, auch diese kraftvollen Wunder-Momente in unsere Beratungsarbeit in Unternehmen und Organisationen einbringen zu dürfen. Denn häufig wird gerade in diesen nicht planbaren Momenten gute Führungs- und Teamarbeit wahrnehmbar und erlebbar – und entfaltet für alle Beteiligten ihre motivierende Wirkung.

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