Die Nacht: Erinnerung und Zeugnis von Elie Wiesel 2022

Unerträgliches Zeitzeugnis – beeindruckendes Glaubenszeugnis

Der junge Elie Wiesel, 1928 geboren und aufgewachsen in Sighet (Siebenbürgen), wurde im Frühjahr 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Bei der Räumung des Konzentrationslagers Auschwitz überlebte er den Todesmarsch nach Gleiwitz und wurde am 11. April 1945 von den amerikanischen Streitkräften aus dem Lager Buchenwald befreit. In „Die Nacht“ beschreibt er seine Erinnerungen an diese unerträgliche Zeit.

Einführung in die Kabbala

Der Lehrmeister des jungen Elie Wiesel ist Mojsche-den-Schammes, ein Armer in Sighet, der trotz seines originellen Verhaltens (fortlaufendes Singen und Summen) von den Juden dort gemocht wurde. Er führte Wiesel in die Kabbala ein und er war 1942 einer der ersten, die deportiert wurden, da er als Ausländer galt. Wie durch ein Wunder überlebte Mojsche-den-Schammes die Deportation und kehrte nach Sighet zurück, um die anderen Juden zu warnen. Doch kehrte für die Juden in Sighet, das Leben wieder zur Normalität zurück.

Das Näherrücken des Holocaust

Durch das Näherrücken der Ostfront im Frühjahr 1944 nährte sich die Hoffnung der Juden, dass die Russen schneller da sein könnten, als es den Nazis gelingen könnte, ein ganzes Volk zu vernichten. Doch waren es nur wenige Tage, bis die deutschen Soldaten auch vor Ort auftauchten. Es folgen Wochen im Ghetto und schließlich die Deportation in offenen Güterwagons nach Auschwitz.

Das Näherkommen des Todes

Unerträglich sind die Schilderung zu der Zeit während der Deportation, der Brutalität und dem bereits allgegenwärtigen Tod. Und gleichzeitig immer wieder das Aufflammen von Hoffnung, die sich kurze Zeit später als in die Irre führend erweist. Von diesem Wechselbad sind, aus der Perspektive des jugendlichen Elie Wiesel, auch das Leben bzw. das Ringen ums Überleben im Konzentrationslager gekennzeichnet. Obwohl der Alltag im Lager zeigt, dass der Tod dominiert. Erst die Befreiung durch die amerikanische Armee beendete dieses Drama.

Spiritualität und Hoffnung wider aller Hoffnung

Irritierend und beeindruckend, aufgrund der Perspektivlosigkeit, in der sich Elie Wiesel befunden haben muss, sind die kurzen spirituellen Reflexionen und Glaubenszeugnisse. Sie machen Mut trotz aller Unfassbarkeit des Geschilderten. Elie Wiesel greift diese Gedanken gegen Ende seines Lebens in „Mit offenem Herzen: Ein Bericht zwischen Leben und Tod“ wieder auf.

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