27.09.2013

Konflikte – wahrnehmen, sich einen Ruck geben und ansprechen

Im Erfahrungsaustausch mit Inhabern und Geschäftsführern von Ingenieurbüros zum Thema Umgang mit Konflikten war rasch klar: Ansprechen lohnt sich, da in jedem Konflikt auch das entsprechende Innovationspotential lauert! Die Frage ist nur wie?

Aus der Erfahrung heraus berichteten die Teilnehmer/-innen, dass es in der Regel nicht am Entdecken möglicher Konflikte mangelt, sondern eigentlich am eigenen Mut, diese auch anzusprechen. In der Regel mag es sinnvoll sein, nicht auf das erste leise Anzeichen eines Konfliktes sofort explizit zu reagieren, sondern erst noch einmal darüber zu schlafen und die eigene Perspektive auf das evtl. konflikthafte Thema zu schärfen.

Doch sobald ich einen möglichen Konflikt für mich wahrgenommen habe – die meisten erkennen dies problemlos an ihrem Bauchgefühl – heißt es, sich einen inneren Ruck zu geben, und das Thema anzusprechen. Natürlich nach allen Regeln der Kunst, d.h.:

  • in Form von Ich-Botschaften,
  • im transparent-Machen meiner Erwartungen,
  • im aktiven Hinhören und die Perspektive des/der anderen wahrnehmen.

Wir hatten auch diskutiert, ob ich mit dem Ansprechen des eventuell konflikthaften Themas nicht dazu beitrage, dass der Konflikt überhaupt erst entsteht. Die Erfahrungen der Kollegen/-innen hat gezeigt, dass das Nicht-Ansprechen die größere Gefahr birgt. Die Chance im direkten Ansprechen ist, dass auch der/die Mitarbeiter/-in dadurch überhaupt erst die Chance bekommt, von meinen Erwartungen Kenntnis zu erlangen – und sich dadurch in seinem/ihrem Arbeiten darauf einstellen kann.

Eine interessante Erfahrung, die von vielen geteilt wurde: häufig entspannt das konkrete Ansprechen meiner Erwartungen an den/die Mitarbeiter/-in das Thema, da im Hintergrund der Spannungen nicht das Nicht-Wollen, sondern das Nicht-Wissens des/der Mitarbeiters/-in über meine Erwartungen an sie/ihn und seine/ihre Arbeit stand. Klar war auch: Erwartungsmanagement gegenüber den Mitarbeitern/-innen bedeutet nicht, dass solch ein Gespräch vollkommen spannungsfrei abläuft. Wichtig ist neben der momentanen Befindlichkeit der Beteiligten vielmehr das mittelfristige Ergebnis! Trägt das transparente und offene Erwartungsmanagement dazu bei, dass das miteinander Arbeiten in Zukunft stärker Hand in Hand greifen kann? Wenn ja, dann hat sich diese für beide Seiten evtl. unangenehme Phase als sinnvolle Investition in die Zukunft gelohnt.


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